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Trotz Bedarf kein eigener Kraftraum
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Das Kursangebot des Hochschulsportes ist zwar breit, aber wer alleine trainieren möchte, hat’s schwer. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Luzerner Hochschulen sparen beim Sport Trotz Bedarf kein eigener Kraftraum

4 min Lesezeit 23.01.2016, 12:00 Uhr

Die drei Luzerner Hochschulen betreiben zusammen ein Sportangebot für rund 10’000 Studenten. Ein Kraftraum steht aber nur für wenige Stunden pro Woche zur Verfügung. Damit schneidet Luzern im Vergleich mit anderen Hochschulen schlecht ab. Und dies nicht erst nach den neuesten Einsparungen.

Wer als Student viel Kopfarbeit leistet, braucht körperlichen Ausgleich: Der Uni-Sport ist daher bei Studenten beliebt. Für 50 Franken pro Jahr sind die Studenten der Universität Luzern, der Pädagogischen Hochschule und der Hochschule Luzern berechtigt, das breite Angebot des Hochschulsport Campus Luzern (HSCL) zu nutzen. Auch ehemalige Studenten und Mitarbeitende treiben so fleissig Sport: Von Pilates über Spinning bis zu Fussball – es gibt für jeden etwas. Doch was ist, wenn man sich unabhängig von einem Kurs im Fitnessraum auspowern will? Oder Krafttraining betreiben? Hier ist das Angebot mehr als dürftig.

Nur an zwei bis drei Abenden offen

«Ich war nur zwei Mal im Fitnessraum des HSCL, danach nie wieder», sagt Gebäudetechnik-Student Marc. Viel zu klein sei der Kraftraum, der sich gegenüber dem Uni-Gebäude im Berufsbildungszentrum befindet. Während des Semesters steht dieser den Studenten an drei Abenden pro Woche offen, in den Semesterferien sogar nur an zweien: dienstags von 18 bis 20 Uhr und donnerstags von 18.15 bis 20 Uhr.

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«Nach einer Vorlesung gehe ich meistens direkt nach Hause und warte nicht noch an der Uni, bis ich um 18 Uhr trainieren kann.»

Nadja, Jus-Studentin an der Universität Luzern

Viel zu wenig, findet der angehende Wirtschaftsingenieur Marc: «Es wäre schön, wenn man mehr Zeit zur Verfügung hätte. Ich nutze den Kraftraum zwar regelmässig, weil ein Abo in einem Fitnesscenter für mich als Student zu teuer ist, aber ich finde, das Angebot sollte ausgebaut werden.» Mit dem restlichen Angebot des HSCL seien sie aber sehr zufrieden, so die beiden Studenten, die Kurse seien bestens organisiert.  

Andere Unis sind besser ausgestattet

Auch Jus-Studentin Nadja findet den Uni-Sport an sich super. Aber auch sie stört sich an den Öffnungszeiten des Fitnessraums: «Nach einer Vorlesung gehe ich meistens direkt nach Hause und warte nicht noch an der Uni, bis ich um 18 Uhr trainieren kann.» Besser fände sie es, wenn sie den Fitnessraum über Mittag nutzen könnte.

Zum Vergleich: Die Universität Bern beispielsweise bietet den Studenten zwei Fitnessräume an, welche an jedem Wochentag ganztags genutzt werden können. Auch der Akademische Sportverband Zürich hat diverse Fitnessräume mit flexiblen Öffnungszeiten an verschiedenen Standorten. Und was ist mit den knapp 10’000 Studenten der drei Luzerner Hochschulen? Ihnen steht ein einziger Kraftraum beim Berufsbildungszentrum zu fixen Zeiten zur Verfügung. Kann man dieses Angebot nicht erweitern? «Dieser Kraftraum gehört der Berufsschule und wird von ihr auch während des Tages genutzt. Daher sind wir natürlich eingeschränkt in der Nutzung», sagt Lukas Portmann, Kommunikationsverantwortlicher der Universität Luzern. Zusammen mit den Mitarbeitenden und den Alumni nutzen rund 77 Prozent der 13’000 Berechtigten regelmässig das Sportangebot des HSCL.

Eigener Kraftraum wäre zu teuer

Ist das Einrichten eines eigenen Fitnessraumes für die drei Hochschulen ein Thema? «Der Bedarf nach mehr individuellem Training ist vorhanden. Ein entsprechendes Angebot muss aber auch finanziert werden können», sagt Portmann. «Wir haben Möglichkeiten für einen eigenen Kraftraum geprüft, aber aktuell lässt sich das nicht realisieren. Das finanzielle Risiko wäre zu gross», erklärt er weiter.

«Wir haben Möglichkeiten für einen eigenen Kraftraum geprüft, aber aktuell lässt sich das nicht realisieren. Das finanzielle Risiko wäre zu gross.»

Lukas Portmann, Universität Luzern

Er betont, dass andere Hochschulen teilweise den Studenten ihr Kraftraum-Angebot separat berappen, so beispielsweise die Uni Basel: Ein Jahresabo kostet da für einen Studenten 300 Franken.

Erst vor wenigen Jahren wurde das Gebäude an der Frohburgstrasse 3 umgebaut; seither hat die Universität einen zentralen Standort. War bei diesem Umbau das Einrichten eines Fitnessraumes kein Thema? «Der Hochschulsport hat im Uni-/PH-Gebäude einen Fitness- und Tanzraum eingerichtet, weil die Nachfrage danach viel grösser war als für einen Kraftraum», sagt Lukas Portmann.

Einsparungen bei Kursangebot

Im Frühlingssemester 2016 kommt es ausserdem zu Einsparungen im Luzerner Kursprogramm. «In den letzten Jahren sind die regelmässigen Trainings, die kostenlos belegt werden können, stark ausgebaut worden. Es hat sich nun gezeigt, dass Korrekturen notwendig sind», sagt Lukas Portmann. Unterdurchschnittlich besuchte Trainings würden daher auf das neue Semester hin gestrichen. Trotzdem bleibe das Hochschulsportangebot umfangreich, betont Portmann: «Gegenüber dem Herbstsemester 2012 ist das Angebot von regelmässigen Trainings bis heute um 44 Prozent gewachsen. Mit den geplanten Anpassungen bleiben die Trainings auf dem Level von 2014.»

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