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Startet der FCL diese Saison endlich durch?
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Grund zum ausgiebig Feiern haben die Luzerner Fans hoffentlich in der neuen Saison noch mehr als zuvor. (Bild: Dominik Stegemann)

Analyse des neuen Teams Startet der FCL diese Saison endlich durch?

5 min Lesezeit 17.07.2015, 15:05 Uhr

Viel Selbstvertrauen getankt, ein starkes Team geformt, die Abwärtsspirale bei den Aboverkäufen gestoppt – der FCL startet mit Zuversicht in die neue Saison. Jedoch muss die Mannschaft zum Saisonauftakt ein paar ganz harte Nüsse knacken, sonst könnte die Aufbruchstimmung schnell wieder verfliegen.

Diesen Samstag können die FCL-Fans ihre Trikots, Schals und Fahnen aus dem Schrank holen und dorthin pilgern, wo die Blau-Weissen in der neuen Saison endlich mal zu Höhenflügen abheben sollen – in die Swissporarena auf der Allmend. Und die Vorzeichen für einen starken FCL sind weit besser als auch schon. Das Trainergespann Markus Babbel und Roland Vrabec sowie Sportchef Rolf Fringer haben die Mannschaft stabilisiert, ihr durch eine Top-Rückrunde Selbstvertrauen eingeflösst – quasi Bayern-Gen.

Wirkt – hoffentlich noch lange – entspannt: Markus Babbel an der Saisoneröffnungsfeier vom 12. Juli (alle Bilder im Artikel: Martin Meienberger).

Wirkt – hoffentlich noch lange – entspannt: Markus Babbel an der Saisoneröffnungsfeier vom 12. Juli (alle Bilder im Artikel: Martin Meienberger).

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(Bild: Martin Meienberger)

Ein weiterer Grund für Zuversicht ist laut Claudio Lustenberger zudem, dass es beim FC Luzern bislang nur eine kleine Anzahl Spielerwechsel gab (siehe Box). Der weitsichtige Captain erklärt: «Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir an die euphorische Rückrunde anschliessen können. Ich weiss aber auch, dass es kein einfaches Unterfangen wird.»

«Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir an die euphorische Rückrunde anschliessen können.»

Claudio Lustenberger, FCL-Captain

Hoffen auf das Torhüterschreck-Trio

Was Lustenberger damit konkret meint: Voraussichtlich wird dem FCL das torgefährliche Offensiv-Dreieck Dario Lezcano, Jakob Jantscher und Marco Schneuwly erhalten bleiben. Das Transferfenster bleibt jedoch noch bis am 31. August geöffnet – bis dahin ist nicht sicher, wie die Mannschaft definitiv zusammengestellt sein wird. Mit dem antrittsstarken Dario Lezcano konnte bereits am Mittwoch dieser Woche der Vertrag um ein Jahr verlängert werden. Der 25-jährige Paraguayer hat neu einen Vertrag bis 30. Juni 2017. Die Gerüchteküche um den österreichischen Nationalmannschaftskandidaten Jantscher ist in den letzten Wochen abgekühlt. Auch der erfolgreichste FCL-Torschütze der letzten Saison, Marco Schneuwly, besitzt noch einen Zweijahresvertrag. Trotz den Transferangeboten aus dem Wallis ist FCL-Präsident Ruedi Stäger der Meinung, dass der «Bomber» dem FC Luzern erhalten bleiben wird.

Dario Lezcano posiert an der Saisoneröffnungsfeier vom 12. Juli für einen Fan.

Dario Lezcano posiert an der Saisoneröffnungsfeier vom 12. Juli für einen Fan.

(Bild: Martin Meienberger)

Die beiden Innenverteidiger Tomislav Puljic und Kaja Rogulj sind zu Beginn der Saison noch verletzt. Auf diesen Positionen kommen zum Saisonstart Sally Sarr und der in der Rückrunde aufgeblühte François Affolter zum Zug. Der 20-jährige Yannick Schmid steht, gemäss Babbel, als Reserve bereit.

Durchzogene Testspiele

Während der Vorbereitung bestritt das Team von Markus Babbel sechs Testspiele. Die ersten vier konnte der FCL für sich entscheiden. Es wurden in Folge Wil (3:0), Schaffhausen (2:1), Spartak Moskau (2:1) und der FC Winterthur (3:0) besiegt. Danach erlebte die Mannschaft eine Flaute. Die Vorbereitungsspiele gegen die Mannschaften aus der Challenge League Neuchâtel Xamax (2:2) und FC Biel (0:1) konnte der favorisierte FCL nicht erfolgreich gestalten. Die Testspielergebnisse dürfen aber nicht überbewertet werden. Oft sind die Spieler auf Grund der harten Trainings ermüdet und nicht selten kommen Ersatzspieler zum Zug. Des Weiteren gibt es bei den Anhängern des FC Luzerns den Aberglauben, dass auf ausschliesslich positive Testspiele eine missratene Saison folgt. Ein gutes Omen für die neue Saison! 

Negativtrend bei Saisonkarten gestoppt

Nicht nur im personellen Bereich sind Erfolgsmeldungen zu verzeichnen. Auch auf den Rängen hat der Verein bereits 6600 Saisonkarten verkaufen können, gleich viele wie in der letzten Spielzeit. Ruedi Stäger erklärt erfreut: «Wir sind zufrieden, den Negativtrend gestoppt zu haben.» Stäger weiss, dass auch nach dem ersten Spieltag noch Saisonabonnemente verkauft werden, somit werden es gar leicht mehr sein als in der letzten Saison. Auch bei den Wettbüros steht der FCL ganz gut im Kurs (zentral+ berichtete).

Das Startprogramm schadlos überstehen

Die ersten vier Spiele haben es in sich. Zum Start wagt sich der Walliser Cupsieger Sion nach Luzern. Sion ist eine gutbesetzte Überraschungsmannschaft. Mal top, mal Flop. Das letzte Meisterschaftsspiel der vorigen Meisterschaft verlor der FC Sion gegen den FC Luzern mit 0:3, die Walliser waren chancenlos. Im kurz darauf folgenden Cupfinal spielte die Mannschaft wie ein umgedrehter Handschuh. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung wurde der Ligakrösus und Serienmeister Basel mit 3:0 vom Platz gefegt. Die Mannschaft von Markus Babbel ist gewarnt vor der Wundertüte aus dem Wallis.

FC Thun und Berner Young Boys heissen anschliessend die nächsten Meisterschaftsgegner. Mit Auswärtsspielen in der Stockhorn Arena in Thun tat sich die Luzerner Mannschaft bisher immer schwer. Die Berner Young Boys konnten sich in der Sommerpause weiter verstärken. Ihr Ziel wird es sein, diese Saison den Mythos des ewigen Zweiten zu überwinden und die Meisterschaft zu gewinnen. Darauf folgt ein Heimspiel gegen den starken Serienmeister Basel.

Für die Mannschaft wird es wichtig sein, die ersten vier Spiele mit positiven Resultaten zu überstehen, um den Rest der Saison mit einer gewissen Leichtigkeit angehen zu können.

Claudio Lustenberger wird als Captain wie hier im Testspiel gegen Schaffhausen auch in der neuen Saison alles geben.

Claudio Lustenberger wird als Captain wie hier im Testspiel gegen Schaffhausen auch in der neuen Saison alles geben.

(Bild: Martin Meienberger)

Das Quäntchen Glück erarbeiten

Fussball ist einfach. Man muss ein Tor mehr schiessen als der Gegner. Um Spiele zu gewinnen, trainieren die Spieler aller Teams mit professionellsten Methoden während der Sommerpause. Dies nur mit einem Ziel: Man will sich das nötige Glück erarbeiten, um Spiele zu gewinnen. Die Schweizer Liga ist, mit Ausnahmen des FC Basel und den Berner Young Boys, sehr ausgeglichen. Dies weiss auch der FCL-Captain Claudio Lustenberger: «Wir müssen, um erfolgreich zu sein, bei jedem Spiel an die Leistungsgrenzen gehen.» Man muss die von Markus Babbel stetig geforderte Siegesmentalität entwickeln. Der Europameister von 1996 hatte während seiner FCL-Zeit bis jetzt ein hervorragendes Gespür für die Spieler. Seine Ideen wurden auf dem Platz einwandfrei umgesetzt.

Eine erfolgreiche Rückrunde und eine talentierte Mannschaft führen zu hohen Zielen. Präsident Stäger gibt hier den Ton an: «Wir wollen uns mit dem FCL in der vorderen Tabellenhälfte etablieren und damit unsere Ambitionen für den europäischen Wettbewerb hochhalten.» Zentral+ freut sich mit dem Umfeld des FC Luzerns, dass eine neue Saison startet und «alles bei null beginnt», wie Babbel es mit Vorfreude ausdrückt. 

Das FCL-Startprogramm in der Meisterschaft sieht wie folgt aus: FCL – Sion (18. Juli), YB – FCL (25. Juli), Thun – FCL (2. August), FCL – FCB (8. August), FCL – St. Gallen (12. August), FCZ – FCL (23. August), FC Lugano – FCL (29. August), FCL – GC (13. September), FC Vaduz – FCL (22. September.

So sieht die Mannschaft – Stand Mitte Juli – des FC Luzern aus.

So sieht die Mannschaft – Stand Mitte Juli – des FC Luzern aus.

(Bild: Meienberger Martin)

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