Tännler erwartet Pleiten im Crypto Valley – das soll aber gesund sein
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Finanzdirektor Heinz Tännler erwartet Konkurse im Crypto Valley. (Bild: zvg)

50 bis 100 Zuger Unternehmen droht Konkurs Tännler erwartet Pleiten im Crypto Valley – das soll aber gesund sein

2 min Lesezeit 4 Kommentare 11.08.2020, 15:07 Uhr

Die Corona-Krise entwickelt sich für viele Jungunternehmer in Zug zur Bewährungsprobe. Viele Finanzierungen wurden verschoben oder abgesagt. Der Kanton hilft mit 15 Millionen Franken.

Noch im Juni zeigte sich Crypto-Unternehmer Mathias Ruch sehr optimistisch: Das Voranschreiten von bargeldlosen Zahlungen und Homeoffice im Zuge der Corona-Krise würde den Zuger Start-ups in die Hände spielen. Zudem konnte alt Bundesrat Johann Schneider-Ammann als Unterstützer für das Crypto Valley gewonnen werden. Gar ein neuer Boom werde erwartet (zentralplus berichtete).

Nun, ganz so rosig entwickelt sich die Sache im Vorzeige-Technologie-Cluster in Zug nicht. «Es wird viel abgeklärt. Viele Finanzierungen wurden in der aktuellen Krise verschoben oder ganz abgesagt», weiss Heinz Tännler (SVP), der Präsident der Swiss Blockchain Federation und Finanzdirektor des Kantons Zug gegenüber der «Bilanz».

Steuern ab 2021 mit Bitcoin bezahlen?

Von den 15 Millionen Franken, die der Kanton Zug zusätzlich zu den Hilfsgeldern des Bundes Blockchain-Unternehmungen zur Verfügung stellt, sind laut Tännler 4 Millionen Franken bereits vergeben. 40 Anträge wurden gestellt, die Anfragen lagen zwischen 25’000 und 700’000 Franken. Ausbezahlt werden bis zu einer Million Franken pro Unternehmen. Tännler rechnet damit, dass insgesamt rund 14 Millionen Franken ausbezahlt werden.

Mit Pleiten rechnet Tännler trotzdem. Von den rund 600 Firmen könnten 50 bis 100 Konkurs gehen. Je nach Lage würden im nächsten Jahr weitere hinzukommen. Von einem «Start-up-Sterben» will Tännler offenbar nicht reden, sondern eher von einer gesunden Bereinigung: «Diejenigen, die aufgeben, hätten das wohl früher oder später auch ohne Krise getan», so der Finanzdirektor.

Derweil bleibt der Kanton Zug seiner offensiven Blockchain-Strategie treu: Im besten Fall ab 2021 könnte es möglich sein, Steuern mit den Kryptowährungen Bitcoin und Ether zu bezahlen. «Wir testen jetzt und entscheiden im Herbst», sagt Tännler gegenüber der «Bilanz». 

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4 Kommentare
  1. Gery Blum, 11.08.2020, 21:26 Uhr

    Warum.die Medienschaffenden? So wie ich das lese, sind das Aussagen von Tännler. Oder stellen die Medien die 15 Mio bereit? So viel Geld haben die eh nicht!!

  2. Kasimir Pfyffer, 11.08.2020, 18:38 Uhr

    Kryptowährungen sind super, um
    – schmutziges Geld zu verstecken
    – dito zu waschen
    – die „wirtschaftlich Berechtigten“ von Vermögenswerten zu verstecken
    – Vermögen für die Steuererklärung zu „vergessen“
    – Gierige Kleinanleger auszunehmen und deren Geld zu verbrennen
    – fürstliche Löhne, Spesen plus Boni zu beziehen ohne jede echte Leistung
    Mit anderen Worten: Schwarzgeld 2.0. Judihui, das Geschäftsmodell des Kantons Zug ist gerettet! Also, nicht blöd meckern wegen den 15 Milliönchen, das ist nur Wirtschaftsförderung.

  3. Richard $choll, 11.08.2020, 18:06 Uhr

    Herrlich, und wieder darf spekuliert werden. Nur nicht geduldige den Gang der Dinge abwarten. Hauptsache, unsere Medienschaffenden wissen, wo es lang geht.

  4. Matthias Jauch, 11.08.2020, 15:44 Uhr

    …Von den 15 Millionen Franken, die der Kanton Zug zusätzlich zu den Hilfsgeldern des Bundes…
    Sorry, aber wie korrupt ist dieser Kanton heute schon?
    Herr Tännler, erinnern Sie sich an meinen Disput mit Ihnen und Ihrem IT-Verantwortlichen, Herr Schuler?
    Diese, auch Ihre, Kantonsregierung kotzt mich an.
    Sie haben aus dem Fall Crypto AG weder etwas gelernt, noch scheint mir dass Sie nach wie vor auf der Fifa-Linie sind.
    Es ist Zeit: Zuger Bürger wehret Euch!

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