Tassnim-Orient-Wirt: «Der Zusammenhalt ist jetzt wichtig»
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Jaber Abbas blickt trotz Corona optimistisch in die Zukunft. (Bild: chb)

Arabische Gäste fehlen wegen Corona Tassnim-Orient-Wirt: «Der Zusammenhalt ist jetzt wichtig»

3 min Lesezeit 24.07.2020, 17:11 Uhr

Jaber Abbas führt seit gut zehn Jahren das libanesische Restaurant Tassnim Orient in Luzern. Der coronabedingt ausbleibende Tourismus trifft ihn hart. Er musste bereits zwei Mitarbeitende entlassen, gibt aber die Hoffnung nicht auf.

Wir treffen den aus dem Libanon stammenden Wirt in seinem Lokal Tassnim Orient an der Zürichstrasse 36 in Luzern. Die Schutzmassnahmen des Bundes hat er sehr ernst genommen. Die Tische stehen auseinander, sind durch Plastikplanen voneinander getrennt. Beim Eingang steht Desinfektionsmittel bereit.

Sein Lokal sei gleich am ersten Tag nach dem Lockdown von den Behörden kontrolliert worden, sagt der Wirt. Abbas begrüsst die Strenge der Vorschriften: «Wir sollten zwar keine Angst haben, müssen aber sehr vorsichtig sein. Die Gesundheit von uns allen geht jetzt vor.»

Die arabischen Touristen fehlen

Unmittelbar nach der Lockerung des Lockdowns seien die Gäste nur zögerlich gekommen. Noch überwog die Vorsicht. Rege genutzt wurde in diesen Tagen aber das Take-away-Angebot. Seit rund drei Wochen würden sich die Gäste wieder vermehrt an die Tische trauen.

«Es geht hier um mein Leben und das meiner Mitarbeiter. Wir alle haben Familien.»

Wirt Jaber Abbas

Seine Gäste seien grundsätzlich bunt gemischt, Einheimische und Touristen jeglichen Alters. Im Sommer seien es aber mehrheitlich Touristen aus dem arabischen Raum, die für den Umsatz sorgen. «Ich betreibe das einzige libanesische Lokal in der Gegend», sagt Abbas. Deswegen sei sein Lokal bei Gästen aus Dubai, Qatar, Oman und anderen Ländern des Orients sehr beliebt. Wegen dem brachliegenden Tourismus fällt dieser Ansturm nun aus – und hinterlässt ein grosses Loch in der Kasse. Abbas rechnet für dieses Jahr mit Umsatzeinbussen von mindestens 70 Prozent.

Ungewissheit wiegt schwer

Jetzt setzt Abbas auf die einheimischen Gäste: «Wichtig ist, dass wir nun alle zusammenhalten.» Er selbst gehe zurzeit auch in lokalen Restaurants essen und bleibt über die Ferienzeit hier. Um mehr Reichweite zu schaffen, hat er Flyer drucken und verteilen lassen. Mit Erfolg: «Ich habe nun Gäste, die extra aus Wil, Solothurn oder Einsiedeln kommen», erzählt er freudig.

Trotzdem wäre ein Konkurs noch immer möglich. Die Ungewissheit mache es nicht einfach. Zwei seiner Mitarbeiter musste er schon entlassen, die verbleibenden zwei seien momentan für Kurzarbeit angemeldet. Mit dem Vermieter laufen derzeit noch Gespräche über eine Mietzinsreduktion. Andere Unterstützung habe er von der Stadt noch nicht bekommen.

Optimismus ist gefragt

Trotz der prekären Lage gibt er nicht auf. «Es geht hier um mein Leben und das meiner Mitarbeiter. Wir alle haben Familien.» Wichtig ist für ihn im Moment Geduld und Optimismus. Und beides scheint Abbas zu haben. «Um sich nach einer Krise zu erholen, braucht es Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen. Und ich glaube, dass nächstes Jahr alles besser wird.»

Das Restaurant befindet sich an der Zürichstrasse 36. (Bild: Google Maps)

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