Städtische Politiker gegen zweite Gotthardröhre

2 min Lesezeit 1 Kommentar 07.02.2016, 13:20 Uhr

Der Abstimmungskampf zum Gotthard hat weiter an Fahrt gewonnen. Schweizer Städte und Gemeinden haben einen Appell gegen den zweiten Gotthard-Strassentunnel lanciert. 118 Exekutivmitglieder der bevölkerungsreichsten Gemeinden der Schweiz, darunter 25 Stadtpräsidenten und -präsidentinnen, haben unterschrieben.
Der Luzerner Stadtpräsident Stefan Roth (CVP) ist nicht darunter. Obwohl sich der gesamte Stadtrat gegen zweite Gotthardröhre ausspricht, weil er mehr Transitverkehr befürchtet.

Die Politiker warnen vor der rund vier Milliarden teuren «Luxussanierung» am Gotthard und empfehlen am 28. Februar ein Nein zur zweiten Röhre. Damit bestätigt sich der von zentral+ beschriebene Trend, dass es auch eine Abstimmung der Städte gegen das Land ist.

Stadt- und Gemeinderäte haben unterschrieben

Auch Exekutivpolitiker aus Luzern, Zug, Kriens und Baar haben den Appell mit unterschrieben. Vom Luzerner Stadtrat sind es Adrian Borgula (Grüne) und Ursula Stämmer (SP). Für Kriens der grüne Gemeindepräsident Cyrill Wiget. In Zug haben ebenfalls nur die linken Exekutivmitglieder unterzeichnet. Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) und CSP-Stadträtin Vroni Müller-Straub. In Baar ist es Berty Zeiter, Gemeinderätin der Alternative-die Grünen.

Ein Hauptargument der Tunnelgegner: Das Geld für den zweiten Tunnel werde bei anderen Strassenprojekten in den Agglomerationen fehlen. Dieses Argument bestreiten die Befürworter vehement und weisen darauf hin, dass die Projekte aus unterschiedlichen Geldtöpfen gespiesen werden.

 

Lesen Sie dazu auch:

Die Diskussion über Sinn und Unsinn eines zweiten Gotthard-Strassentunnels wird auch in Luzern heftig geführt. Pikant: Stadt und Kanton vertreten eine gänzlich andere Meinung. Das Ausscheren der Stadt sorgt beim Zentralschweizer Pro-Komitee für ein paar kräftige Tritte ans Schienbein des Grünen Stadtrates. Hier gehts zum Artikel.

 

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1 Kommentare
  1. rodolphe weibel, 07.02.2016, 14:18 Uhr

    Der neue Basistunnel überschreitet nicht eine Höhe von 550 m, und ist in einer Viertelstunde durchfahren. Die historische Linie gipfelt auf 1’150 m, und Züge durchfahren sie in eineinviertel Stunde. Der Scheiteltunnel entspricht in keiner Weise den heutigen Sicherheitsnormen. Die SBB haben mitgeteilt, dass kein Güterzug mehr diese Strecke befahren werde, und dass die Linie nicht mehr vorsorglich unterhalten wäre, sondern nur von Fall zu Fall repariert würde. Man kann sich eine Verlängerung bis Flüelen der Meterspurbahn, die Andermatt mit Göschenen verbindet, vorstellen. Die Nord- und SüdRampen bleiben für Dampfzüge erhalten.

    Mein Vorschlag ist: Den alten Bahntunnel außer Betrieb setzen, sein Profil erweitern, ihn mit einem Sicherheitsstollen versehen und einer modernen Lüftung ausstatten, ihn in einen Straßentunnel umbauen: das Ganze für 800 Mio, 3 Jahren. Anschliessend den heutigen Straßentunnel sanieren: 600 Mio. Gesamtkosten 1,4 Mia.

    Die Bürger sind aufgerufen, sich zu einem Gesetz zu äußern, das den Bau der zweiten Autobahnröhre, die durch den Bundesrat vorgesehen ist, gutheisst. Die Bürger werden weder eine Trasse, noch eine Bauweise, noch einen Baukredit beschliessen. Mit der Unterstützung der vernünftigen Bürger ist die Lösung des Umbaus des alten historischen Bahntunnels realistisch, ganz gleich was sie am 28 Februar entschlossen haben.

    https://sites.google.com/site/gothardscheiteltunnel/memoire

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