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Sven Sentelers Torflaute: «Es war wie verhext!»
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Zugs Torschütze Dominic Lammer (links) und Sven Senteler jubeln nach dem 0:2. Enttäuschung bei Genfs Daniel Vukovic und Torhüter Robert Mayer (Bild: Pascal Muller / EQ images )

Erster Treffer des EVZ-Stürmers seit September Sven Sentelers Torflaute: «Es war wie verhext!»

3 min Lesezeit 05.02.2018, 13:18 Uhr

Dank neun aufeinanderfolgenden Heimsiegen konnte sich der EV Zug den Heimvorteil für die Playoffs sichern und geht mit viel Selbstvertrauen in die  Olympia-Pause. Selbstvertrauen konnte am Wochenende auch ein Spieler tanken, dem das Pech zuletzt am Stock geklebt hat.


Es war an einem Septemberabend, dem ersten Dienstagsspiel der laufenden Saison. Die Erinnerungen an jene torreiche und nervenaufreibende Begegnung vor heimischer Kulisse gegen den Lausanne HC sind über viereinhalb Monate danach und kurz vor Ende der Qualifikation weitgehend verblasst. Schlussendlich setzten sich die Zuger in der Verlängerung mit 5:4 durch.

An jenem längst vergessenen Abend des 12. September erzielte Sven Senteler seinen ersten Saisontreffer – seither wartete er vergeblich auf seinen nächsten Treffer. Seine Durststrecke fand am vergangenen Freitag ihr langersehntes Ende.«Ich bin nicht gut in die Saison gestartet und danach immer weiter in eine Abwärtsspirale geraten»

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Im dritten Drittel im Spiel gegen die SCL Tigers netzte er endlich wieder ein. Die Erleichterung darüber war dem Flügelstürmer, der verdientermassen zum besten Spieler der Partie ausgezeichnet wurde, danach anzusehen. «Ich bin glücklich, dass ich mal wieder eine Scheibe ins Tor reingehauen habe», beschrieb er das Abfallen der wohl tonnenschweren Last. «Zuletzt war es wie verhext. Der Puck wollte einfach nicht ins Tor.»

Degradierung und Verletzung

Wie geht ein Stürmer damit um, wenn er monatelang und 36 Meisterschaftsspiele (sowie drei Cup- und vier Champions-Hockey-League-Partien) auf einen Treffer warten muss? «Ich habe versucht, möglichst nicht daran zu denken», so der Zürcher, der seine dritte Saison bei den Zugern bestreitet. Dies ist allerdings einfacher gesagt als getan, da «ich zwischendurch schon daran denken musste».

«Ich bin nicht gut in die Saison gestartet und danach immer weiter in eine Abwärtsspirale geraten»

Sven Senteler, Stürmer EV Zug

Besonders schwierig sei die Phase im letzten Herbst gewesen. «Ich bin nicht gut in die Saison gestartet und danach immer weiter in eine Abwärtsspirale geraten», schätzt er seine Leistungen selbstkritisch ein. Nachdem seine Linie mit Carl Klingberg und Timothy Kast nicht wie gewünscht harmoniert hatte, wurde Senteler in die vierte Linie degradiert, was sein Selbstvertrauen ebenso wenig förderte wie eine verletzungsbedingte Absenz zwischen Mitte November und Mitte Dezember. Trotz dieser Rückschläge habe er immer versucht, positiv zu bleiben.

Sonderschichten gegen die Torflaute

Auch die Erinnerung an die vergangene Saison habe ihm geholfen. Damals hatte er an der Seite Jarkko Immonens und Klingbergs einen wesentlichen Beitrag zur offensiven Ausgeglichenheit der Zuger geleistet und mit zehn Toren und acht Assists persönliche statistische Bestmarken aufgestellt. Zudem habe er im Training jeweils Sonderschichten geschoben, um an seinem Abschluss zu feilen.

Bald beginnen sie wieder: Die Playoffs. Für Sven Senteler «die schönste Zeit des Jahres».

Mit seiner physischen Präsenz und Wasserverdrängung entlang der Bande bringt der 25-Jährige auch ohne beeindruckende Scorerwerte wichtige Qualitäten in das Team. Dennoch sind die Zuger gerade im Hinblick auf die Playoffs, in denen die offensiven Stars tendenziell noch weniger Raum zur Entfaltung erhalten als in der Qualifikation, auf wichtige Tore von sogenannten Rollenspielern angewiesen. Deshalb trifft es sich ausgezeichnet, dass Senteler mit Dominic Lammer und Nolan Diem nicht nur für viel Energie sorgt, sondern sie ihren Einsatz zuletzt häufiger in Torerfolge ummünzen konnten.

Sven Senteler

Sven Senteler spielt seit 2015 beim EVZ.

(Bild: marcelloweiss)

So hat auch Lammer eine längere Torflaute überwunden. Nach einer Phase, in der er während 21 Partien nur zwei Treffer erzielt hatte (und zwar in einem Spiel an der Seite von Garrett Roe und Viktor Stålberg), hat der Flügel in den letzten sieben Partien den Puck dreimal im Netz zappeln lassen.

Ferien und Krafttraining

Der lang ersehnte Torerfolg kam für Senteler kurz vor dem dreiwöchigen Unterbruch des Meisterschaftsbetriebs zur rechten Zeit. Diese Woche reist er für eine Woche in die Ferien – ohne Gedanken über verpasste Grosschancen und Sehnsüchte nach dem Überwinden seiner Torflaute. Anschliessend bereiten sich die Zuger während zwei Wochen mit Krafttraining auf die heisse Phase der Saison vor. Senteler hat bereits die nächste Herausforderung für das Spiel seiner Mannschaft ins Auge gefasst. «Wir müssen weiter an der Konstanz arbeiten, damit wir unser Spiel während 60 Minuten durchziehen können.»

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