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Trotz 37 Grad: ÖV-Betreiber lassen ihre Passagiere schwitzen
  • Regionales Leben
Insbesondere Buspriorisierungen sollen mit Bundesgeldern schneller realisiert werden können. (Bild: Facebookseite vbl)

Klimaanlagen im Sparmodus Trotz 37 Grad: ÖV-Betreiber lassen ihre Passagiere schwitzen

3 min Lesezeit 26.06.2019, 19:30 Uhr

ÖV-Betriebe verzichten auf starke Klimatisierung. Unter anderem soll dadurch einem Temperaturschock vorgebeugt werden. Wer in Luzern oder Zug mit dem ÖV unterwegs ist, muss sich deshalb meist auf stickige und vor allem heisse Fahrten einstellen.

Bis zu 37 Grad werden in Luzern und Zug diese Woche gemessen. Für diejenigen, die sich durch den Alltag von A nach B bewegen müssen, ist die Hitze oftmals kein Zuckerschlecken. Die Höchsttemperaturen verlangen Höchstleistung. Nicht nur von den Menschen, sondern auch von den Klimaanlagen. Während die Velofahrer durch den Fahrtwind ein mehr oder minder erfrischendes Lüftchen abkriegen, müssen sich die ÖV-Nutzerinnen in die oft stickigen und heissen Busse oder Züge quetschen.

Eine erhoffte Abkühlung findet man in den Bussen und Zügen nämlich nicht. Denn die Verkehrsbetriebe setzen immer mehr darauf, lediglich einen leichten Temperaturunterschied zwischen innen und aussen herzustellen. So kühlen zum Beispiel die SBB die Züge rund fünf bis sieben Grad unterhalb der Aussentemperatur. Bei einer Aussentemperatur von 37 Grad ist es damit auch in Zügen noch über 30 Grad.

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Temperaturschock soll vermieden werden

Auch bei den Bussen in Luzern und Zug setzt man nicht auf konstante 25 Grad, sondern auf Anpassung an die Aussentemperatur. Besonders an sehr heissen Tagen sei dies unumgänglich, um einen Temperaturschock zu vermeiden. «Ein zu grosser Temperaturunterschied wird als unangenehm empfunden», schreibt Karin Fröhlich von den Zuger Verkehrsbetrieben.

Auch bei den VBL wird die gleiche Taktik angewandt, wie Sprecher Sämi Deubelbeiss mitteilt. «Die neusten Busse richten sich stets nach der Aussentemperatur, dies läuft automatisch.» Sprich, wenn es draussen heiss ist, ist auch die Temperatur in den Bussen höher. Dies mache nicht nur Sinn, um einen Temperaturschock zu verhindern, sondern sei auch aus praktischen Gründen sinnvoll.

Klimaanlage kühlt aus den Türen raus

Denn bei jeder Haltestelle beziehungsweise Türöffnung würde Wärme von draussen in die Busse eindringen. Um angenehme 25 Grad zu erreichen, wäre also eine extreme Leistung der Klimaanlage nötig, um die durch die Türen verlorene Kühle zu kompensieren. Nur der Fahrer habe eine separate Klimaanlage. Diese könne er oder sie selbst regulieren und damit bestimmen, wie warm es vorne beim Fahrerraum sein soll, erklärt Deubelbeiss. Damit dürften die Verkehrsbetriebe auch einiges an Energie einsparen, wie der «Tages-Anzeiger» diesen Mittwoch mitteilt.

Eine andere Problematik zeigte sich ausserdem in den Regionalexpresszügen von Luzern ins Entlebuch und nach Schüpfheim. Auf diesen Strecken fiel im vergangenen Sommer die Klimaanlage teilweise komplett aus. Sobald die Aussentemperatur über 23 Grad stieg, stieg auch die Klimaanlage komplett aus (zentralplus berichtete). Auch heute sind vereinzelt Züge der BLS im Einsatz, die nur teilweise klimatisiert sind, wie Tamara Traxler, Mediensprecherin der BLS mitteilt. Spätestens ab 2021, wenn die älteren Züge durch neue Modelle ersetzt werden, wird das Problem behoben sein.

Rottal Auto AG setzt auf 22 Grad

Eine Ausnahme in dieser sonst üblich scheinenden Praxis der Anpassung an die Aussentemperatur bildet auch die Rottal Auto AG. Die Klimaanlagen in den Linienbussen sind alle mit denselben Konfigurationen eingestellt, welche lediglich durch die Werkstätten angepasst werden können. Somit wird angestrebt, dass in allen Fahrzeugen eine gleichmässige Innentemperatur erreicht wird. «Wir legen grossen Wert darauf, unserem Fahrgast im Winter und im Sommer eine angenehme Temperatur zu bieten», meint Martin Wüthrich der Rottal Auto AG. Reisende nach Rothenburg, Ruswil oder Wolhusen geniessen also zu jeder Jahreszeit die selbe Temperatur im Bus.

Auch bei ihnen könne jedoch die Busfahrerin die Temperatur zuvorderst im Bus selber regulieren. Ausserdem werde an extremen Hitzetagen den Fahrern ein Abkühlungspäckli mit Wasser, Früchten und Glace abgegeben.

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