Tropenhaus Wolhusen geht nächstes Jahr wieder auf
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Das Tropenhaus in Wolhusen wird nicht abgerissen. (Bild: jal)

Gruppe um Luzerner Hotelier übernimmt Tropenhaus Wolhusen geht nächstes Jahr wieder auf

4 min Lesezeit 12.12.2019, 13:05 Uhr

Seit Ende Juni ist das Tropenhaus in Wolhusen geschlossen. Die exotischen Pflanzen vegetieren vor sich hin – doch nicht mehr lange. Eine Gruppe um den Gastronomen Gregor Vörös übernimmt den Betrieb. Das genaue Eröffnungsdatum steht aber noch nicht fest.

Gute Neuigkeiten für das Tropenhaus Wolhusen: Seit diesem Sommer im Dornröschenschlaf, wird die 16 Millionen Franken teure Anlage nächstes Jahr zu neuem Leben erweckt. Die zukünftigen Betreiber bestätigen am Donnerstag entsprechende Recherchen.

«Das Tropenhaus wird von einem neuen, sehr motivierten Team übernommen und im Ansatz wird das bestehende Konzept unter dem gleichen, bereits bewährten Namen weitergeführt», schreiben die Verantwortlichen.

Mitinitiant ist Gregor Vörös vom Kräuterhotel Edelweiss auf der Rigi. Wer weiter dahinter steht und was sich konkret ändern wird, werde im Januar bekannt gegeben, so Vörös. Klar sei, dass sich die Besucher auch zukünftig auf kulinarische Kreationen in tropischer Umgebung freuen dürfen. Die Eröffnung ist noch nicht definitiv terminiert, soll aber im ersten Quartal 2020 stattfinden.

Mehrere Standbeine

Das lokale Portal «Wer-Was-Wolhusen» berichtete bereits vor einigen Wochen über das Projekt, an dem Vörös beteiligt ist. Wie dem online veröffentlichten Konzept zu entnehmen ist, will die Gruppe aus den tropischen Hallen oberhalb des Spitals eine sogenannte Naturarena kreieren. Diese soll den Umgang mit den Umwelt- und Klimaproblemen in der Landwirtschaft und Ökologie thematisieren.

Dahinter steht die interdisziplinäre Gruppe Panazea aus dem Seetal, die sich mit Lebensräumen und dem Zusammenspiel von Natur und Mensch widmet.

Seit diesem Sommer ist das Tropenhaus geschlossen.

Das Konzept sieht für das Tropenhaus mehrere Standbeine vor: Erstens die Produktion von landwirtschaftlichen Produkten, die vergrössert werden soll. Zweitens eine Akademie für Forschung und Lehre, die zum Thema Klimawandel Workshops und Tagungen veranstaltet. Drittens wird auf die Gastronomie und Führungen gesetzt.

Während der Betrieb am Mittag laut dem Konzept ein breites Publikum anvisiert, soll am Abend die gehobene Gastronomie ihren Platz finden. Wie bisher sind auch private Anlässe und kulturelle Veranstaltungen ein Thema.

Gregor Vörös sagt auf Anfrage, dass dieses Konzept nicht mehr ganz aktuell sei, einzelne Elemente aber sicherlich realisiert würden. Nähere Informationen folgen Anfang Jahr. Dann sollte auch bekannt werden, wer im Tropenhaus künftig den Kochlöffel schwingen wird.

Auf Facebook wird die frohe Botschaft am Donnerstag verkündet:

Im Tropenhaus war das erfolgreiche Gourmetrestaurant Mahoi beheimatet. Das Essen war auch keinesfalls der Grund für die Schliessung. Vielmehr wurde es aufgrund der volatilen Gasmärkte immer schwieriger, die Gewächshäuser aus industrieller Abwärme zu heizen. Das Ganze wurde zu einem Verlustgeschäft, der Gedanke der Nachhaltigkeit wurde zum Wunschdenken. Bis Coop entschied, dem Tropenhaus nach 19 Jahren den Stecker zu ziehen (zentralplus berichtete).

Hohes finanzielles Risiko

Lange sah es nicht danach aus, als hätte das Tropenhaus eine Zukunft. Zwar war es für den symbolischen Betrag von einem Franken zu haben. Doch weil hohe Investitionen anstehen, mussten interessierte Betreiber eine finanzielle Sicherheit hinterlegen. Von rund 1,5 Millionen Franken war die Rede, offiziell bestätigt wurde diese Zahl indes nie.

Wie die Gruppe um Gregor Vörös die Finanzierung stemmt, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Auf Anfrage bestätigt er lediglich, dass dies die grösste Hürde gewesen sei, welche die Gruppe aber stemmen konnte: «Die Verträge mit Coop sind unterzeichnet.»

Wir sind sehr erfreut, dass es beim Tropenhaus weitergeht.»

Peter Bigler, Gemeindepräsident Wolhusen

«Wir freuen uns, dass wir eine Lösung für das Tropenhaus Wolhusen finden konnten und wünschen den neuen Betreibern alles Gute und viel Erfolg», sagt eine Mediensprecherin von Coop. Zu finanziellen Fragen äussert sich der Detailhändler nicht.

In der Gemeinde Wolhusen nimmt man die Neuigkeiten ebenfalls positiv auf: «Wir sind sehr erfreut, dass es beim Tropenhaus in irgendeiner Form weitergeht», sagt Gemeindepräsident Peter Bigler. Nähere Informationen habe der Gemeinderat zurzeit auch noch nicht.

Einige Fragen sind also noch offen. Antworten wollen die zukünftigen Betreiber in einer ausführlichen Pressemitteilung am 7. Januar 2020 geben.

Die Pflanzen in den tropischen Gewächshäusern dürften sich auf mehr Leben freuen.

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