Regionales Leben

Kampf gegen Littering
Stadt Zug will mehr Buvetten an der Seepromenade

  • Lesezeit: 3 min
Die Buvette Quai Pasa am Zuger Alpenquai erfüllt offenbar ihren Zweck gut.
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Das «Quai Pasa» an der Zuger Seepromenade überzeugt den Stadtrat mit einem guten Konzept. (Bild: zvg)

Ein parteiübergreifender Vorstoss aus dem Stadtzuger Parlament fordert mehr Plätze für die Aussengastronomie am Seeufer. Das soll die Gastrobranche während der Pandemie unterstützen. Der Stadtrat begrüsst das Anliegen – wenn auch aus anderen Gründen.

Ein Apéro am Zugersee an einem lauen Sommerabend – wem gefällt diese Vorstellung nicht? Aus diesem Grund haben Parlamentarier der SVP, der Mitte sowie der GLP vom Stadtrat gefordert, dass dieser mehr Plätze für die Aussengastronomie bewilligt. Konkret bezieht sich das Postulat auf das Areal rund um den Siehbach und entlang des Sees bis zum Regierungsgebäude. Der Stadtrat soll prüfen, wie der Abschnitt von der Gastronomie unkompliziert bespielt werden kann.

Allerdings ist die Forderung obsolet. Denn die Postulanten forderten vom Stadtrat, bereits für den Sommer 2021 eine Nutzung zu prüfen. Mit reichlich Verspätung hat der Zuger Stadtrat nun auf das Postulat reagiert. Zwar erübrigt sich eine Diskussion für den diesjährigen Sommer, dem Stadtrat gefällt aber grundsätzlich die Idee, das Seeufer im erwähnten Abschnitt mit neuen Angeboten zu nutzen.

Litteringproblem am Seeufer

Allerdings nicht aus denselben Gründen wie bei den Postulanten. Denn diese wollen mit ihrer Forderung primär die Gastronomie unterstützen, welche durch die Coronamassnahmen stark eingeschränkt ist. Die Betriebe sollten darum am Seeufer neue Stellplätze erhalten, die sie zum Beispiel für Takeaway-Angebote nutzen könnten.

Der Stadtrat steht solchen Takeaway-Ideen allerdings kritisch gegenüber. Denn seit 2021 sei entlang des Seeufers vom Landsgemeindeplatz bis zum Hafen ein grosses Litteringproblem entstanden (zentralplus berichtete). «Es kam zu Nachtruhestörungen und Vandalismus, speziell im Bereich der WC-Anlage in der Katastrophenbucht», schreibt der Stadtrat in seiner Stellungnahme (zentralplus berichtete). Um der Situation Herr zu werden, hatte der Zuger Stadtrat sogar ein Alkoholverbot aufs Tapet gebracht.

Dieses Bild will der Stadtrat in Zukunft verhindern: Abfall am Zuger Seeufer im Morgengrauen.

Potenzial für mehr Aussengastronomie

Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass die genannten Probleme im Bereich der bestehenden Buvetten kleiner sind. Aktuell gibt es am Seeufer drei gastronomische Betriebe. Das «Quai Pasa», der Kiosk der Männerbadi Siehbach und der Goldige Kiosk. So hat der Stadtrat während dieses Jahres festgestellt: «Im direkten Umfeld der Buvetten war das Problem deutlich geringer, zumindest während den Betriebszeiten der Gaststätten.» Der Stadtrat begrüsse darum Vorhaben, die zur Beruhigung der Situation entlang des Seeufers beitragen.

«Aus Sicht des Stadtrats besteht durchaus ein gewisser Spielraum für zusätzliche, in sich überzeugende Angebote.»

Stellungnahme des Zuger Stadtrats

In der Stellungnahme heisst es weiter: «Aus Sicht des Stadtrats besteht durchaus ein gewisser Spielraum für zusätzliche, in sich überzeugende Angebote.» Diese würden zur Bekämpfung von Littering und Nachtruhestörungen beitragen. Zudem erhöhen solche Angebote das Sicherheitsgefühl und verbessern die soziale Kontrolle, selbst ausserhalb der Öffnungszeiten. Aus diesem Grund habe der Stadtrat überhaupt einen Betrieb der jetzt bestehenden Buvetten öffentlich ausgeschrieben.

Vorbild «Quai Pasa»

Der Stadtrat betont gleichzeitig, dass neue Angebote am Seeufer ein überzeugendes Konzept vorweisen müssen. Diese sollen insbesondere den Bedürfnissen der Anwohnerinnen Rechnung tragen. Neue Angebote sollen die bereits bestehenden Buvetten «optimal ergänzen und präventive Aufgaben übernehmen». Qualität vor Quantität sei das Motto des Stadtrats am Seeufer. Von rein kommerziell ausgerichteten Konzepten ohne Begleitmassnahmen sieht er darum ab. Diese könnten zu Nachtruhestörungen führen und die bestehenden Zuger Gastronomiebetriebe konkurrenzieren. Beides will der Stadtrat vermeiden.

Was sich der Zuger Stadtrat unter einem gelungenen Konzept für die Nutzung der Seepromenade vorstellt, nennt er am Beispiel des «Quai Pasa». Durch ein Mehrwegsystem gäbe es kein Litteringproblem. Das gastronomische Angebot setze auf Qualität vor Quantität. Zudem bereichern verschiedene Veranstaltungen das kulturelle Angebot in der Stadt Zug.

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