Theater mit zwei Meter Abstand? «Geht nicht», sagt der Intendant
  • Kultur
Benedikt von Peter ist Intendant des Luzerner Theaters. (Bild: Vanessa Püntener)

Konzept für Theater und Konzerte vorgestellt Theater mit zwei Meter Abstand? «Geht nicht», sagt der Intendant

2 min Lesezeit 1 Kommentar 22.05.2020, 15:15 Uhr

Ab dem 8. Juni sollen sich wieder mehr als fünf Personen treffen dürfen. Dass die Abstandsregeln dabei strikte eingehalten werden können, erachten die Veranstalter als unrealistisch. Der Intendant des Luzerner Theaters apelliert an den gesunden Menschenverstand.

Viele Chöre, Bands, Tanz- und Theatergruppen freuen sich: Sie dürfen ab dem 8. Juni auch dann wieder proben, wenn ihre Gruppe grösser als fünf Personen ist. Vorausgesetzt, es ist genügend Platz da, um den 2-Meter-Abstand aufrechtzuerhalten.

Im Prinzip sind dann auch wieder Veranstaltungen möglich. Doch da wird es rasch tricky: Veranstaltungen ja, aber unter Einhaltung der Zweimeter-Regel? Die Theater-, Konzert- und Veranstaltungsbetriebe legen dem Bundesrat nun ihr Schutzkonzept vor.

Zwei-Meter-Regel ist nicht strikt durchsetzbar

Darin wird vorgeschlagen, die Regel nicht ganz so eng zu sehen. «Die Durchsetzung der generellen Abstandsregel hätte für den kulturellen Bereich der Schweiz schwerwiegende Folgen», steht in dem Konzept.

Wenn die zwei Meter auch auf den Rängen eingehalten werden müssten, lohnt sich laut Benedikt von Peter, Intendant des Luzerner und des Theaters Basel, bei vielen Theatern die Öffnung gar nicht erst. Er verweist im Gespräch mit dem «Blick» auch auf viele kleinere und Landtheater.

Das Theater ist kein Restaurant

Während die Aufführungen noch im «Corona-Modus» durchgeführt werden könnten, wird es hinter der Bühne, im Zuschauerraum oder in den Pausen so oder so eng. Im Theater arbeiten Coiffeure, Maskenbildner oder Schreiner. Während der Schreiner leicht auf den nötigen Abstand gehen kann, ist es bei anderen Berufsgruppen schwieriger. Eine einheitliche Schutzverordnung sei deshalb schlicht nicht möglich, heisst es im Konzept.

Der Theatermacher appelliert an den gesunden Menschenverstand: «Wo immer es geht, gilt die Zwei-Meter-Abstandsregel», so von Peter. «Im Theater spricht niemand, es ist still und alle sitzen hintereinander. Es ist nicht wie im Restaurant, wo gegessen und interagiert wird», sagt er. Deshalb erachtet er einen Abstand von zwei Meter nicht als zwingend.

Partygänger kommen wohl erst im Herbst auf ihre Kosten

Während man bei Theater und Orchesterkonzerten mit Sitzplätzen, Spuckschutz und Bodenmarkierungen die Abstandsregel noch einigermassen umsetzen kann, stellt sich bei anderen Veranstaltern die Frage, ob ein Betrieb mit Auflagen überhaupt Sinn macht.

Schliesslich suchen die Besucher in der Disco oder beim Rockkonzert auch das gemeinsame Erlebnis. Der Clubbetrieb mit Tanz, DJs und Pogo-Konzerten wird aber wohl erst dann möglich sein, wenn Grossveranstaltungen wieder erlaubt sind. Denn spätestens dann macht die Zwei-Meter-Regel definitiv keinen Sinn mehr. Die meisten Veranstalter hoffen, dass dies im Herbst der Fall sein wird.

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1 Kommentare
  1. mebinger, 24.05.2020, 13:25 Uhr

    Ich frage mich immer wieder wann hört der Irrsinn auf und wann bekommen wir wieder etwas gesunden Menschenverstand geschenkt, wir haben nicht das Geld oder die Nerven bei jeder Virensaison alles monatelang still zu legen und uns von unfähigen Virologen beraten zu lassen. Die schon 2004 und 2009 völlig falsch lagen

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