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Start-up-Rezepte aus der «Höhle des Löwen»
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Bekannt aus der TV-Sendung «Höhle des Löwen»: Roland Brack, Online-Unternehmer. (Bild: zvg)

Online-Händler Roland Brack referiert in Kriens Start-up-Rezepte aus der «Höhle des Löwen»

5 min Lesezeit 14.11.2019, 15:04 Uhr

Roland Brack ist ein Autodidakt, der in 25 Jahren ein Millionenunternehmen aufbaute: die Brack AG, ein Onlinehändler mit 200 Angestellten in Willisau. Bekannt aus der TV-Show «Höhle des Löwen» sucht er nach Investitionsmöglichkeiten für Start-ups. Sein Wissen vermittelt er am Freitag in Kriens.

zentralplus: Roland Brack, was bedeutet Arbeit für Sie?

Roland Brack: Wenn ich ehrlich bin, ist Arbeit das, was ich am liebsten mache. Ich unterscheide gar nicht zwischen Arbeit und Nichtschaffen. Ich habe das grosse Glück, dass ich das gern mache. 

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zentralplus: Am Freitag erleben Jungunternehmer Sie am Zünder-Start-Event «Inspirience Night» (siehe Box). Was bedeuten Ihnen Anlässe wie dieser?

Brack: Es ist eine tolle Gelegenheit, um mit den nächsten Generationen von künftigen Unternehmerinnen und Unternehmern in Kontakt zu kommen. Anlässe wie dieser sind für mich immer mit spannenden Begegnungen verbunden, die ich sehr schätze.

zentralplus: Wie bereiten Sie sich vor?

Brack: Es gibt in der Regel eine telefonische Vorbesprechung, wo die Themen und Schwerpunkte des Referats besprochen werden. Danach bereitet meine Assistentin eine Präsentation vor, um meinen Beitrag zu visualisieren. 

zentralplus: Sie geben Wissen weiter – welches sind die wichtigsten drei Punkte?

Brack: Starte so früh wie möglich ins Unternehmertum, zweitens sei experimentierfreudig und drittens verzettle dich nicht.

zentralplus: Was nehmen Sie selber von solchen Begegnungen mit?

Brack: Immer wieder anregende Bekanntschaften mit bereits gestandenen Unternehmerinnen und Unternehmern oder mit Menschen, die es mal werden wollen. Ausserdem finde ich es spannend, wenn man sich erklären muss oder Fragen gestellt bekommt. Dies regt zum Denken an und hilft auch, die eigene Strategie zu schärfen.

Jungunternehmen treffen sich

Die Startup-Szene Zentralschweiz trifft sich diesen Freitag, 15. November, ab 18.00 Uhr im «Vegas Club» in Kriens. Roland Brack wird am Zünder-Start-Event «Inspirience Night» seine Erfahrungen als Gründer und Unternehmer weitergeben. Jungunternehmen können sich in einem speziellen Accelerator-Programm begleiten lassen und so vom Know-how erfahrener Coaches und Investoren profitieren. Der Hauptanlass wird in einem Jahr, im November 2020, in grösserem Rahmen stattfinden.

zentralplus: Was war das Wichtigste, das Sie von Jungen lernten?

Brack: Die Bedienung und den Umgang mit den digitalen sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und anderen.

zentralplus: Welchen erfolgreichen Start-ups konnten Sie schon unter die Arme greifen?

Brack: Bei Amorana.ch, einem Online-Händler für Sexspielzeuge und Dessous, wirke ich seit 2017 im Verwaltungsrat mit. Aus meinem Engagement bei «Die Höhle der Löwen» sind es seit diesem Jahr einige erfolgreiche Start-ups, die jetzt durchstarten: zum Beispiel Mycamper.ch, die grösste Plattform zum Mieten und Vermieten von Camping-Fahrzeugen oder Neon, die erste unabhängige Mobilbank der Schweiz.

zentralplus: Sind Sie bei solchen Projekten dann auch gleich im Verwaltungsrat oder beraten Sie die weiter?

Brack: Sowohl als auch. Das kommt ganz auf die Bedürfnisse und die Umstände an und wird von Fall zu Fall gemeinsam vereinbart, wie ich am besten unterstützen kann. 

«Ich bin nur etwa zu 50 Prozent der Zeit im Büro.»

zentralplus: Sie selber sind ja eine Art Autodidakt. Bereits als 14-Jähriger handelten Sie mit Computern. In der Stifti als Elektromechaniker bei ABB importierten Sie Gadgets aus Taiwan. Wie sieht heute ein Arbeitstag von Ihnen aus?

Brack: Einen typischen gibt es so nicht. Er besteht tendenziell aus zu vielen Sitzungen. Es bleibt oft zu wenig erledigt für meine Begriffe. Der operative Ein- und Verkauf ist nicht mehr bei mir. Dafür habe ich ein paar andere Mandate wie etwa die Investments aus der TV-Serie «Höhle der Löwen». Ich bin nur etwa zu 50 Prozent der Zeit im Büro. Also: Ich bin nie der Erste, ich bin ein Nachtmensch und arbeite oft in die Nacht hinein.

Roland Brack in seinem Verteilzentrum in Willisau: 15’000 Pakete werden täglich ausgeliefert.

zentralplus: Wann starten Sie in der Früh?

Brack: Zwischen neun und zehn Uhr. Ich schlafe gerne aus, und wenn ich wach bin, will ich zügig vorwärtsarbeiten – ohne vorher zu joggen.

zentralplus: Haben Sie für Ihr Unternehmen einen Fünfjahresplan?

Brack: Nein, wir sind nicht im Kommunismus (lacht). Es wäre auch nicht gut, zu weit vorauszuplanen. Was die Kunden wollen, erfahren wir stets konstant – es ist ein permanentes Dazulernen. 

zentralplus: Was bedeutet Ihnen Geld?

Brack: Geld ist für mich sekundär. Ich habe weit mehr Freude, wenn ich etwas bewegen kann. Fakt ist: Wir investierten fast sämtliche Gewinne der letzten 25 Jahre wieder in die Unternehmung. 

«Probieren, Verbessern und manchmal auch Scheitern, das ist unser tägliches Geschäft. »

zentralplus: Welches ist Ihr Erfolgsrezept?

Brack: Ich habe von Beginn weg versucht, unsere Kunden mit ihren Bedürfnissen ins Zentrum zu stellen. Es ist gelungen, diese Kultur den Mitarbeitenden einzuimpfen. Probieren, Verbessern und manchmal auch Scheitern, das ist unser tägliches Geschäft. Nur so können wir uns noch besser auf den Kunden ausrichten. 

zentralplus: Zum TV: Was fasziniert Sie an der «Höhle des Löwen», wo Sie einer von fünf Experten sind, die im weltweit bekannten TV-Format nach Investitionsmöglichkeiten suchen?

Brack: Im Kern geht es darum, Unternehmertum zu fördern und der Jugend als etwas Erstrebenswertes darzustellen. Ein wichtiges Thema für die Zukunft der Schweiz – auch weil Politik nicht so mein Thema ist. Indem ich Start-ups fördern kann, ist das mein Beitrag zur Zukunft unseres Landes. Besonderen Eindruck machte auf mich Vatorex, bei dem es ums Bienensterben ging. Das hat mich emotional sehr berührt, weil man da auch etwas zur Weltenrettung beitragen konnte. Da kamen auch Erinnerungen hoch: Schon mein Grossvater war Imker, ich habe ihm als kleiner Bube geholfen. Der finanzielle Anreiz rückte da etwas in den Hintergrund – das schadet ja manchmal auch nichts.

zentralplus: Wie fühlen Sie sich im TV-Scheinwerferlicht?

Brack: Sehr gut! Anfangs musste ich mich an die Kameras und ans helle Licht gewöhnen. Mittlerweile bin ich einigermassen entspannt dabei. Nächsten Frühling werden wir eine zweite Staffel drehen – ich freue mich schon darauf. Auch Interviews wie jetzt mit Ihnen regen mich an: Es ist interessant, sich selber erklären zu müssen. Das bringt mich weiter. Deshalb interessiert mich auch die Start-up-Förderung so sehr: Da kann man immer noch dazulernen.

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