Super, diese mutigen Baarer!
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In Baar ist am Mittwoch eine Frau und ein Kind bei einem Angriff auf offener Strasse verletzt worden. (Bild: zvg/Zuger Polizei)

Passanten zeigten Zivilcourage bei Gewaltattacke Super, diese mutigen Baarer!

2 min Lesezeit 18.08.2017, 11:41 Uhr

Zugegeben: Wenn man erfährt, wie viel Tote und Verletzte es bei dem furchtbaren Terroranschlag in Barcelona gegeben hat, verblasst die jüngste Gewaltattacke gegen eine junge Frau in Baar in ihrer Dramatik etwas. Und doch ist es erstaunlich und lobenswert, wie viele Passanten spontan geholfen haben, um die Brutalität des jungen Mannes zu stoppen, der auf sein Opfer einprügelte.

Es geschah am helllichten Tag. Mitten im Dorfzentrum von Baar. Direkt vor der Post. Ein 34-Jähriger schlägt eine junge Frau brutal nieder und traktiert sie mit Fusstritten gegen den Kopf. Die Frau liegt blutüberströmt am Boden. Auch ein 14-jähriges Kind, das die 25-Jährige begleitet, wird verletzt (zentralplus berichtete).

Szenen, die man aus den Nachrichten aus aller Welt kennt. Und die manchen Fernsehzuschauer und Internet-Konsumenten längst haben abstumpfen lassen aufgrund der Vielzahl solcher Gewaltvorfälle, die sich täglich ereignen. Zumeist weit weg.

Wenn solche Gewalt indes ganz real und direkt plötzlich vor einem ausbricht, ist die Wirkung auf Passanten und Betroffene doch eine andere. Zumal in Baar solche brutalen Vorfälle auch gottseidank selten sind.

Man erinnert sich lediglich an den tragischen Fall von Erwin Keiser, der vor Jahren in den frühen Morgenstunden in Baar vor einer Beiz brutal niedergeschlagen wurde und später an seinen Kopfverletzungen starb.

Das ist gelebte Zivilcourage

Absolut bewundernswert ist es deshalb, wenn Menschen in Baar, die mit solch roher Gewalt konfrontiert werden, nicht abgestumpft sind. Nicht wegschauen. Sondern beherzt eingreifen. Den Täter festhalten, bis die Polizei eintrifft.

Zugegeben: Nicht jeder würde sich das trauen. Umso wichtiger ist es, dass es solche mutigen Personen gibt, die zupacken. Die andere animieren, auch mitzuhelfen. Das ist gelebte Zivilcourage. So ein Verhalten sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.

Die Helfer, mit denen zentralplus nach ihrem Einsatz gesprochen hat, zeigten sich absolut bescheiden. Sie wollten sich nicht fotografieren lassen, um als Einzelne hervorzustechen. Oder um gar als Held dazustehen. Es war für sie einfach nur selbstverständlich zu helfen. Ihre Schmerzgrenze war überschritten: Sie wollten dieser brutalen Gewalt vor ihren Augen nicht länger zusehen.

Wahrscheinlich sind die vier mutigen Männer aus Baar, die den Täter ausser Gefecht setzten, trotzdem heisse Kandidaten für den nächsten Zuger Zivilcourage-Preis.

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