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Startschuss für Mega-Neubau: Hier leben bald 2000 Personen
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Die ganze Überbauung in der Bildmitte gehört zum Mobimo-Projekt. Auch die Zentralbahn-Haltestelle Kriens Mattenhof soll komplett neu gebaut werden und mit dem Busverkehr kombiniert werden. (Bild: Visualisierung von Mobimo AG)

Gewaltiger Bauboom im Krienser Schlund Startschuss für Mega-Neubau: Hier leben bald 2000 Personen

5 min Lesezeit 25.06.2015, 19:45 Uhr

Heute noch eine Brache, mutiert das Krienser Mattenhofareal schon bald zu einer gewaltigen Überbauung mit 300 Wohnungen und 1300 Arbeitsplätzen. Und auch nebenan wird so ziemlich alles verbaut, was noch unberührt ist. Das stellt die Gemeinde vor grosse Herausforderungen – etwa bezüglich Verkehr.

Jetzt nimmt der Bauboom in Kriens Fahrt auf. Und zwar heftig. Letzten Sommer startete die Riesenüberbauung Schweighofpark im Krienser Schlund. Das 2000-Watt-Projekt ist im Bau, 29’000 Quadratmeter Bürofläche sollen dort entstehen, was bis zu 1’500 Arbeitsplätze schaffen würde. Zudem sind bis zu 600 Mietwohnungen geplant. Bereits 2016 sollen die ersten Objekte bezugsbereit sein. Und nun geht es auch fast vis-à-vis des Schweighofparks, auf dem Areal Mattenhof bei der gleichnamigen Zentralbahn-Haltestelle, los.

Neues Quartier wird aus Boden gestampft

Diesen Donnerstagabend zelebrierte die Bauherrin, die Immobiliengesellschaft Mobimo, mit 200 geladenen Gästen den Baustart auf dem seit langem brach liegenden Gelände. Einzelne Baugesuche wurden bereits eingereicht. Bis heute sind keine Einsprachen eingegangen, die Erteilung der rechtskräftigen Baubewilligungen wird demnächst erwartet. Weitere Baueingaben erfolgen noch in diesem Jahr. Mobimo rechnet derzeit mit der Fertigstellung der gesamten Arealentwicklung bis Ende 2018, wobei die ersten Gebäude im Sommer 2018 bezugsbereit sein werden.

Auch hier sind die Dimensionen des Projekts eindrücklich:

Wohnen: Konkret entstehen in den nächsten drei Jahren insgesamt rund 300 Mietwohnungen, welche unterschiedliche Wohnformen bieten. Sei es im Hochhaus, am Bahnhofplatz oder in den Dachgeschossen der einzelnen Gebäude. «Die Wohnungen zeichnen sich durch eine Vielfalt an Grundrissen, Typologien und Materialisierungen aus», teilt Mobimo mit.

Büros: Zudem werden insgesamt rund 20’000 Quadratmeter Büronutzfläche – verteilt auf mehrere Gebäude – für rund 1’300 Arbeitsplätze realisiert. Das flexible Angebot reicht von grossen zum Teil mehrstöckigen Büroflächen von beispielsweise 6’000 Quadratmetern bis hin zu mittleren und kleinen Büroeinheiten ab 150 Quadratmetern.

So soll die Mobimo-Überbauung auf dem Mattenhof aussehen.

So soll die Mobimo-Überbauung auf dem Mattenhof aussehen.

(Bild: Visualisierung von Mobimo AG)

Verkauf: Die über 7’000 Quadratmeter Verkaufsflächen in den Erdgeschossen bietet Platz für diverse Nutzungen wie Gastronomie, Sportgeschäft, Biomarkt, Bäckerei, Coiffeursalon, Apotheke, Outlet-Store und vieles mehr. Es werden Flächen ab 80 Quadratmeter bis 560 Quadratmeter angeboten.

Hotel: Das Angebot im Mattenhof wird mit einem Hotel mit 155 Zimmern ergänzt. Betreiberin ist die internationale Hotelmarke Holiday Inn Express. Ab Sommer 2018 können die ersten Gäste einchecken. «Das Hotel wird schon bald Anziehungspunkt für zahlreiche Geschäfts- und Freizeitreisende aus der Schweiz und der ganzen Welt sein», gibt sich René-P. Schappner der Intercontinental Hotels Group, überzeugt. Hotel-Betreiberin ist die Säntis Gastronomie AG.

So soll die Mobimo-Überbauung auf dem Mattenhof aussehen.

So soll die Mobimo-Überbauung auf dem Mattenhof aussehen.

(Bild: Visualisierung von Mobimo AG)

Knacknuss Verkehr

Ein heikler Punkt des Baubooms im Krienser Schlund ist der Verkehr. Schon heute sind zu Stosszeiten die Hauptverkehrsverbindungen chronisch verstopft. Wenn nun Hunderte neue Nutzer hinzukommen, droht laut einer Studie spätestens in fünf Jahren das Verkehrschaos. Deshalb müssen Schweighofpark und Mattenhof versuchen, den künftigen Nutzern der neuen Überbauungen den öffentlichen Verkehr schmackhaft zu machen (zentral+ berichtete).

«Die Anbindung des Mattenhofs an den öffentlichen Verkehr ist durch die S-Bahnstation Kriens- Mattenhof sowie diverse Buslinien optimal.»

Thomas Glatthard, Gebietsmanager Luzern Süd

Thomas Glatthard ist Gebietsmanager Luzern Süd – dieses umfasst den Korridor vom Horwer Zentrum über den Krienser Schlund bis zur Arsenal- und Nidfeldstrasse hin zur Brauerei Eichhof in Luzern. Glatthard koordiniert im Auftrag des Agglo-Gemeindeverbandes Luzern Plus die Entwicklung in diesem Gebiet. Zum Thema Verkehr sagt er: «Die Anbindung des Mattenhofs an den öffentlichen Verkehr ist durch die S-Bahnstation Kriens- Mattenhof sowie diverse Buslinien optimal.» Zudem sind auf dem Mattenhof-Areal Carsharing- und Bikesharing-Stationen geplant. Darüber hinaus verbindet die geplante Langsamverkehrsachse den Mattenhof mit der Luzerner Innenstadt für den Fuss- und Veloverkehr. «Auf dieser S-Bahnstation werden in Zukunft bis zu 10’000 Personen täglich ein- und aussteigen», ergänzt Glatthard.

80-Meter-Hochhaus und Sport- und Eventhalle

Gleich neben den nun von Mobimo geplanten Neubauten steht noch ein grosses Stück Land brach, genannt Mattenhof II. Dieses steht zwar auf Krienser Boden, gehört aber der Stadt Luzern. Geplant ist dort eine weitere Grossüberbauung mit einem mächtigen 80-Meter-Hochhaus. Darin soll unter anderem eine Event- und Sportarena realisiert werden (zentral+ berichtete).

Zu diesem Projekt, dessen Realisierung noch in den Sternen steht, sagt der Krienser Gemeindeammann Matthias Senn: «Für die Identität eines neuen und lebendigen Stadtteils wie Luzern Süd braucht es neben dem neuen Zentrum öffentlich zugängliche Nutzungen. Es braucht Leuchttürme wie den Südpol sowie die geplante Pilatusarena für Sport und Events auf dem benachbarten Areal Mattenhof II.»

Grossstadtflair – nur ein Werbegag?

Der Krienser Gemeindeammann Matthias Senn äusserte sich am Donnerstagabend augenzwinkernd zu «seiner» Gemeinde. Anbei ein Auszug aus seiner Rede vor den 200 Gästen: «Die Mobimo präsentiert: Grossstadtflair auf kleinem Raum. Grossstadtflair: das tönt grossartig – oder ist es doch eher ein Werbegag? Grossstadtflair in einer Gemeinde, in der die Einwohner sagen, sie gehen ins Dorf einkaufen. Grossstadtflair in einer Gemeinde, die zu 50 Prozent aus Wald besteht? Grossstadtflair in einer Gemeinde, die in ihrem Hoch- und Flachmoor von nationaler Bedeutung 89 nachträgliche Baubewilligungsverfahren wegen zum Teil illegal erstellen Hütten durchführen muss?» Dann aber machte Senn klar, dass er den Begriff nicht als Provokation empfindet: «Überhaupt nicht! Es ist ein grosses Glück für unsere Region, dass der städtische Raum und ein wunderschönes Landschafts- und Erholungsgebiet so nah beieinander liegen.»

600 neue Wohnungen in einem Jahr

Laut Senn befinden sich von den insgesamt über 400’000 Quadratmetern unüberbauten Flächen im Gebiet Luzern Süd etwa deren drei Viertel auf Gemeindegebiet von Kriens. «Da es für diese riesige Fläche kaum eine Nachfrage nur für Arbeitsstätten geben wird, hat die Gemeinde Kriens mit der letzten Ortsplanungsrevision mehr Flexibilität für gemischte Nutzungen geschaffen. Gemischte Nutzungen beleben einen Stadtteil, kurze Wege zwischen Wohnen und Arbeiten reduzieren das Verkehrsaufkommen.»

Mit den aktuell bekannten Planungen wird Kriens laut Matthias Senn innerhalb der nächsten zehn Jahre um mehr als 3000 Wohnungen wachsen. Alleine im Jahr 2018 könnten im gesamten Gemeindegebiet von Kriens 600 neue Wohnungen bezugsbereit werden, davon im Gebiet Luzern Süd 420 Wohnungen.

Mehr spannende Visualisierungen und Pläne zeigen wir Ihnen hier in unserer Galerie:

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