Stefan Wolf wird neuer Präsident des FC Luzern
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Alter und neuer Präsident: Philipp Studhalter (links) und Stefan Wolf (rechts) reichen sich die Hand. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Der Aktionärsstreit ist gelöst Stefan Wolf wird neuer Präsident des FC Luzern

4 min Lesezeit 3 Kommentare 11.02.2021, 13:41 Uhr

Der Streit in der Teppichetage des FC Luzern ist gelöst. Mit dem ehemaligen Luzerner Nationalspieler, Fussballkenner und Unternehmer Stefan Wolf hat der Klub ab sofort einen neuen VR-Präsidenten. Er folgt auf Philipp Studhalter. Dem FCL scheint ein Befreiungsschlag geglückt zu sein.

Mit dem heutigen Tag geht eine jahrelange Auseinandersetzung im Aktionariat des FCL zu Ende. Die Aktionäre haben eine «gute Lösung gefunden, welche dem gesamten Klub dient», wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Die Herren Hans Schmid, Samih Sawiris und Marco Sieber sowie Markus Bösiger haben ihre Aktien an Josef Bieri verkauft. Das ist die Innerschweizer Lösung für den FC Luzern und damit das Versprechen, dass diese sportliche und gesellschaftliche Institution nicht plötzlich in ausländische Hände gerät.

Kraftakt wird nötig sein

Mit diesem Wechsel ist vor allem die Türe für eine Neuentwicklung aufgestossen. Bernhard Alpstaeg besitzt 52 Prozent der Aktien, Josef Bieri kommt neu auf 48 Prozent: Ein grosser Teil der von Josef Bieri gehaltenen Aktien wollen die Aktionäre innerhalb von 6 bis 18 Monaten in der Innerschweiz platzieren. An Interessenten mangelt es nicht. Vorbereitende Gespräche haben Mut gemacht, dass dieses Ziel erreicht werden kann.

Auf eine Nachfrage von zentralplus, warum ihm plötzlich gelingen sollte, was der Gruppe um Marco Sieber nicht glückte, präzisierte Josef Bieri: «In den letzten zwölf Monaten habe ich über 70 Gespräche geführt. Drei Handvoll Leute haben mir signalisiert, dass sie mit sich reden lassen, sobald das FCL-Aktionariat neu aufgestellt ist.»

Zusammen mit frischen Kräften, zusammen auch mit einer verstärkten Solidarität unter den Fans, der öffentlichen Hand und den vielen Sponsoren und Partnern will der FCL die schwierige Corona-Zeit und ihre Folgen überstehen. «Es wird einen Kraftakt aller brauchen, gerade in finanzieller Hinsicht», heisst es weiter. Die beiden Aktionäre Bernhard Alpstaeg und Josef Bieri seien bereit, dabei voranzugehen.

Dennoch hat sich der Klub verschulden müssen und einen ersten der Kredite der öffentlichen Hand beantragt (rückzahlbar bis Ende 2024). «Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, weil die Pandemie den FCL wegen fehlender Einnahmen sehr viel Geld kostet. Was nicht gedeckt werden kann, werden vorerst Bernhard Alpstaeg und ich tragen», so Bieri.

Philipp Studhalter tritt zurück

Mit der Neuordnung im Aktionariat und der Stabilisierung des Vereins geht auch Philipp Studhalters Zeit als Präsident und CEO im FC Luzern zu Ende. Er tritt zurück und übergibt den FCL an seinen Nachfolger. Philipp Studhalter war vor mehr als fünf Jahren angetreten und hatte seine Rolle im FCL neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt übernommen.

Nun wird er sich wieder auf diese Tätigkeit in seiner Kanzlei konzentrieren und dabei dem FCL weiterhin zur Verfügung stehen. Insbesondere wird er den Klub als Delegierter im Komitee der Swiss Football League vertreten.

Fussball soll wieder ins Zentrum rücken

«Ab sofort will der FCL mehr über Fussball reden und ihn auch leben – und gleichzeitig zeigen wir, dass die Innerschweiz sein Zuhause ist», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Dafür stehe der neue Präsident wie kein Zweiter. Der neue Präsident des FC Luzerns heisst Stefan Wolf.

Viele erinnern sich noch an die NLA-Premiere des grossgewachsenen Innenverteidigers im FCL-Dress. Der 14-fache Internationale, Schweizer Meister und Cupsieger ist eine «lebende FCL-Legende», die neben dem Fussballwissen (unter anderem als ehemaliger Verwaltungsrat des FC St. Gallen) auch grosse unternehmerische, organisatorische und führungstechnische Fähigkeiten vorweist.

Seit Donnerstag Morgen ist der 50-Jährige Luzerner der führende Kopf des FCL. «Er wird fördern und fordern», schreibt der Klub. Stefan Wolf selbst sagt: «Ich habe eine unglaublich kompetente Führungsmannschaft an meiner Seite. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit. Auch mit der Geschäftsleitung und mit allen Mitarbeitenden auf der Geschäftsstelle oder im Stadion. Mit allen im FCL.»

Neuer Verwaltungsrat soll’s richten

Alleine wird Stefan Wolf nicht erfolgreich sein. Im wird ein neuer Verwaltungsrat zur Seite stehen: Bruno Affentranger als international tätiger Medien- und Kommunikationsprofi wird sich in den Bereichen Marketing, Sales, Kommunikation und Strategie betätigen. Josef Bieri als Vizepräsident des Verwaltungsrats wird in den Bereichen Netzwerk und Finanzen seine agieren und weiterhin als wichtiger Botschafter gegen aussen auftreten. Laurent Prince bringt als ehemaliger und langjähriger technischer Direktor des Schweizer Fussballverbandes viel Fussball-Wissen in den Klub. Der Direktor der Schweizer Paraplegiker Vereinigung wird den FCL auch in Management- und Führungsfragen unterstützen.

Der fünfte Sitz im neuen Verwaltungsrat ist zurzeit noch frei. Aber er ist bereits reserviert: für eine Frau. Entsprechende Gespräche seien im Gang. Das ist durchaus programmatisch zu verstehen, denn wenn der Fussball im Mittelpunkt steht, dann richtig: 1. Mannschaft, Nachwuchsförderung und neu auch im Frauenfussball, den der Präsident ins Boot holen will.

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3 Kommentare
  1. CScherrer, 11.02.2021, 15:28 Uhr

    Auf der Überholspur in die Challenge League. Hoppela!

  2. Mac Tanner, 11.02.2021, 14:30 Uhr

    Hatte nicht noch Pneu Bösiger einen Aktienanteil, ohne Einsitz im Verwaltungsrat? Dann könnten 52% Alpstaeg zu 48% Bieri eigentlich nicht stimmen!

  3. Meier, 11.02.2021, 14:24 Uhr

    Besser gewesen wäre zuerst ein neuer Sportschef . Remo Meyer ist keine Persönlichkeit strahlt kein Vertrauen aus und hat bis jetzt nur durchschnittliche oder schlechte Spieler Verpflichtet. ( Ausgenommen Schaub)
    Wenn mann die letzten Spiele von Luzern gesehen hat kann der Absteiger logischer weise nur Luzern heissen.
    Unglücklicherweise der Vertrag mit dem Trainer auch schon Verlängert.

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