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SVP-Präsident greift zum Zweihänder
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Die grosse Frage: Wer ersetzt Paul Winiker im Krienser Gemeinderat? Die bisherigen Krienser Gemeinderäte von links nach rechts: Lothar Sidler, Matthias Senn, Judith Luthinger-Senn, Cyrill Wiget, sowie ganz rechts Gemeindeschreiber Guido Solari. (Bild: Fotomontage les)

Wahlkampf in Kriens immer hitziger SVP-Präsident greift zum Zweihänder

3 min Lesezeit 08.07.2015, 16:36 Uhr

Der Sitz von Regierungsrat Paul Winiker im Gemeinderat Kriens muss neu besetzt werden. Die SVP will den Sitz mit Patrick Koch verteidigen. Doch CVP und FDP betrachten ihn als nicht wählbar. Darüber, welche Qualitäten ein Gemeinderat mitbringen muss, entsteht nun eine veritable Schlammschlacht. Und auch der höchste Krienser mischt mit.

In Kriens kochen die Emotionen hoch. Es geht darum, welche Kandidaten das nötige Rüstzeug für das Amt des Gemeinderates mitbringen. Während bisher vor allem SVP-Kandidat Patrick Koch von den Mitteparteien angegriffen wurde, geht SVP-Präsident Peter Portmann nun zum Angriff auf deren Kandidaten über. Und startet eine Schlammschlacht auf Facebook. Pikant: Portmann ist gleichzeitig Einwohnerratspräsident der Gemeinde Kriens.

SVP macht Anspruch deutlich

Doch erst ein Überblick: Die Ausgangslage für die Ersatzwahl des Krienser Gemeinderat gestaltet sich äusserst spannend. Während die beiden bisherigen Gemeinderäte Matthias Senn (FDP) und Cyrill Wiget (Grüne) um das Präsidium streiten, kandidieren gleich drei Kandidaten für den freiwerdenden Sitz im Gemeinderat.

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Bereits die Nominierungen der Kandidaten sorgten für reichlich Zündstoff. Die SVP, um «deren» Gemeinderatssitz sich der Streit dreht, wurde von CVP und FDP mächtig unter Druck gesetzt, einen valablen Kandidaten zu präsentieren (zentral+ berichtete). Bei der SVP wurden mehrere Kandidaten gehandelt (zentral+ stellte das SVP-Kandidatenkarusell vor). Der Entscheid fiel schliesslich auf den Einwohnerrat und SVP-Hardliner Patrick Koch. «Der Anspruch der SVP auf den Gemeinderatsitz ist gegeben – mit allen Kandidaten. Schliesslich sind wir die wählerstärkste Partei», äusserte sich damals SVP-Präsident Peter Portmann zu den Vorbehalten der anderen Parteien (zentral+ berichtete).

Mitteparteien schicken Herausforderer ins Rennen

Die CVP reagierte prompt und hat ihren Präsidenten Franco Faé ins Rennen geschickt, da Koch «die Vorraussetzungen für das Amt» nicht erfüllen würde (zentral+ berichtete). Für rote Köpfe sorgte aber insbesondere die Kandidatur von FDP-Mann Simon Konrad. Um diesen war eine «wilde Lügengeschichte» entstanden, weil er sich im Vorfeld bei der SVP als Kandidat angeboten hatte. Mit den happigen Vorwürfen konfrontiert, sprach Konrad allerdings eher von einem Flirt (zentral+ berichtete). Angesichts der beiden Gegenkandidaten tauchten auch bei der SVP Gerüchte über einen allfälligen Austausch des Kandidaten auf – diese bestätigten sich jedoch nicht (zentral+ berichtete).

Drei bürgerliche Parteien streiten sich also um einen freien Sitz. Wer welche politischen Ziele verfolgt, wurde bisher aber überhaupt nicht diskutiert. Vielmehr gibt zu reden, was einen Kandidaten zum Amt des Gemeinderates berechtigt. Während CVP und FDP dem SVP-Kandidaten Patrick Koch diese Qualität abgesprochen haben, liess sich die SVP – bis jetzt – nicht auf dieses Spiel ein und stärkte ihrem Kandidaten den Rücken. Nun hat SVP-Präsident Portmann den Zweihänder hervorgeholt und zieht auf Facebook über die beiden Herausforderer her.

Ziemlich heftig kritisiert der SVP-Parteipräsident  die beiden Gegenkandidaten auf Facebook (Bild: facebook).

Ziemlich heftig kritisiert der SVP-Parteipräsident die beiden Gegenkandidaten auf Facebook (Bild: facebook).

Mehr Qualität? Fehlanzeige

SVP-Präsident Peter Portmann geht mit den Herausforderern hart ins Gericht. Als Verkäufer mit Problemen in ihren Geschäften würden Faé und Konrad auf die hochbezahlte Stelle im Gemeinderat schielen. Von Jobgeilheit bei FDP-Kandidat Konrad ist die Rede. Ist diese Wortwahl angebracht? Schliesslich ist Portmann nicht nur SVP-Präsident, sondern gleichzeitig Einwohnerratspräsident – höchster Krienser also. Für eine ausführliche Stellungsnahme war Portmann nicht erreichbar. Fest steht: die Nerven liegen blank. Patrick Koch arbeitet übrigens im Personalwesen der Post und als Berufsbildner am KV.

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