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Stadt Zug krempelt Kulturförderung um
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Der Zuger Stadtpräsident Karl Kobelt erhofft sich eine Professionalisierung der Kulturförderung. (Bild: youtube/Creafactory AG)

Eigene Abteilung und neue Strategie Stadt Zug krempelt Kulturförderung um

3 min Lesezeit 2 Kommentare 21.02.2020, 11:04 Uhr

Nach den Missklängen bei der Kulturförderung will der Zuger Stadtrat den Bereich reorganisieren und professionalisieren. Geplant ist eine neue Kulturstrategie und eine eigene Abteilung. Die Stadt sucht dafür ein neues Gesicht.

Die Stadt Zug stellt den Kulturbereich neu auf. Der Stadtrat will eine neue Kulturstrategie entwickeln und eine Abteilung Kultur schaffen. Darin sollen die bisherigen Mitarbeiterinnen integriert werden, heisst es in einer Mitteilung.

In den vergangenen Monaten hat der Kulturbereich der Stadt Zug für einige Schlagzeilen gesorgt. Dies, nachdem die Kulturkommission einem eigenen Mitglied ein Atelierstipendium zugesprochen hatte, obwohl die Bewerbung dafür als letzte und verspätet vorgelegt worden war. Das gab politisch reichlich Gesprächsstoff (zentralplus berichtete).

«Die komplexen Aufgaben lassen sich personell nicht mehr allein durch die Fachstelle sowie Aushilfen und Praktikanten erfüllen.»

Karl Kobelt, Stadtpräsident

Nun plant die Stadt Zug also eine eigene Kulturabteilung. Begründet wird die Reorganisation mit dem Wachstum der Stadt, das sich auch im Kulturbereich spiegle. «Wir wollen die Kulturförderung der Stadt Zug weiter professionalisieren», begründet Stadtpräsident Karl Kobelt (FDP). «Die komplexen Aufgaben lassen sich personell nicht mehr allein durch die Fachstelle sowie Aushilfen und Praktikanten erfüllen.» Zudem sei nach zehn Jahren die Zeit gekommen, eine neue Kulturstrategie zu erarbeiten.

«Das heisst nicht, dass wir den ganzen öffentlichen Raum flächendeckend mit Kunstwerken möblieren wollen», sagt Karl Kobelt, «sondern dass wir der wachsenden Bedeutung der Stadt Zug auch im Bereich Kultur Rechnung tragen möchten.»

Neuer Chef oder neue Chefin gesucht

Derzeit kümmern sich mit der Kulturbeauftragten Jacqueline Falk und zwei temporär Angestellten insgesamt drei Personen innerhalb der Stadtverwaltung um Kulturfragen. Die Grösse der Abteilung wird weiterhin drei bis vier Personen umfassen. Der Kulturbereich werde nicht weiter ausgebaut, sagt Kobelt. «Er wird aber fachlich gestärkt, indem sich künftig ein zweiter Kulturprofi in festem Anstellungsverhältnis mit den Belangen der Kultur befassen wird.»

«Wir wollen, dass eine neue Person die Leitung übernehmen wird.»

Falk werde ihren Job als Kulturbeauftragte abgeben, aber als Mitarbeiterin in der neuen Abteilung angestellt bleiben, sagt Kobelt. Sie erhält einen neuen Chef oder eine neue Chefin: Für die zukünftige Kulturabteilung sucht die Stadt derweil ein neues Gesicht. Die 80-Prozent-Stelle wird öffentlich ausgeschrieben. Theoretisch sei es möglich, dass sich auch Jacqueline Falk auf diese Stelle bewerbe, sagt Kobelt. Er lässt aber durchblicken, dass dies kaum der Fall sein dürfte. «Wir wollen, dass eine neue Person die Leitung übernehmen wird.»

Gesucht ist eine Person, die neben der fachlichen Verantwortung und der personellen Leitung auch für das Umsetzen der Kulturstrategie und die Vernetzung und Koordination zuständig ist. Weiter sei die Abteilungsleitung für die Pflege und den Ausbau der städtischen Kunstsammlung und die Geschäftsführung der Kulturkommission verantwortlich.

Drei neue Mitglieder für Kommission

Diese Kommission war zuletzt nicht mehr beschlussfähig, weil per Ende 2019 drei Mitglieder zurückgetreten waren. Die Sitze werden neu von Andreas Elmiger, Vreni Fasan-Hitz und Julia Häcki besetzt, wie die Stadt bekannt gibt. Damit sei eine breite Verankerung gewährleistet, so der Stadtrat. Insgesamt hat er neun Bewerbungsgespräche mit Interessenten geführt.

Die Kulturkommission wird im Hinblick auf die neue Kulturstrategie eine wichtige Rolle spielen. Das Papier wird laut Mitteilung in einem partizipativen Verfahren entwickelt. Dazu findet im Mai ein offizieller Anlass namens «Zukunftsforum Kulturstrategie» statt.

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2 Kommentare
  1. Paolo Jacomella, 22.02.2020, 16:55 Uhr

    Dieser Artikel wurde mit sehr wenige Deontologie . Die Autorin konnte die Name von Jacqueline Falk weg lassen .
    Ich frage mich wie sich Jacqueline Falk sich fühlen kann nach dem Lesen diesen Artikel .
    Beste Grüsse
    Paolo Jacomella

    1. Redaktion Lena Berger, 22.02.2020, 19:06 Uhr

      Die Kulturbeauftragte hat eine Funktion, in der sie in der Öffentlichkeit steht. Warum sollten die Medien da ihren Namen nicht nennen dürfen?

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.