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«Stopp, da kommen noch hundert Chinesen»
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In der Drehpausen vor dem Luzerner Regierungsgebäude werden Frisuren und Bärte gerichtet. (Bild: jav)

Filmdreh in Luzern «Stopp, da kommen noch hundert Chinesen»

3 min Lesezeit 28.09.2015, 14:10 Uhr

Am Montag wurde in Luzern gedreht. Den ganzen Tag waren Darsteller in historischen Kostümen in der Stadt unterwegs. Abgesperrte Plätze und Umwege mussten dafür in Kauf genommen werden. Doch was wurde hier genau gespielt?

Vor dem Luzerner Regierungsgebäude stehen seltsam gewandete Figuren herum. Frauen in langen Kleidern mit Spitzenhandschuhen schieben leere, altmodische Kinderwagen umher. Männer mit gezwirbelten Bärten unterhalten sich, Kutschen preschen vorbei.

Da ruft es aus der Ecke «Stopp!». Alles hält an. Es wird umgestellt. Kameramaterial, Licht und Ton werden herumgetragen, die Passanten werden wieder durchgelassen. Die nächste Einstellung soll gedreht werden – und zwar für den Spielfilm «Gotthard».

Kaum läuft die Kamera, sind alle Statisten auf ihrem Weg. (Bild: jav)

Kaum läuft die Kamera, sind alle Statisten auf ihrem Weg. (Bild: jav)

Touristen und Kirchenglocken

Die Statisten stellen sich dicht zusammen. Moderne Jacken werden über die historischen Kostüme gelegt. Man fotografiert sich gegenseitig mit dem Smartphon und unterhält sich. Bis um acht Uhr abends werden die Darsteller noch unterwegs sein. So sieht der Plan aus. Wie lange es tatsächlich geht, ist bei Dreharbeiten ja meistens offen.

Alles steht bereit für die nächste Einstellung: Per Funk wird mit allen Beteiligten, welche die Zugänge zum Platz sperren, Kontakt aufgenommen. «Alles bereit» – Doch da wird bereits wieder unterbrochen. Die Kirchenglocken läuten. Es dauert. Und dauert. Und kaum sind die Glocken verklungen und alles ist erneut bereit, soll es weitergehen. Aber nein: «Stopp, da kommen noch hundert Chinesen». Es wird nochmals gewartet. Als die Touristen vorbeigezogen sind, wird um die Ecke ein Lokal mit einem Palettstapler beliefert – es scheppert auf den Pflastersteinen und hallt durch die Gasse.

Auch die Statisten wollen Erinnerungen von ihrem Einsatz. (Bild: jav)

Auch die Statisten wollen Erinnerungen von ihrem Einsatz. (Bild: jav)

Endlich ist Ruhe, die nächste Einstellung kann gedreht werden.

Ein Film, ein Grossprojekt

Die Dreharbeiten für «Gotthard» haben bereits Anfang September begonnen. Der zweiteilige Spielfilm ist ein fiktionales Grossprojekt, welches in Zusammenarbeit des SRF mit der Schweizer Produktionsfirma Zodiac Pictures und in Koproduktion mit ZDF und ORF entsteht. Gedreht wird unter anderem in Valendas, Andermatt und Luzern.

Der Film wird erzählen, wie ab 1872 mit dem Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt eine ingenieurstechnische Meisterleistung entstand. Eine, die aber auch viele Opfer forderte und die moderne Schweiz nachhaltig prägte.

Konflikte und Liebe am Gotthard

Im Mittelpunkt des Ensembles stehen die Schweizer Fuhrmannstochter Anna (Miriam Stein), der deutsche Ingenieur Max (Maxim Mehmet) und der italienische Mineur Tommaso (Pasquale Aleardi). Anna, Max und Tommaso treffen sich in der Goldgräberstimmung der Anfangsjahre, werden durch die knochenharte Arbeit am Jahrhundertbauwerk zusammengeschweisst, durch die Wirren der Liebe und der rasanten technischen Entwicklungen auseinandergerissen und stehen sich schliesslich sogar als Gegner gegenüber.

In weiteren Rollen werden neben anderen Max Simonischek, Roeland Wiesnekker, Joachim Król, Marie Bäumer, Peter Jecklin oder Christoph Gaugler zu sehen sein. Regie führt der erfolgreiche Schweizer Film- und Fernsehregisseur Urs Egger, der erst kürzlich für «Der Fall Bruckner» mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Das Drehbuch zu «Gotthard» stammt von Stefan Dähnert.

Mehr Fotos vom Dreh sehen Sie in unserer Slideshow:

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