Politik

Ansteckungsgefahr an Weihnachten
Trotz Corona gibt’s nicht mehr Ferien an Luzerner Schulen

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Für Luzerner und Zuger Schüler liegt kein Geschenk in Form längerer Ferien unter dem Weihnachtsbaum. (Symbolbild: Paige Cody/Unsplash)

Verschiedene Kantone haben im Hinblick auf die Corona-Ansteckungen an den Schulen die Weihnachtsferien verlängert. In Luzern und Zug hält man von dieser Idee jedoch nichts und hält am bestehenden Ferienplan fest.

Es dürfte wohl die Wunschvorstellung eines jeden Kindes sein: Längere Weihnachtsferien. In manchen Kantonen ist dieser Wunsch wegen der Corona-Pandemie zur Realität geworden. So hat beispielsweise der Kanton Bern spontan den Beginn der Weihnachtsferien um eine Woche nach vorne verschoben. Anstatt wie geplant am 24. Dezember starten die Ferien für Berner Primarschülerinnen schon am Freitag, dem 17. Dezember.

Ähnlich ist das Vorgehen im Kanton Nidwalden. Dort beginnen die Schulferien zwar wie geplant, doch der Kanton verlängerte die Ferien für die Primarschüler um drei Tage. Für Schülerinnen auf Stufe Mittelklasse enden die Ferien wie vorgesehen bereits am 3. Januar. Die erste Schulwoche verbringen die Nidwaldner Schüler aber im Fernunterricht und kehren erst per 10. Januar ins Klassenzimmer zurück.

Corona-Ansteckungsketten durch längere Ferien unterbrechen

Der Grund für diese Massnahmen liegt auf der Hand. Die Kantone wollen damit die Ansteckungsketten unterbrechen. Gerade nach den Festtagen ist die Ansteckungsgefahr durch die zahlreichen Kontakte erhöht. Das Risiko, dass die Schülerinnen das Virus von zu Hause mit ins Schulzimmer bringen, ist somit grösser. Gleichzeitig grassiert das Virus derzeit vor allem an den Schulen. Um zu verhindern, dass angesteckte Schüler Corona unter ihren Angehörigen verbreiten, hat der Kanton Bern die Ferien vorgezogen. Kurz: Die Kantone wollen das zu Hause der Kinder und das Schulzimmer als mögliche Ansteckungsorte während der Festtage voneinander entkoppeln.

«Uns ist es wichtig, dass die Kinder Präsenzunterricht haben und damit auch eine soziale Struktur.»

Regula Huber, Sprecherin Bildungsdepartement Luzern

Doch nicht alle Kantone greifen zu diesen Massnahmen. Luzern und Zug halten beispielsweise an ihren vorgesehenen Ferienplänen fest. In Luzern beginnen die Ferien am kommenden Freitag und dauern bis zum 3. Januar. In Zug starten die Weihnachtsferien am 23. Dezember, am 6. Januar müssen die Schülerinnen dann wieder zum Unterricht antraben.

Luzern verzichtet auf längere Ferien

Für das Luzerner Bildungsdepartement spielt bei diesem Entscheid nicht nur die epidemiologische Lage eine Rolle. Soziologische Argumente spielen ebenso eine Rolle: «Uns ist wichtig, dass die Kinder Präsenzunterricht haben und damit auch eine soziale Struktur», erklärt Sprecherin Regula Huber auf Anfrage. «Für viele Familien würde eine zusätzliche Ferienwoche die Betreuung ihrer schulpflichtigen Kinder erschweren.»

Anderer Meinung als der Kanton Luzern ist der kantonale Lehrerinnen- und Lehrerverband. Dessen Präsident, Alex Messerli, forderte vergangene Woche eine Verlängerung der Weihnachtsferien (zentralplus berichtete). Zwar stiess Messerli mit seinen Forderungen beim Schweizer Dachverband für Lehrer und Lehrerinnen auf offenes Gehör. Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann sowie den Luzerner Regierungsrat vermochte die Idee aber nicht zu überzeugen. Somit bleiben längere Weihnachtsferien für Luzerner Schülerinnen eine Wunschvorstellung.

Neu mit Reihentests an Primarschulen

In Zug wiederum fällt die Argumentation knapper aus. Bildungsdirektor Stephan Schleiss sagt: «Es gibt keine Notwendigkeit, vom bisher kommunizierten Vorgehen abzuweichen.» Die Bildungsdirektion will nach den Ferien auch an den bestehenden Schutzkonzepten festhalten.

Im Kanton Luzern hingegen folgt nach den Weihnachtsferien eine Neuerung. Der Kanton führt neu auch auf Primarstufe Reihentests durch. Bisher nahmen nur Schüler auf Sekundarstufe an Reihentests teil. Dieser Entschluss folgte auf Druck aus dem Kantonsrat. In einer dringlichen Motion hatte die SP-Fraktion die sofortige Einführung von Reihentests an Schulen gefordert (zentralplus berichtete). Dies, nachdem es unter anderem am Stadtluzerner Schulhaus zu über 50 Ansteckungen innerhalb einer Woche gekommen ist (zentralplus berichtete).

Die Schulen haben diese Woche das entsprechende Informationsmaterial erhalten, wie das Gesundheitsdepartement gegenüber zentralplus bestätigte. Somit können die Schulen gleich nach den Weihnachtsferien mit den Reihentests starten.

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4 Kommentare
  1. Opi Kron, 21.12.2021, 07:37 Uhr

    Ich dachte, die Schulen schliessen nicht. Aber siehe da: das Schulhaus Geissenstein in meiner Nachbarschaft bleibt diese Woche geschlossen.

    Was ist da wohl los?

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  2. Chrigi Bucher, 15.12.2021, 22:45 Uhr

    Tja, nachdem man die Pseudo-Maskenpflicht ab 1. Klasse eingeführt hat, fühlen sich die Verantwortlichen wohl sehr sicher. Aber denen sind ja die vielen angesteckten Kinder, und am Ende auch Eltern/Verwandte, sowieso egal. Hauptsache der Rubel rollt. So sieht’s halt aus, wenn bürgerliche Ökonomen die Bildungsdepartemente führen! Und ja; «Führen» und nicht «Verantworten», das tun sie nämlich allesamt seit Pandemiebeginn NICHT.

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  3. Paul, 15.12.2021, 21:59 Uhr

    DANKE

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  4. Peter Hirschi, 15.12.2021, 21:54 Uhr

    Das ist auch gut so. Masken auf für alle Schüler ab der 1. Primar und gut ist. Auch im ÖV sollte es eine Maskenpflicht ab 6 Jahren wie in Deutschland geben. Die Kinder verbreiten zurzeit Corona.

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