News aus der Region
«Technisch Machbares darf nicht einfach gemacht werden»
  • Aktuell
Peter G. Kirchschläger findet klare Worte zur 5G-Diskussion. (Bild: pgu)

Luzerner Professor kritisiert 5G Antennen «Technisch Machbares darf nicht einfach gemacht werden»

2 min Lesezeit 2 Kommentare 31.07.2020, 21:05 Uhr

Der Ausbau des Mobilfunknetzes mit 5G-Antennen polarisiert. Nun äussert sich ein Professor für Theologische Ethik der Universität Luzern zu der hitzigen Debatte.

5G Antennen polarisieren. Die Befürworter sprechen vom nächsten, nötigen Schritt im Bereich der Telekommunikation, für Gegner sind sie ein Gesundheitsrisiko. In den letzten Monaten wurden vermehrt Stimmen laut – auch von Gemeinden, die sich gegen den Ausbau richten. (zentralplus berichtete).

Am Freitag publizierte die Luzerner Zeitung ein Interview mit Peter G. Kirchschläger, Professor für Theologische Ethik an der Universität. Darin äussert er sich kritisch und aus ethischer Sicht zum geplanten 5G-Ausbau.

Gesundheit geht vor

Kirchschläger vertritt die Meinung, dass jede Innovation konsequent überprüft werden muss, ob sie aus ethischer Sicht wirklich sein soll oder nicht. «Nur weil etwas technisch machbar ist, soll es noch lange nicht sein», sagt Kirchschläger gegenüber der Zeitung und nennt ein extremes Beispiel: Die Atombombe.

Einer der Hauptkritikpunkte der Gegner ist die Auswirkungen von 5G-Strahlen auf die Gesundheit. Die Strahlenwerte seien noch zu wenig untersucht worden. Einwohnerrat Peter Stofer von den Grünen kritisierte beispielsweise die «überstürzte Einführung» der «noch unerprobten Funktechnologie» (zentralplus berichtete).

Wissenschaftliche Studien fehlen noch

Kirchschläger bezieht im Interview eine ähnliche Position: «Die Auswirkungen von 5G auf die menschliche Gesundheit sind noch viel zu wenig erforscht, wie unter anderem die US-amerikanische Gesundheitsbehörde festgehalten hat.» Er vergleicht das Vorgehen des 5G-Ausbaus mit der Markteinführung eines neuen Medikaments. «Das Medikament würde ja auch nicht zugelassen werden, bevor nicht sorgfältig die Folgen für die menschliche Gesundheit überprüft worden sind.»

Thematisiert wurde in der Luzerner Zeitung auch die Frage der durch den Bau möglicherweise entstehenden Arbeitsplätze. Für Kirchschläger steht dabei die Würde und Gesundheit des Menschen im Vordergrund: «Wenn durch die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen die Gesundheit von Menschen geschädigt und die Menschenwürde von Menschen verletzt wird, dann ist diese Form der Arbeitsplatzschaffung illegitim.» Zudem sei auch auf elektrosensible Menschen Rücksicht zu nehmen.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

2 Kommentare
  1. Andreas Peter, 01.08.2020, 12:16 Uhr

    Jetzt konsultieren wir wieder Theologen zu wissenschaftlichen Fragen?
    Mit Siebenmeilenstiefeln zurück ins Mittelalter?
    Vielleicht sollten wir auch dem geozentrischen Weltbild wieder eine Chance geben und Darwin war sowieso doof.

    1. Billie Holiday, 01.08.2020, 21:56 Uhr

      Meine Worte. Was für eine unglaubliche Arroganz überhaupt, sich als „Ethiker“ zu bezeichnen und andrer Leute Arbeitsplätze madig zu machen, um sich selber ins Brot zu setzen.

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.