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Testfahrt: zentralplus beradelt den neuen «Kulturhighway»
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Auf die Plätze, fertig, los: Der neue Weg startet beim Neubad (ganz rechts im Bild) und endet in Horw. (Bild: Luca Wolf)

Videobeweis: In 3 Minuten von Luzern nach Horw Testfahrt: zentralplus beradelt den neuen «Kulturhighway»

5 min Lesezeit 03.10.2016, 12:30 Uhr

Früher als erwartet soll der neue Fuss- und Veloweg von der Stadt bis an die Horwer Gemeindegrenze eröffnet werden. zentralplus hat die zwei Kilometer lange Strecke auf dem ehemaligen Zentralbahn-Gleis auf dem Velo filmend getestet. Und ist bei der Recherche auf spannende Infos gestossen.

Kein «Highway to Hell», aber ein «Highway zum Südpol» entsteht derzeit in Luzern. Und er wird womöglich nicht erst nächsten Frühling eröffnet, wie ursprünglich kommuniziert, sondern schon im Dezember. Daniel Nussbaumer leitet seitens der Stadt Luzern das Projekt. Er sagt: «Wir sind dank des schönen Wetters etwas schneller vorangekommen als geplant. Wenn das Wetter mitspielt, könnten wir die Strecke eventuell im Dezember freigeben.» Ganz fertig wäre der zwei Kilometer lange Fuss- und Gehweg dann jedoch noch nicht. Im Frühling müsste noch ein letzter Belag eingebaut werden.

Möglich geworden ist das Projekt, weil die Zentralbahn von/nach Ob- und Nidwalden 2012 ab ZB-Haltestelle Kriens-Mattenhof via Allmend zum Bahnhof unterirdisch verlegt wurde.

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Von Kulturhaus zu Kulturhaus

Von der Kulturszene hat der Weg bereits den Übernamen «Kulturhighway» verpasst bekommen. Denn die Strecke ermöglicht eine direktere und dadurch schnellere Verbindung zwischen der Zwischennutzung Neubad in der Stadt und dem Kulturhaus Südpol in Kriens. Und damit auch zwischen Luzern, Kriens und Horw. Von der ZB-Haltestelle Kriens-Mattenhof führt das Velonetz direkt weiter nach Horw oder in den Krienser Schlund.

Rot eingezeichnet ist der neue Velo-/Fussweg. Die rosa Pfeile zeigen an, wohin die Velofahrt anschliessend weitergeführt werden kann (Bild: Google Maps/zentralplus).

Rot eingezeichnet ist der neue Velo-/Fussweg. Die rosa Pfeile zeigen an, wohin die Velofahrt anschliessend weitergeführt werden kann (Bild: Google Maps/zentralplus).

Befahren (noch) verboten

Aktuell wird entlang der Strecke noch gearbeitet. Befahren werden darf sie deshalb noch nicht. zentralplus aber hat an einem arbeitsfreien Samstag – mit freundlicher Ausnahmebewilligung der Stadt – eine erste Testfahrt absolviert. Wir sind vom Bahnhof Kriens-Mattenhof, der direkt an der Horwer Gemeindegrenze liegt, mit dem Velo losgeradelt und haben die ganze Fahrt bis in die Stadt Luzern gefilmt.

Hier geht’s zum Video der Velofahrt. Wir zeigen den 15-minütigen Film gerafft in drei Minuten. Das kann womöglich für etwas Kopfschmerzen sorgen …:

Soundtrack: Jesse Spillane

Auch Musikstudenten profitieren

Fazit: ganz schön cool! Wobei der Weg von Kriens-Mattenhof via Südpol und Allmend jedem Velofahrer bereits bekannt ist – es führt dort schon heute, nur wenige Meter neben dem neuen Weg, ein schönes Fussgänger-/Velosträsschen entlang. Neu aber gibt es unter anderem beim Südpol eine direkte Ausfahrt. Davon werden auch die Studenten der Musikhochschule, die nächstens neben dem Südpol realisiert wird, profitieren.

So sah es nach der Demontage der alten Zentralbahn-Gleise aus (Bild: zVg).

So sah es nach der Demontage der alten Zentralbahn-Gleise aus (Bild: zVg).

Richtig spannend (und zeitsparend) wird unsere Fahrt erst nach der ersten von drei Strassenquerungen bei der Eichwaldstrasse. Denn ab Eichwaldstrasse fährt man auf dem alten ZB-Trassee mitten durch ein Wohnquartier, das man aus dieser Perspektive noch nie gesehen hat. Es ist, als entdecke man einen neuen Stadtteil: neue Häuserfassaden, neue Geschäftsschilder, neue Gärten. Und das alles ganz ohne Motorenlärm.

60 Prozent weniger Strom

Die Anwohner der neuen Verbindung freuen sich seit der Tieflegung zwar über viel weniger Zuglärm direkt vor der Haustür. Dafür müssen sie hinnehmen, dass bald vorbeiflanierende Fussgänger und Velofahrer in die vielen Gärten und Wohnungen entlang der Strecke äugen. Zudem muss der «Kulturhighway» nachts beleuchtet werden. Hier hat die Stadt aber eine, nicht nur für die Anwohner, schonende Variante ausgewählt. Auch die Umwelt wird nur sanft belastet. Denn zum Einsatz kommen ökologische LED-Leuchten. «Damit können wir rund 60 Prozent Energie sparen und auch die Lichtverschmutzung wird reduziert», sagt Oliver Allemann von Energie Wasser Luzern (EWL), welche für die Beleuchtung verantwortlich sind (siehe Box).

So sah es auf der Strecke aus, als die Zentralbahn noch durchfuhr (Bild: zVg).

So sah es auf der Strecke aus, als die Zentralbahn noch durchfuhr (Bild: zVg).

Markierung soll für Frieden sorgen

Die freie und gefahrlose Fahrt, parallel zur Quartierstrasse, ist auch das Highlight auf dem letzten Abschnitt unserer Velotestfahrt. Vom Übergang bei der Moosmattstrasse bis zum Neubad an der Sternmattstrasse geniessen wir ausgiebig das sorglose Cruisen.

Apropos sorglos: Damit sich Velofahrer und Fussgänger nicht in die Quere kommen, wird vorgesorgt. Eine aufgemalte Markierung unterteilt den Weg in eine drei Meter breite Velospur und eine zwei Meter breite Fussgängerpromenade.

Blick von der Moosmattstrasse Richtung Kriens/Eichwaldstrasse (Bild: lwo).

Blick von der Moosmattstrasse Richtung Kriens/Eichwaldstrasse (Bild: lwo).

Fünf Minuten Zeitgewinn

Vom Neubad aus ist man dann per Velo in drei Minuten am Bahnhof. Insgesamt dürfte sich die Fahrzeit durch die neue Verbindung von etwa 15 Minuten auf zehn Minuten reduzieren. Obacht geben muss man jedoch immer noch: An den drei Strassenquerungen herrscht gerade zu Stosszeiten viel Verkehr. Ein kurzer Stopp, luege, lose, radle – und der Spass wird nicht durch einen hässlichen Crash getrübt.

Smarte Beleuchtung schont Umwelt

Oliver Allemann von EWL erklärt das Prinzip der «intelligenten Beleuchtung» entlang des neuen Fussgänger- und Veloweges: «Wenn sich Verkehrsteilnehmende den Leuchten nähern, werden sie von einem Sensor erfasst. Die Leuchte erhöht die Lichtleistung von 10 auf 100 Prozent.» Dies wird mittels Funk übermittelt. Sobald die Person das Gebiet der Leuchte verlassen hat, wird das Licht laut Allemann wieder gesenkt. «Die nächste LED-Lampe, welche schon mit 100 Prozent leuchtet, sendet das Signal weiter. Die Person bewegt sich somit ständig in optimalem Licht, ohne dass aber der ganze Weg dauernd beleuchtet werden muss.»

Das kostet zwar in der Beschaffung etwas mehr – 200 Franken für jede der insgesamt 85 Leuchten –, dafür fällt die Stromrechnung tiefer aus. Die Kosten für den neuen Weg betragen total 4,8 Millionen Franken. Daran zahlen die Stadt, der Bund und Kriens einen Anteil.

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