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2:1-Heimsieg über den SC Bern
Tor oder Schmerz: Wehe, wenn die EVZ-Verteidiger treffen!

  • Lesezeit: 4 min
Sein zweiter Saisontreffer bedeutet das Siegtor gegen den SCB: EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf dreht jubelnd ab.
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Sein zweiter Saisontreffer bedeutet das Siegtor gegen den SCB: EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf dreht jubelnd ab. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Die Verteidiger haben einer reifen Teamleistung des EV Zug den Stempel aufgedrückt. Nicht nur, weil Samuel Kreis und Dominik Schlumpf die beiden Treffer zum 2:1-Sieg über den SC Bern erzielten. Wenn der schwedische Defensivstratege Niklas Hansson Mass nahm, tat es gar richtig weh. Das Eis musste vom Blut gereinigt werden.

Drei Törchen in einem Eishockeyspiel lassen für gewöhnlich eher auf ein Geknorze als auf ein Spektakel schliessen. Aber das 2:1 gegen jene Mannschaft, die dem aktuellen Meister in den Playoff-Finals von 2017 und 2019 noch das Nachsehen gegeben hatte, war eine Machtdemonstration der Zuger. Ihr Sieg hätte wegen des deutlichen Chancenplus höher ausfallen müssen.

Die Berner packten gleich zu Beginn ihr altbewährtes Rezept aus. Sie versuchten, den Gegner mit Härte aus der Fassung zu bringen. Doch die Zuger liessen sich weder einschüchtern noch provozieren. Nach dem biblischen Motto «Auge um Auge, Zahn um Zahn» zahlten sie kernige Checks mit kernigen Checks heim.

Und legten zudem den Vorwärtsgang ein. Mit Erfolg. EVZ-Verteidiger Samuel Kreis traf über die Fanghand des SCB-Goalies Daniel Manzato hinweg zum 1:0 (7.). Als sich Zugs Genius Jan Kovar, der sich allmählich seiner Topform nähert (zentralplus berichtete), kurz vor der Pause den Puck in der eigenen Zone angelte und mit einem feinen Pass Verteidiger Dominik Schlumpf alleine auf die Reise schickte, wurde der Vorsprung auf zwei Tore erhöht.

Ungeschlagenheit von EVZ-Goalie endet nach gut 95 Minuten

Das 2:0 sollte bereits der Siegtreffer sein und die Punkte 58, 59 und 60 für den EVZ im 29. Qualifikationsspiel bedeuten. Aber SCB-Captain Simon Moser verkürzte in der ersten Minute nach Wiederaufnahme des Spiels auf 1:2, als Kreis auf der Strafbank sass.

«Wenn vorne die Pucks nicht reinfallen wollen, dann musst du in der eigenen Zone mit oder ohne Scheibe Herr der Lage sein.»

EVZ-Meistertrainer Dan Tangnes

Aber der Anschlusstreffer beendete letztlich bloss die 95 Minuten und 16 Sekunden andauernde Ungeschlagenheit von EVZ-Goalie Leonardo Genoni. Das wird dieser nach dem 5:0 im letzten Spiel in Langnau verschmerzen können. «Wenn vorne die Pucks nicht reinfallen wollen, dann musst du in der eigenen Zone mit oder ohne Scheibe Herr der Lage sein. Und das waren wir», lobte Meistertrainer Dan Tangnes die Seinen.

Auch wenn ein Torfestival ausblieb: Es war eine reife Leistung, die der EV Zug den 7’069 Zuschauern in der Bossard-Arena bot. Dabei kam erstmals in dieser Saison die 2G-Regel beim Einlass zur Anwendung (zentralplus berichtete).

Weiterer Schaden für das Gebiss eines EVZ-Stürmers

Im Kopf von Niklas Hansson wird der Match wohl noch aus einem anderen Grund nachhallen. Auch zwei seiner Abschlüsse waren Volltreffer – wenn auch nicht so, wie das der schwedische Defensivstratege mit seinen bislang 6 Toren und 16 Assists beabsichtigt hatte. Wehe, wenn die EVZ-Verteidiger Mass nehmen!

«Ich fühlte mich wirklich schlecht, so willst du keinen Teamkollegen sehen. Umso grösser war meine Freude, als Carl Klingberg später zurückkehrte.»

EVZ-Verteidiger Niklas Hansson

Als Hansson in der 25. Minute von der blauen Linie feuerte, wurde sein Schuss von einem Gegenspieler abgelenkt und landete ausgerechnet im Gesicht von Teamkollege und Landsmann Carl Klingberg. Das Blut tropfte aus seinem Mund, das Eis musste davon befreit werden. Der Teamarzt der Zuger bestätigte hinterher, dass der Stürmer an der Lippe genäht werden musste.

Was er nicht sagte: Das Gebiss von Carl Klingberg erlitt offenbar weiteren Schaden. Er musste schon an dieser Champions League ein paar Zähne lassen (zentralplus berichtete).

Der EVZ-Publikumsliebling beweist Nervenstärke

Schon auf dem Eis war Hansson anzumerken, dass ihm nirgends recht war. Er eilte sofort zu seinem schmerzhaft getroffenen Teamkollegen, aber im Gegensatz zur medizinischen Abteilung der Zuger konnte er in dieser Situation nichts für Carl Klingberg tun.

Hinterher sagte Hansson zu zentralplus: «Ich fühlte mich wirklich schlecht, so willst du keinen Teamkollegen sehen. Umso grösser war meine Freude, als Carl Klingberg später zurückkehrte.»

Und das noch vor Ablauf des Mitteldrittels. Mit neuem Dress, der Nummer 98 und einem Gitter zum Schutz seines abermals in Mitleidenschaft gezogenen Mundes. Aber schon zum letzten Drittel tauchte Carl Klingberg mit seinem gewohnten Helm mit Plexiglas zum Schutz der Augenpartie auf. Man kann nicht in Abrede stellen, dass der Zuger Publikumsliebling Nervenstärke beweist. Und offensichtlich keine Angst kennt.

Hansson erwischt wenig später auch noch den SCB-Goalie

Aber bleiben wir bei Niklas Hansson: Das war bloss der erste Erzählstrang seines Auftritts an diesem Freitagabend. Sechs Minuten nach dem unglücklichen Abschuss von Carl Klingberg zwang der EVZ-Verteidiger auch SCB-Goalie Daniel Manzato in die Knie. Sein Abschluss aus spitzem Winkel traf den Routinier im Nackenbereich.

Nach einer Pflege ging es auch für den zunächst benommen liegen gebliebenen Manzato weiter. «Leider passiert im Eishockey, was mir an diesem Abend zweimal widerfahren ist», bedauerte Hansson. Aber er tröstete sich damit, dass «wir als Team einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht haben».

Die Marschrichtung nach dem ersten Gipfelsturm in der Klubgeschichte seit 23 Jahren kann nur heissen: erfolgreiche Titelverteidigung.

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