News aus der Region
Jede Tourismusregion bäckt ihre eigenen Brötchen
  • Aktuell
Eine gemeinsame Toursimusstrategie fehlt den Zentralschweizern Kantonen – bis jetzt. (Bild: les)

Luzern am stärksten betroffen Jede Tourismusregion bäckt ihre eigenen Brötchen

2 min Lesezeit 2 Kommentare 22.06.2020, 06:28 Uhr

Die Kantone entwickeln je eigene Kampagnen, um einheimische Touristen in die Zentralschweiz zu locken. Dabei wünschen sich die Tourismusdirektoren eine engere Kooperation.

Ferien in der Schweiz – aber wo? Derzeit preisen die Tourismusbüros die Vorteile der eignen Umgebung an. Eine gemeinsame Strategie der Zentralschweizer Kantone fehlt allerdings. Gegenüber der «Luzerner Zeitung» bestätigt Theo Schnidrig, Direktor der Unesco Biosphäre im Entlebuch kritisch: «In der Zentralschweiz bastelt jede Region an ihrer Torschluss-Panik-Kampagne.»

Besonders stark betroffen vom Ausbleiben der ausländischen Gäste ist Luzern. Tourismusdirektor Marcel Perren sagte, dass man den Wunsch verspüre, die zur Verfügung stehenden Mittel möglichst für den eignenen Kanton einzusetzen. Es sei also der Situation rund um den Lockdown geschuldet, dass die meisten auf einen Alleingang setzten. «Zudem war die Koordination zeitlich schwierig, weil die Sondermittel für den Tourismus in den Kantonen zu unterschiedlichen Zeitpunkten gesprochen wurden.»

Politik erschwert gemeinsames Vorgehen

Als weitere Gründe nennen die Tourismusdirektoren unterschiedliche Prioritäten und Zielmärkte. So sind etwa Uri, Obwalden viel weniger stark von ausländischen Gästen abhängig, als Luzern. In Nidwalden, wo vor allem der Bürgenstock internationale Gäste anzieht, will man sich als «Wellness-Region», beweisen. Ein Tourismusexperte sieht auch die von der Politik der Kantone abhängigen Zielsetzungen im Tourismus als Grund, der eine Zusammenarbeit erschwert.

Das sich die Regionen mit sich selbst beschäftigt sind, zeigt auch das Beispiel Luzern, wo man bereits einen Strategiewechsel vollzogen hat: Während noch im März auf die Westschweizer Gäste geschielt wurde (zentralplus berichtete), zielt man inzwischen eher auf die Deutschschweizer Gäste.

Tourismusdirektor Perren betont inzwischen auch die Vorteile eines stärkeren gemeinsamen Vorgehens. «Eine gemeinsame Kampagne hätte mehr Wirkung gezeigt.»

Zumindest in einer weiteren Phase ab Mitte August wollen die Zentralschweizer Kantone nun besser zusammenspannen. Die Gespräche zwischen den Tourismusdirektoren seien nun wieder am Laufen – nachdem im Lockdown jeder in seiner eigenen Stube werkelte, heisst es.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

2 Kommentare
  1. Christian, 22.06.2020, 10:36 Uhr

    Backt, nicht bäckt. Bitte bucht Deutsch Kurse für Eure Autoren oder stellt fähige Lektoren ein!!

    1. Redaktion Lena Berger, 22.06.2020, 13:50 Uhr

      Gemäss Duden sind beide Varianten möglich. Ich finde es schade, dass sich manche daraus einen regelrechten Sport machen, Fehler in unseren Texten zu finden – statt die Kommentarspalte für inhaltliche Diskussionen zu nutzen. Ich kann das offen gestanden nicht ganz nachvollziehen. Insbesondere die Aggressivität, die dabei gegenüber unseren Mitarbeitenden an den Tag gelegt wird, finde ich nicht kontruktiv.

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF