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Straftaten im Kanton Luzern verlagern sich ins Internet
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Symbolbild Polizei Luzern Kontrolle Verkehr (Bild: Luzerner Polizei )

Polizei präsentiert Statistik 2018 Straftaten im Kanton Luzern verlagern sich ins Internet

3 min Lesezeit 27.03.2019, 09:35 Uhr

Sowohl die Anzahl an Straftaten als auch die Anzahl Verkehrsunfälle sind im Kanton Luzern rückläufig, wie die Luzerner Polizei in ihrem Jahresbericht aufzeigt. Im Gegenzug verlagern sich zunehmend Straftaten ins Internet. Das stellt die Polizei vor neue Herausforderungen. 

Die Luzerner Polizei mit rund 860 Mitarbeitern leistete im vergangenen Jahr über 75’000 Stunden präventive Präsenz. Dies bezeichnet Polizeikommandant bei der Präsentation des Jahresberichts als wesentlicher Erfolgsfaktor. «Wir sind stolz, dass die Gefahrenabwehr, aber auch die Strafverfolgung im Kanton Luzern auf einem hohen Stand sind», so Achermann. 

Sorgen bereiten dem Kommandanten hingegen die aktuellen Ressourcen. Während gesamtschweizerisch die Anzahl Polizisten pro Einwohner steigt, ist die Situation im Kanton Luzern umgekehrt. Im schweizweiten Vergleich ist der Kanton Luzern bezüglich Polizeidichte auf Rang 19 zurückgefallen.

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Weniger Tötungen als im Vorjahr

Die Anzahl Straftaten war insgesamt rückläufig. Erfreulich sei insbesondere, dass die Einbruchdiebstähle um 19 Prozent gesunken sind. Im vergangen Jahr erfolgten im Kanton Luzern zwei Tötungsdelikte (Vorjahr: 3) sowie sieben Tötungsversuche (Vorjahr: 8)

Mehr zu tun hat die Polizei in den Bereichen Betäubungsmittel und Cybercrime. Die Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmittel nahmen im Jahr 2018 auf 3034 Fälle (Vorjahr: 2346) zu. Immer öfter sei dabei festzustellen, dass Drogenhändler im Darknet mit illegalen Substanzen handeln.

Auffällig ist weiter die Zunahme von Erpressungen (+81 Prozent), sexuelle Handlungen an Kindern (+ 94 Prozent) und Pornografie (+ 15 Prozent). Vieles spielt sich mittlerweile im Internet beziehungsweise auf Smartphones ab. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft wird die Kriminalpolizei ein Konzept erarbeiten, wie in Zukunft dem Phänomen des Cybercrime wirkungsvoll begegnet werden kann (zentralplus berichtete).

Verkehrsunfallstatistik: Taser bewähren sich

Die Sicherheits- und Verkehrspolizei war nach dem Eingang eines Notrufs im letzten Jahr innert 11 Minuten vor Ort. Damit konnte die Interventionszeit gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessert werden. Die Sicherheits- und Verkehrspolizei wurde im Jahr 2018 flächendeckend mit Destabilisierungsgeräten ausgerüstet. Die Erfahrungen mit den im Volksmund als «Taser» bekannten Geräten waren durchwegs positiv. Vielfach konnten Konfrontationen mit Gewalt bereits durch die verbale Androhen «Taser» beendet werden.

Trotz des tendenziell wachsenden Verkehrsaufkommens ist die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr von 2205 auf 2125 gesunken. Während die Anzahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen gleich wie im Vorjahr bei 13 lag, ging die Anzahl der verletzten Personen leicht auf 1192 zurück (Vorjahr: 1213). Pius Ludin, Chef der Sicherheits- und Verkehrspolizei, führt die rückläufigen Zahlen auch auf die präventiven Verkehrskontrollen zurück, die flächendeckend im ganzen Kanton Luzern stattfinden. Rund 70 Prozent der Verkehrsunfälle sind auf das Fehlverhalten von beteiligten Personen zurückzuführen, wobei die Ablenkung vermehrt eine Rolle spielt. Rund 68 Prozent der Unfälle ereigneten sich innerorts (Vorjahr: 69 Prozent), 32 Prozent ausserorts und auf der Autobahn.

Regierungsrat fordert Respekt

Der Geschäftsbericht zeigt umfassend die Tätigkeiten der Luzerner Polizei auf, aber auch die Bemühungen im Bereich der Aus- und Weiterbildungen. In diesen Aus- und Weiterbildungen wird jeweils auch der Umgang mit den Kunden geübt. «Die Ansprüche, die an die Frauen und Männer in Uniform gestellt werden, haben in den letzten Jahren zugenommen. Ihre Arbeit ist mehr und mehr geprägt von Spannungsfeldern und Erwartungshaltungen», sagt Regierungsrat Paul Winiker, Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Winiker betont die Wichtigkeit des Respekts. «Der Mangel an Respekt und eine latente Gewaltbereitschaft gegenüber Polizistinnen und Polizisten ist ein grosses Thema», so Winiker. Im Jahr 2018 gab es bei der Luzerner Polizei 177 von Drohungen oder Gewalt betroffene Polizisten (Vorjahr: 162).

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