Werben trotz Overtourism?

Luzerner Professor fordert Umdenken bei Tourismusverbänden

Braucht es wirklich Werbung, um immer mehr Touristen zum Löwendenkmal zu locken? (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Schweiz Tourismus hat den Auftrag, Gäste ins Land zu locken. Dementsprechend viel Geld steckt der Verband ins Marketing. Im Zuge der Overtourism-Debatte fordern Experten nun andere Herangehensweisen.

Eigentlich sollen Tourismusverbände möglichst viele Gäste ins Land locken. Jährlich gibt Schweiz Tourismus am meisten Geld für «Standortpromotion» aus. Doch im Zuge von «Overtourism»-Debatten erntet diese Herangehensweise Kritik von Tourismusexperten, wie der «Blick» schreibt.

So wirft etwa Monika Bundi, Leiterin Forschungsstelle Tourismus an der Universität Bern, die Frage auf, ob es überhaupt noch Marketing bräuchte. Und wenn ja, welches. In Zeiten von Social Media bräuchten typische Foto-Sujets und «Hot-Spots» wie das Matterhorn eigentlich kaum Werbung. Vielmehr sollte man touristische Randregionen bewerben. In die gleiche Kerbe haut Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Tourismus und Mobilität an der Hochschule Luzern. Wenn Geld in Werbung fliessen sollte, dann vor allem, um Touristinnen besser räumlich und zeitlich zu lenken.

In Luzern hat sich beispielsweise im Zuge einer Bevölkerungsumfrage gezeigt, dass Einheimische sich vor allem an grossen Reisegruppen und der überfüllten Altstadt stören (zentralplus berichtete). Den Wink hat auch Luzern Tourismus aufgenommen. Zwar will der Verband die Werbung für Fernmärkte wie Asien oder Amerika nicht ganz herunterfahren. Jedoch die Touristengruppen besser verteilen. In Luzern wirbt der Tourismusverband künftig mehr für Regionen abseits des Zentrums, etwa Entlebuch, Sursee oder Willisau (zentralplus berichtete). Und wie Liên Burkard, Sprecherin von Schweiz Tourismus, gegenüber dem «Blick» sagt, werben sie auch mehr für die Wintersaison.

Verwendete Quellen
  • Artikel im «Blick»
  • Medienarchiv zentralplus
  • Artikel im «Blick»
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