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Trotz geschlossenen Bereichen: Besucher pilgern wieder ins Museum
  • Kultur
Das Natur-Museum Luzern. (Bild: sah)

Luzerner Museen nach der Wiedereröffnung Trotz geschlossenen Bereichen: Besucher pilgern wieder ins Museum

3 min Lesezeit 24.05.2020, 14:15 Uhr

Seit rund zwei Wochen sind die Museen wieder geöffnet. Trotz wenig typischem «Museumswetter» sind die ersten Besucher gekommen  – neben den Touristen fehlt aber ganz klar noch eine weitere Besuchergruppe.

Nur die Spreuerbrücke trennt das Historische und das Natur-Museum in Luzern. Die beiden Häuser teilen sich denn auch nicht selten Besucherinnen. Seit dem 12. Mai dürfen auch diese beiden Häuser wieder ihre Türen öffnen.

«Seither ist es ein ziemlich gemischtes Publikum, das wir empfangen durften», sagt Alexandra Strobel, Kommunikationsverantwortliche der beiden Museen. «Es ist ein erfreulicher Mix aus Familien, Einzelpersonen und älteren Besuchern.»

Beide Häuser zählten im Durchschnitt 20 bis 40 Besucher pro Tag. Angesichts der noch kurzen Zeit seit der Wiedereröffnung und des schönen Wetters der letzten Tage sei dies ziemlich respektabel. Es ist aber noch ein weiter Weg, um auf das Niveau von über 100 Besuchern zurückzukommen. Zwischen 40’000 und 48’000 Besucher verzeichneten die beiden Häuser in den letzten Jahren.

Keine Schulklassen, keine Events

«Ein grosser Faktor ist das Ausbleiben der Schulklassen», erklärt Strobel. «Da Anlässe mit mehr als 5 Teilnehmern weiterhin nicht möglich sind bleiben die vielen Schulklassen aus, welche die Museen normalerweise besuchen.»

«Ein grosser Faktor ist das Ausbleiben der Schulklassen.»

Alexandra Strobel, Natur-Museum und Historisches Museum Luzern

Selbst wenn der Bundesrat in den nächsten Tagen weitere Lockerungen beschliessen sollte: Die Chance, dass die Schulklassen noch vor den Sommerferien wieder ins Museum pilgern, ist sehr klein. Zudem können diverse Events derzeit noch nicht stattfinden. So etwa die «Gwunderstunde» für Kinder im Natur-Museum oder die Theatertouren des Historischen Museums.

Neue Wege gegangen

Weiter bleiben die engeren Räume, in denen der vorgegebene Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, geschlossen. «Die  Besucher sind diesen Massnahmen bisher mit sehr viel Verständnis entgegengetreten», sagt Strobel.  Zudem haben die Museen die Zwangspause genutzt, um Neues auszuprobieren.

Zum Beispiel mit dem «Historischen Museum und dem Natur-Museum för dihei». Zuerst wurden wöchentlich und nun alle zwei Wochen Tipps, Anleitungen, Quizze und vieles mehr rund um Natur und Geschichte via Social Media und Homepage nach hause geliefert.

So hat man beim Historischen Museum etwa begonnen, kurze interaktive Videos zu verschiedenen Themen zu produzieren. Unter dem Titel «s Historische Museum för dihei» sind diese auf Youtube auffindbar. Weiter hat man auch Live-Führung via Streaming durchgeführt. Zuletzt etwa in der Ausstellung «Luzern. Fotografiert: 1840 bis 1975». «Manche dieser Ideen wollen wir auch in Zukunft beibehalten und weiterentwickeln», sagt Alexandra Strobel.

Das Historische Museum Luzern produzierte die Clip-Reihe «s Historische Museum för dihei».

Sprunghafter Anstieg beim Verkehrshaus

Eines der landesweit grössten und publikumsintensivsten Museen ist das Verkehrshaus der Schweiz. Fast 500’000 Besucherinnen pilgern jährlich in das Verkehrshaus.

Seit der Wiedereröffnung seien die Besucherzahlen erfreulich schnell wieder in die Höhe geklettert, sagt  Olivier Burger, Leiter der Unternehmenskommunikation: «Wir haben die Türen des Museums am Montag, den 11. Mai, wieder geöffnet und hatten 178 Besucher.»

«Das ist eine schöne Steigerung und zeigt, dass Normalität wieder einkehrt.»

Olivier Burger, Verkehrshaus der Schweiz

Danach ging es schnell: Am Samstag, 16. Mai, zählte man 781 und am Samstag, 23. Mai, 1’836 Besucher. Vom ersten zum zweiten Wochenende wurde somit ein Anstieg von rund 135 Prozent festgestellt. «Das ist eine schöne Steigerung und zeigt, dass Normalität wieder einkehrt», sagt Burger.

Planetarium bleibt vorläufig geschlossen

Auch von wo die Besucherinnen den Weg ins Luzerner Lido auf sich nehmen, ist momentan ersichtlich: « Es sind insbesondere Besucherinnen und Besucher aus der Deutschschweiz», stellt Burger fest.

Im Moment müssen diese auf gewisse Teile des Museums verzichten. Darunter etwa das – wiederum bei Schulklassen beliebte – Planetarium, das Swiss Chocolate Adventure oder das Filmtheater.

In Sachen Onlinepräsenz ist man aber auch beim Verkehrshaus nicht untätig geblieben. So wurden etwa Live-Führungen produziert. Zudem werden bereits virtuelle Rundgänge mittels Google Street View möglich.

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