Trotz Corona und offener Fragen: FCL hat 3’900 Saisonabos verkauft
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Trotz Corona und wirtschaftlich unsicheren Zeiten: Die Fans halten dem sportlich aufstrebenden FC Luzern die Treue. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Celestinis Fussball kommt bei den Fans an Trotz Corona und offener Fragen: FCL hat 3’900 Saisonabos verkauft

3 min Lesezeit 1 Kommentar 09.09.2020, 17:31 Uhr

Die Corona-Krise hält die Schweizer Profivereine im Würgegriff. Das wirtschaftliche Überleben steht auf dem Spiel. Umso mehr freut es die FCL-Verantwortlichen, dass in diesen unsicheren Zeiten 80 Prozent der im letzten Jahr bezahlten Saisonabos erneuert wurden.

Die Wirtschaft ächzt unter den Folgen der Corona-Restriktionen, viele Arbeitnehmer machen sich Sorgen um ihre Jobs. Die bange Frage beim FC Luzern lautete in diesen Wochen und Monaten deshalb so: Wer kann und will es sich leisten, Geld auszugeben für ein Saisonabo?

Zumal ein Matchbesuch das Risiko birgt, sich mit dem Virus anzustecken. Und es darüber hinaus unvorhersehbar ist, ob der Kanton Luzern die ab Oktober geltende Regel, dass zwei Drittel der Stadionauslastung mit Sitzplatzbesuchern genutzt werden kann, auf der Basis der epidemiologischen Lage wieder nach unten korrigieren und dergestalt einen Matchbesuch verunmöglichen wird (zentralplus berichtete).

Ohne Anspruch auf Rückerstattung

Auf Anfrage von zentralplus gibt der FCL nun einen Indikator bekannt, der sich vor dem Hintergrund, dass der Klub in den Saisons vor dem Ausbruch der Corona-Krise unter markantem Zuschauerschwund litt, sehen lassen darf: «80 Prozent der im letzten Jahr bezahlten Abo-Cards wurden erneuert.»

Die Luzerner Verantwortlichen werten das als «Riesenzeichen von unseren Fans». Zumal die Aboinhaber keinen Anspruch auf Rückerstattung bei nicht erbrachter Leistung haben, dafür aber mit ihrem Namen auf dem FCL-Trikot stehen (zentralplus berichtete).

Aber wie sind diese 80 Prozent an erneuerten FCL-Saisonabos konkret einzuordnen? zentralplus-User wissen: Die Klubverantwortlichen gaben bislang bloss die Gesamtzahl an Abo-Cards bekannt, die letzte Saison in Umlauf kamen. Total waren es knapp 6’100. In dieser Zahl sind allerdings auch die kostenfreien Abos inbegriffen – zum Beispiel für Angehörige der Spieler, Mitarbeitende oder Sponsoren.

Vorjahreswert liegt bei etwa 4’800 bezahlten Abos

FCL-Insider verorten den bezahlten Anteil in der Region von 4’800 Einheiten. Ergo hat der Klub gut zwei Wochen vor dem ersten Heimspiel der neuen Saison gegen Aufsteiger Lausanne schon fast 4’000 Abos abgesetzt.

Und den Luzernern bleibt noch Zeit, den Wert aus dem Vorjahr zu erreichen. Der Verkauf erstreckt sich bis mindestens zum Beginn der Rückrunde, weil auch Abos für lediglich den zweiten Teil der Meisterschaft erhältlich sind.

Sportliches Zugpferd fehlt (noch)

Fast 4’000 verkaufte Saisonabos mögen der FCL-Geschäftsleitung auch deshalb ein gutes Gefühl geben, weil der Aufruf der Fangruppierung USL, auf den Kauf eines Abos zu verzichten, solange die künftige Zusammensetzung im Aktionariat nicht geklärt ist (zentralplus berichtete), offensichtlich keinen Schaden anrichten konnte.

Dazu kommt, dass die sportliche Abteilung der Luzerner noch kein Argument für den Aboverkauf lieferte – bis dato fehlt ein Neuzugang. Allerdings sei erwähnt, dass die Corona-Krise das Geschehen auf dem nationalen Transfermarkt nahezu zum Erliegen gebracht hat. Das Transferfenster in der Schweiz ist aber noch bis zum 12. Oktober geöffnet.

Deshalb liegt es auf der Hand, dass der FCL mit dem attraktiven und über weite Strecken erfolgreichen Fussball, der unter der Leitung von Cheftrainer Fabio Celestini gezeigt wird, bei der Gunst der Fans auf dem richtigen Weg ist.

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1 Kommentare
  1. John Eriksen, 09.09.2020, 22:10 Uhr

    Was nicht passt, wird passend gemacht. Bisher war immer die Rede, dass der FCL über 6’000 ABOCards im Umlauf gehabt hat (Übrigens hier erwähnt: https://www.zentralplus.ch/fcl-praesident-richtung-stimmt-aber-ueber-den-berg-sind-wir-noch-nicht-1865895/). Jetzt sollten es plötzlich nur noch 4’800 gewesen sein? Ok, beschönigt die Bilanz, andernfalls müsste man ja zugeben, dass nur knapp 60 % die ABOCard erneuert haben und das sieht natürlich doof aus. Zudem, bei den kundenunfreundlichen AGB’s, welche jeder ABOCard-Inhaber mit dem Kauf akzeptiert, hat er schon seit jeher (also seit IMMER) auf eine Rückerstattung verzichtet. Dies im übrigen nicht freiwillig, sondern gezwungenermassen, da die AGB’s dermassen einseitig, zu Ungunsten des „Fan’s“, verfasst sind (AGB ABO-Card, Abs. 8). Hat bisher wohl einfach keiner gemerkt! Ich kaufe, wenn schon, dann nur noch Tagesticket für ausgewählte Spiele. So trägt der FCL das Risiko und nicht ich.

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