Subaru schiesst in Sponsoring-Absage gegen Luzerner Ständerat
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Eckt mit seinem Engagement an: FDP-Ständerat Damian Müller. (Bild: twitter/Damian Mueller)

Die CO₂-Debatte schwappt zur Kultur über Subaru schiesst in Sponsoring-Absage gegen Luzerner Ständerat

2 min Lesezeit 5 Kommentare 06.05.2021, 20:41 Uhr

Ein Zentralschweizer Kulturanlass fragte beim Autohersteller Subaru nach einem Sponsoring an – und erhielt eine Absage. Unter anderem auch, weil der Luzerner Ständerat Damian Müller im Patronatskomitee des Events sitzt – und sich für eine CO₂-Gleichberechtigung von allen Autos aussprach.

Am 13. Juni stimmt die Schweizer Bevölkerung über das neue CO₂-Gesetz ab. Bereits jetzt werden an verschiedenen Fronten politische Scharmützel geführt. Der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller, der auch im Ja-Komitee des CO₂-Gesetzes sitzt, setzte sich auch für eine Motion ein, die im März im Parlament entschieden wurde. Künftig sollen Automodelle von Klein- und Nischenmarken bei den CO₂-Zielwerten keine bevorzugende Sonderbehandlung mehr erhalten, sondern wie alle übrigen Autos betrachtet werden.

Diese Haltung bekam auch ein Zentralschweizer Kulturanlass zu spüren, der die Automarke Subaru für ein Sponsoring anfragte. Wie der «Berner Oberländer» schreibt, hätte Subaru der Anfrage eine Absage erteilt – auch mit einem Hinweis auf Müllers Funktion im Patronatskomitee des Events. Müllers Neuwagen-Motion werde zu massiv höheren CO₂-«Strafsteuern» führen, heisst es in der Subaru-Antwort an die Veranstalter, die der Zeitung vorliegt. «Sie werden verstehen, dass wir (und das Gros der Branche) bei solchen fiskalischen Belastungen keine teure Fernsehwerbung mehr in Auftrag geben oder Sponsoring-Engagements eingehen können.»

Die vorgesehenen Werbe- und Sponsoring-Beträge liefere man nun in Bern ab. Gemäss der Antwort werde den Veranstaltern in der Absage zudem empfohlen, im Sommer gegen das CO₂-Gesetz zu stimmen.

«Höchst problematische» Reaktion

Der FDP-Ständerat goutiert den Seitenhieb gar nicht, bezeichnet die Reaktion als «höchst problematisch». So wird er in der Zeitung zitiert: «Nicht die Absage für das Sponsoring an sich ist störend. Stossend ist vielmehr, dass hier ein demokratisch korrekt zustande gekommener, deutlicher Parlamentsentscheid als Begründung missbraucht wird.»

Beim Schweizer Generalimporteur von Subaru, der Emil Frey AG, verteidigt man gemäss dem «Oberländer» die Sponsoring-Absage unter anderem damit, dass die Sponsoring-Budgets coronabedingt schmaler ausfallen würden, weswegen die Auswahl an Sponsoring-Aktivitäten eingeschränkter seien. Weiterhin schrieb das Unternehmen: «Fakt ist auch, dass, sobald die eingereichte Motion wirksam wird, die Marke Subaru stark betroffen sein wird.»

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5 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 07.05.2021, 09:33 Uhr

    Ständerat Müller befindet sich lediglich im Patronatskomitee dieses Events und hat mit der Sponsoringanfrage operativ wohl kaum etwas zu tun. Politiker stellen sich für solche Komitees gerne zur Verfügung. Man nennt dies auch «Networking» und soll dem Veranstalter gewisse Türen aufstossen. Ob dann im Gegenzug Wählerstimmen gepflegt oder neu dazu gewonnen werden, lässt sich kaum erahnen. Ständerat Müller bleibt so aber im Gespräch.
    Den eigentlichen Unfug hat der Sponsoringverantwortliche des Kulturevents betrieben. Mit etwas Basiswissen wäre diesem nämlich aufgefallen, dass es sich beim Generalimporteur von Subaru um die Emil Frey AG handelt, deren Patron bekanntlich Mitglied der SVP ist. So gesehen hat nicht Subaru, sondern die SVP eine Absage erteilt.

  2. Flavia Gossweiler, 07.05.2021, 09:22 Uhr

    Man kann nur hoffen, dass die ganze Emil-Frey-Gruppe mit ihren vielen Marken sowie möglichst viele andere Marken ihr Sponsoring für die links-grünen Schickimicki-Events streichen. Nur die allergrössten Kälber … Damian Müller, der Prototyp des zeitgeistigen FDP-Opportunisten.

    1. Jürg Ender, 10.05.2021, 21:59 Uhr

      Genau! Ein aalglatter Opportunist, der feine Herr Müller, ich weiss nicht, was der in der «Mehr Freiheit – Weniger Staat – FDP» verloren hat, aber da gibts ja auch schon die Frau Markwalder. Hut ab Subaru, richtig reagiert.

  3. Andreas Peter, 06.05.2021, 22:00 Uhr

    Gut von Subaru.
    Dem CO₂- Panikorchester muss man seine eigene Medizin zu schlucken geben.
    Hut ab für den Mut.

  4. Stefan Ernst, 06.05.2021, 21:10 Uhr

    Zum Glück hat Damian Müller noch genug andere Sponsoren

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