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Stämmer tritt zurück – wer wird Nachfolger?
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Stadträtin Ursula Stämmer wird bei den Wahlen nächstes Jahr nicht mehr antreten. (Bild: vspb )

Wahlen 2016 in der Stadt Luzern Stämmer tritt zurück – wer wird Nachfolger?

5 Min 19.03.2015, 18:04 Uhr

SP-Stadträtin Ursula Stämmer (56) wird wohl diesen Freitagabend ihren Rücktritt per Ende Legislatur Mitte 2016 bekannt geben. zentral+ weiss auch schon, wer für sie als Nachfolger für die Stadtratswahlen 2016 kandidieren könnte.

Diesen Freitag, 20. März, dürfte die städtische SP den Auftakt einläuten zu den Wahlen 2016 in der Stadt Luzern. Nur gut eine Woche vor den kantonalen Wahlen kommen die Genossen am Freitag zur Generalversammlung zusammen. Mit Spannung erwartet wird das Traktandum 8: Städtische Wahlen 2016. Wer nachfragt, um was es dabei genau geht, stösst auf eine SP-untypische, ausgesprochen vehemente Mauer des Schweigens. Parteipräsident Claudio Soldati verrät nur, dass wichtige Entscheide in Bezug auf die Stadtwahlen gefällt werden.

Auf die Frage von zentral+, ob dann SP-Stadträtin Ursula Stämmer (56) ihren Rücktritt per Ende Legislatur bekannt geben wird, will Soldati partout keine Auskunft geben. Eisern verweigern auch Parteikollegen wie Fraktionschef Nico van der Heiden oder Vizepräsident Simon Roth jeglichen Kommentar. Eine Quelle aus dem Umfeld der Partei bestätigt jedoch entsprechende Recherchen von zentral+. Somit dürfte klar sein, dass diesen Freitag Bildungsdirektorin Ursula Stämmer, Stadträtin seit September 2000, ihre Nichtnomination für die nächsten Wahlen bekannt geben wird. Stämmer war an diesem Donnerstagnachmittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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«Will nicht 20 Jahre im Stadtrat sein»

Der Zeitpunkt dazu wäre auf jeden Fall günstig. Denn dass Stämmer nicht mehr antreten wird, ist zu 99 Prozent sicher. Zum einen, weil sie es selber gesagt hat. «Ich kandidiere für die nächsten vier Jahre und nicht länger. Ich habe nicht die Absicht, 20 Jahre im Stadtrat zu sein», sagte Stämmer in der «Neuen Luzerner Zeitung» Anfang 2012, direkt nach ihrer Nomination für die Stadtratswahlen durch die SP. Damals wurden Stämmer und Beat Züsli für die Stadtratswahlen vom 6. Mai 2012 nominiert. Stämmer wurde dann zwar gewählt, unterlag im Kampf ums Stadtpräsidium jedoch Finanzdirektor Stefan Roth.

Witziges Detail: Den Kürzeren an der Nominationsversammlung der Genossen 2011 zog damals eine Frau, die aktuell zu noch Höherem strebt: Felicitas Zopfi, die bei den Regierungsratwahlen vom 29. März 2015 die Nachfolge von SP-Frau Yvonne Schärli antreten möchte. Zopfi war bis Ende Februar SP-Kantonalpräsidentin.

SP und SVP werden antreten

Zurück in die Gegenwart. Günstig wäre der freitägliche Zeitpunkt von Stämmers Ankündigung zudem, weil der SP so genügend Zeit für die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin zur Verfügung stünde. Denn klar ist, dass die grösste Partei der Stadt Luzern ihren Sitz im Stadtrat verteidigen will. Dort sitzen derzeit mit Adrian Borgula ein Grüner, mit Manuela Jost eine Grünliberale, mit Stefan Roth ein CVPler und mit Martin Merki ein Freisinniger. Sie alle werden voraussichtlich zur Wiederwahl antreten.

Nicht vertreten in der Exekutive ist die SVP. Diese wird sicher einen Kandidaten ins Rennen schicken, wie Parteipräsident Peter With gegenüber zentral+ kürzlich ankündigt hat (wir berichteten). Wer das sein könnte, ist laut With noch völlig offen, das werde erst nach den Kantonsratwahlen angegangen. Die Nominationsversammlungen der SP und SVP für die Stadtratswahlen 2016 düften diesen Herbst/Winter stattfinden.

Stämmers Abgang wird gewünscht

Hochinteressant zu sehen sein wird nun in den nächsten Monaten, mit welchem oder welchen Kandidaten die SP zu den Stadtratswahlen antreten wird. Die junge Garde der Partei hätte sich bekanntlich schon vor den letzten Wahlen jemand anderes, frischeres, als Stämmer gewünscht. Was nur logisch ist: Wer wie die SP/Juso gern gegen «Sesselkleber» kämpft und für eine Amtszeitbeschränkung ist, für den sind 16 Jahre im Amt wie bei Stämmer schon fast ein Graus. Gern gesehen wäre für Stämmers Nachfolge sicher wieder eine Frau. Da mit Manuela Jost aber immerhin schon eine weibliche Stadträtin existiert, könnte auch wieder mal ein Mann in die Kränze kommen.

Schwungvolles Kandidatenkarussell

zentral+ wirft, um die Diskussion etwas in Schwung zu bringen, mal ein paar Namen von möglichen Stämmer-Nachfolgern in die Runde:

  • Architekt Beat Züsli könnte nach wie vor ein heisser Kandidat sein. Er ist ja jetzt auch für den Kantonsrat nominiert worden, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass er sich wieder ins öffentliche Bewusstsein zurückbringen will.
  • Gemunkelt wird auch, dass Grossstadträtin Luzia Vetterli Ambitionen hat und sich durch das Präsidium der wichtigen Geschäftsprüfungskommission (GPK) zu Höherem berufen fühlt. Ob der aufstrebende Star in der Anwaltsszene aber dafür ihre steile Juristenkarriere opfern würde? Witzig wäre Vetterli als Stadträtin, weil dann im Stadtrat die «Fremdsprachigen» in der Mehrheit wären: Vetterli hat einen unüberhörbaren Ostschweizer-Dialekt, Borgula ist der Nidwaldnerslang gut anzuhören und über Josts Berner Herkunft bestehen auch keine Zweifel. 
  • SP-Grossstadträtin Theres Vinatzer wurde 2012 mit dem besten Resultat aller Genossen wieder gewählt. Das wäre keine schlechte Ausgangslage für die Gesundheitsexpertin.
  • Oder warum nicht, um dem Stadtrat etwas Würze zu verleihen, David Roth ins Rennen schicken? Der SP-Kantonsrat, Ex-SP-Grossstadtrat, Ex-Juso-Schweiz-Präsident und Ex-SP-Schweiz-Vize kandidiert zwar aktuell sowohl für den Kantonsrat wie auch für die im Herbst stattfindenden Nationalratswahlen. Aber wer weiss: Vielleicht zieht es Roth ja doch noch in die Stadt zurück. Seine Mutter Regula Roth hätte vermutlich rein gar nichts dagegen. Sie verlor im Jahr 2000 bei der SP-Nomination für den Stadtrat nur hauchdünn mit einer Stimme Unterschied gegen ihre Erzrivalin namens: Ursula Stämmer.

Möglich wäre theoretisch auch die Kandidatur von SP-Fraktionschef Nico van der Heiden. Aber: Van der Heiden wird an der SP-GV diesen Freitag als Fraktions-Vertreter für die Wahlkampfgruppe vorgeschlagen. Diese Gruppe wird den städtischen Wahlkampf aufgleisen und managen. Ihr gehören unter anderem noch an: Simon Roth, Claudio Soldati, Mario Stübi und Sebastian Dissler. Van der Heiden düfte sich wohl kaum selber nominieren… Ausgesprochen originell wäre zudem, wenn van der Heiden und Vetterli gemeinsam nominiert würden – die beiden sind ein Paar.

Wahlkampfplakat für die Stadtratswahlen 2012.

Wahlkampfplakat für die Stadtratswahlen 2012.

(Bild: pd)

Wen wünschen Sie sich als Nachfolger/in für Ursula Stämmer in den Luzerner Stadtrat? Wir freuen uns über Ihren Eintrag in der Kommentarfunktion.

Update: An der GV der SP vom Freitagabend haben sich die Recherchen von zentral+ bestätigt. Ursula Stämmer gab ihren Rücktritt per Ende der Legislatur bekannt (siehe Meldung).

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