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Stand up Paddling ist ein gefährlicher Hype
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Sieht gemütlich aus – und wird von vielen unterschätzt: Stand up Paddling. (Symbolbild)

Luzerner Suva registriert mehr Unfälle Stand up Paddling ist ein gefährlicher Hype

3 min Lesezeit 3 Kommentare 06.08.2019, 18:14 Uhr

Rund 500 Menschen sind letztes Jahr beim Stand up Paddling verunfallt. Das sind doppelt so viele wie vor drei Jahren. Einfach mal lospaddeln ist ein hohes Risiko, warnt die Unfallversicherung.

Ende Juli stiegen zwei Paddler aufs Brett, stürzten sich auf den Zugersee. Plötzlich blitzte und donnerte es: Die beiden wurden von einem aufkommenden Sturm überrascht. Doch sie hatten Glück. Eine Frau beobachtete die Paddler, die sichtlich Probleme hatten. Die Seerettung der Freiwilligen Feuerwehr Zug brachte die Paddler an Land. Sie blieben unverletzt (zentralplus berichtete).

Ein Blick in die Unfallstatistik der Suva jedoch zeigt: 2018 wurden rund 500 Unfälle beim Stand up Paddling registriert. Die Unfälle haben seit 2015 – dem Jahr, als der Boom rund ums Stand-up-Paddeln einsetzte – um rund 50 Prozent zugenommen. Wie viel Unfälle es in Luzern und Zug gab, kann die Suva nicht beziffern, da sie keine regionalisierten Statistiken führt.

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Unterschätzte Beschäftigung

«Der Sommer lockt allgemein mehr Freizeitsportler ins und aufs Wasser. Ist es dann noch ein schöner und langanhaltender Sommer, steigen auch die Unfallzahlen», begründet Peter Andermatt, Statistiker bei der Suva, den Anstieg.

Denn viele unterschätzen den Gang aufs Brett. Was einfach aussieht, verlangt einiges an Können. Einfach mal kurz aufs Brett steigen und lospaddeln kann gefährlich enden: «Das Gleiten auf dem Stand-up-Paddle sieht so einfach aus, fordert aber einiges an Gleichgewicht und Reaktionsvermögen», ergänzt Natascha Obermayr, Mediensprecherin bei der Suva.

Aus der Balance geraten

Die meisten Unfälle sind Stürze. Stehpaddler verlieren das Gleichgewicht, prallen aufs Board oder verletzen sich unter Wasser, wenn sie mit ihrem Fuss auf einen scharfen Stein auftreten. Häufig verletzen sie sich gar mit dem Paddle selbst.

Die Folge davon: Verrenkungen und Verstauchungen. Aber auch Zerrungen, Muskel-, Sehnen- und Meniskus-Verletzungen.

Nicht zu kurze Leine

Vorsicht ist also geraten, man solle sein Können nicht überschätzen und «vorausschauend paddeln», rät die Suva. Denn wer vorausblickt und ein herankommendes Schiff sieht, kann sich auch gegen die Wellen wappnen.

Paddler sollten sich richtig ausrüsten. Wichtig ist auch die ideale Länge der Leashline – also der Leine, durch die der Paddler bei einem Sturz ins Wasser sein Brett nicht verliert.

«Man sollte beispielsweise darauf achten, dass die Leashline genügend lang ist, so dass man nicht aufs Board prallt, wenn die Leine zu kurz ist», sagt Obermayr. Paddelt man auf einem Fluss, so sollte die Leine mit einem Sicherheitsgurt um den Bauch befestigt sein.

Denn wenn man auf einem Fluss vom Brett stürzt, kann sich die Leine unter Umständen an einem Brückenpfeiler oder herabhängenden Ast verheddern. Bei stark fliessenden Gewässern habe man keine Chance, die Leine vom Fuss zu lösen.

Wetterlage vorzeitig checken

Und was meint die Suva zu den geretteten Paddlern vom Zugersee? Eigenverantwortung wäre angebracht, so Obermayr: «Sich über die Wetterlage informieren und entsprechend frühzeitig zu handeln, dient der eigenen Sicherheit.»

Gänzlich vermeiden lassen sich Unfälle aber trotz aller Vorsicht wohl nie.

Tipps für Stand-up-Paddler gibt’s im Video:

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3 Kommentare
  1. Andreas Schocher, 07.08.2019, 19:19 Uhr

    Hallo Zusammen
    Bin schon bisschen efstaunt über den Artikel!
    Wenn man über die letzten 10 Jahre schaut sind sicher jetzt auch 10x so viele die den Sport betreiben. Das ist ja logisch dass auch mehr passiert.
    Muss aber unsere Kunden in Schutz nehmen. Wer das Standup Paddeln in einer vernünftigen Schule lernt der wird dadrauf hingewiesen dass es auch gefahren gibt.
    Wie bei jeder anderen Sportart ist es besser wenn man sich mit den Grundlagen mal befasst bevor man den Sport ausübt.
    Ich bin selber begeisterter SUPler und habe Instruktorenausbildung 1 + 2 in der Schweiz.
    Wir haben die Station in Zug und haben schon mehr als 2000 Kurse gegeben.
    Ich bin überzeugt wenn man sich richtig vorbereitet dann ist der Sport SUP sicher nicht gefährlicher wie jeder andere Sport.
    Freundliche Grüsse sup-kurse.ch

  2. Thomas, 07.08.2019, 09:20 Uhr

    Wer sein SUP nicht beim Discounter sondern beim Fachhändler kauft der erhält wichtige Paddel-Tipps und Sicherheitshinweise. Wenn man die in der Schweiz verbindliche Binnen-Schifffahrts-Verordnung (BSV) beachtet, leistet man einen weiteren Dienst zur eigenen Sicherheit und derer Anderer. Im Netz wird man unter „SUP Regeln BSV“ schnell fündig.

  3. Josephus de Mol, 07.08.2019, 09:08 Uhr

    Gut so. Dann löst sich dieses Problem von selber. Es ist gleich multiriskant: 1. Tod durch Ertrinken 2. Tod durch Sonnenstich 3. Tod durch Langeweile. SUP: Someone under psychoticdisorder.