Tourismus
Bijou aus Dornröschenschlaf geweckt

Neues Mini-Hotel für Luzern: «Villa Maria» öffnet Türen

Strahlende Gesichter vor der neu gestalteten «Villa Maria»: (v.l.n.r.) Designer Daniel Hunziker, Künstlerin Nina Staehli und die beiden Hoteliers Walter Willimann und Manuel Berger. (Bild: cbu)

In die «Villa Maria» an der Haldenstrasse kommt neues Leben. Die zwei Luzerner Hoteliers Manuel Berger und Walter Willimann warten mit einem eigenwilligen Betriebskonzept auf.

Zwei Jahre lang schlummerte die «Villa Maria» an der Haldenstrasse in Luzern im Dornröschenschlaf. Im Februar wurde bekannt, dass die beiden Hoteliers Manuel Berger und Walter «Willy» Willimann das Hotel im Miniformat pachten. Die beiden führen bereits das nur 400 Meter entfernte Hotel Beau Séjour und verwirklichen jetzt mit der 1950 erbauten «Villa Maria» einen kleinen Traum.

«Es ist toll, die Geschichte dieses Hauses weiterführen zu dürfen», sagt Willimann gegenüber zentralplus. «Wir halten sie damit am Leben.» Einen klassischen Hotelbetrieb wird es hier jedoch nicht geben. Statt einer grossen Rezeption setzen die Betreiber auf ein Self-Check-in direkt vor Ort. Gäste sollen sich dennoch nicht alleingelassen fühlen. «Wir sind immer da, wenn auch nicht physisch in der Villa», sagt Willimann.

Frühstück gibts im Hotel nebenan

Gäste checken selbstständig ein und aus, auf der Website und via QR-Code in den Zimmern finden sie Antworten auf die gängigsten Fragen. Persönliche Unterstützung gibt es im nahen «Beau Séjour» und rund um die Uhr via Telefon.

«Wir wollen etwas Italianità an den Vierwaldstättersee holen.»

Walter Willimann, Hotelier

Da wird übrigens auch das Frühstück serviert, sofern die Gäste eines wünschen. «Wir haben uns aus Platz- und Personalgründen dafür entschieden, in der Villa kein Frühstück anzubieten», erklärt Manuel Berger. Eine kleine Verpflegung gibt es in der zimmereigenen kostenlosen Minibar. «Chips, Tee, Kaffee und einen Panettone, damit man nach der Anreise nicht gleich verhungert», scherzt Willimann.

Murano-Glas en masse

Das Motto des frisch sanierten Hotels lautet «la grande bellezza» – die grosse Schönheit. «Wir wollen etwas Italianità an den Vierwaldstättersee holen.» Diese setzen die Betreiber vor allem mit der Dekoration um. In jedem der acht Zimmer – zwei davon sind Suiten – findet sich Murano-Glas. Mal in Form von Lampenschirmen, mal als Dekoelement auf Tischen und Schränken.

Für diesen «Trouvaillen», wie Willimann es nennt, ist er in der ganzen Schweiz herumgekurvt und hat sich die Stücke aus zweiter Hand besorgt. «Das kam günstiger als Neuanschaffungen und war ausserdem ein grosser Spass.» Die knallbunten Glaselemente fallen in den sonst eher dezent gestalteten Zimmern auf und sind definitiv Geschmacksache. Willimann freut's: «Wir spielen gerne damit, brechen mit Konventionen und bringen unseren eigenen Stil ein.»

Für die optische Gestaltung des Hotels haben die beiden Betreiber ein eingespieltes Duo ins Boot geholt. Die Künstlerin Nina Staehli und den Designer Daniel Hunziker. Zu viert haben sie schon mehrere Projekte realisiert, beispielsweise im Hotel Beau Séjour.

Marien als Stilmittel in der «Villa Maria»

Das Team hat die Villa im Eiltempo auf Vordermann gebracht. Etwa 200’000 Franken haben die Hoteliers in das neu gestaltete Hotel investiert. Renovationsarbeiten des Eigentümers waren bereits in Gange, als Berger und Willimann den Betrieb im Februar übernommen haben (zentralplus berichtete). Einige Anpassungen konnten sie im Prozess noch vornehmen, anderes, wie die Bodenbeläge, waren bereits fix.

«Für Prototypen war keine Zeit. Wir wussten erst, wie die Möbel wirken, als wir das Hotel einrichteten.»

Daniel Hunziker, Designer

Staehli hat sich die namensgebende Maria als Inspiration für eine Reliefserie genommen. «Ohne sie aber in einen religiösen Kontext zu setzen», sagt die Künstlerin. Rund 20 Malereien und eine ganze Palette von Skulpturen finden sich im Treppenhaus und den Zimmern.

«Die Möbel in allen Zimmern sind Einzelanfertigungen», sagt Designer Daniel Hunziker. «Meine Idee war es, Elemente der 50er-Jahre mit der Moderne zu verbinden», sagt er gegenüber zentralplus. Für seine Möbel hat Hunziker Schichtholz mit Eichenfurnier und pulverbeschichteten Stahl verwendet. Produziert hat sie die Schweizer Firma Girsberger. Der Zeitdruck hat sich auch hier bemerkbar gemacht: «Für Prototypen war keine Zeit. Wir wussten erst, wie die Möbel wirken, als wir das Hotel einrichteten», so Hunziker.

Die ersten Gäste stehen schon vor der Türe

«Das Hotel eignet sich für Leute, die es gerne ruhiger und privater mögen», sagt Berger. «Und kunstaffin sind», ergänzt Walter Willimann. Und tatsächlich macht das neu gestaltete Kleinhotel neugierig. Erste Reservationen seien bereits eingetroffen. Preislich bewegen sich die Zimmer für die Sommersaison je nach Grösse zwischen 160 bis 240 Franken pro Nacht.

Manuel Berger geht davon aus, dass sich vor allem Schweizer Gäste in die Betten legen werden. «Schon beim «Beau Séjour» machen Gäste aus dem Inland einen grossen Anteil aus. Das war auch schon vor Corona so.» Letztlich seien sie selbst gespannt, welches Klientel den Weg zur «Villa Maria» findet.

Die «Villa Maria» empfängt ab dem 1. Juli die ersten Gäste. Wer davor einen Blick in das stadtbekannte Haus werfen will, hat am Mittwoch, 29. Juni, von 14 bis 22 Uhr während eines «Open House»-Events die Gelegenheit dazu.

Verwendete Quellen
  • Augenschein vor Ort
  • Gespräche mit Nina Staehli, Daniel Hunziker, Manuel Berger, Walter Willimann
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