Stadt und Kanton stellen Betriebskonzept für das neue Luzerner Theater vor
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In etwa so könnte der Gastrobereich des neuen Theaters aussehen. (Bild: zvg)

Ein Begegnungsort mit Beiz für alle Stadt und Kanton stellen Betriebskonzept für das neue Luzerner Theater vor

5 min Lesezeit 3 Kommentare 03.05.2021, 10:14 Uhr

Stadt, Kanton und das Luzerner Theater haben erste Details zur Zukunft des Kulturhauses an der Reuss präsentiert. Geplant ist ein Ganzjahresbetrieb, der zugleich zum Begegnungsort für alle werden soll. Doch bis es so weit ist, wird noch sehr viel Wasser die Reuss runter fliessen.

Dem Luzerner Theater stehen gewichtige Änderungen bevor. Stadt und Kanton teilen einerseits die Finanzierung von Kultureinrichtungen neu auf. Andererseits erhält das Kulturhaus einen Neubau und ein neues Betriebskonzept. Am Montag stellten Stadtpräsident Beat Züsli (SP) und Regierungsrat Marcel Schwerzmann (parteilos) gemeinsam mit Birgit Aufterbeck Sieber, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater, die Details und die nächsten Schritte vor.

Begegnungsort für alle

Birgit Aufterbeck präsentierte das Betriebskonzept mit den Eckwerten für eine künftige Nutzung, Raumgestaltung. So ist vorgesehen, das neue Theatergebäude als «Begegnungsort für alle» mit einem Restaurant zu konzipieren und einmalig für die Schweiz einen Ganzjahresbetrieb anzubieten. Zudem ist eine Dachterrasse mit Blick auf die Altstadt vorgesehen.

«Wir wollen möglichst vielen Menschen aller Generationen den Zugang zur darstellenden Kunst erleichtern, auch und gerade im Sommer», sagte Birgit Aufterbeck. Dazu will das Luzerner Theater ein reichhaltiges, abwechslungsreiches und kontinuierliches Angebot aller darstellenden Künste Oper, Schauspiel und Tanz anbieten – die auch dank nachhaltiger Kooperationen mit internationalen, nationalen und regionalen Kulturpartnern vielfältig ausgestaltet werden kann.

Auch Kongresse und Co. sollen möglich sein

In den Sommern könne man sich vorstellen, gezielt touristische Angebote zu produzieren, sagte Aufterbeck. Das könne beispielsweise mit internationalen Musicals geschehen, die eingekauft werden. «Wir brauchen deshalb eine flexible Infrastruktur, die auch den kommenden Generationen Rechnung trägt.»

Zentral ist laut Plänen ein grosser Aufführungssaal mit einer «herausragenden Akustik». Vorgesehen ist weiter, dass die Räumlichkeiten nebst der Nutzung durch Theaterschaffende und Kulturpartner auch für wirtschaftliche und gesellschaftliche Anlässe offen sein sollen. «Die Luzerner sollen einen Grund haben, das neue Theater mindestens einmal im Jahr zu besuchen», so der Wunsch der Stiftungspräsidentin. Und Stadtpräsident Züsli ergänzte: «Wir freuen uns jetzt auf die öffentliche Diskussion über das Betriebskonzept.» Es sei geplant, das entsprechende Dokument im September im Stadtparlament zu behandeln.

Beat Züsli (links), Marcel Schwerzmann und Birgit Aufterbeck Sieber stellen die Details vor.

Das Luzerner Theater ist das älteste produzierende Mehrspartenhaus in der Zentralschweiz. Das Theatergebäude an der Reuss wurde 1839 eröffnet und seither mehrmals umgebaut und saniert. In einigen Jahren wird eine Totalsanierung für rund 50 bis 80 Millionen Franken nötig sein. Nach umfassenden Abklärungen und der Abwägung aller Vor- und Nachteile favorisieren der Stadtrat und Regierungsrat wie auch das Theater selbst einen Neubau anstelle einer Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes. Das Neue Luzerner Theater soll ein professionelles Mehrspartenhaus bleiben, wobei ein Akzent auf dem Musiktheater liegt. Es soll am heutigen Standort Theaterplatz bleiben.

Nächster Schritt: Architekturwettbewerb

Für die Vorbereitung, Ausschreibung und Durchführung des Architekturwettbewerbs für einen Theater-Neubau wurde Ende 2019 eine Projektierungsgesellschaft unter dem Vorsitz der Stadt Luzern gegründet, in welcher neben dem Kanton Luzern auch die übrigen relevanten Partner eingebunden sind. Das vorgestellte Betriebskonzept bildet die Grundlage für den Architekturwettbewerb.

Stadtpräsident Beat Züsli skizzierte die nächsten Schritte: «Der Projektzeitplan sieht im Herbst 2021 den Beginn des Architekturwettbewerbs vor. Stimmen der Grosse Stadtrat bzw. die Stimmberechtigten der Stadt Luzern den daraufhin folgenden Vorlagen zur Projektierung und zur Realisierung zu, soll ab 2026 gebaut werden.» Mit der Eröffnung des Neuen Luzerner Theaters wäre Ende 2028 zu rechnen.

Neuer Kostenteiler beim Zweckverband Grosse Kulturbetriebe

Neu geregelt werden die Kosten. Ab 2023 soll der Schlüssel für die Finanzierung der Betriebsbeiträge an die grossen Kulturinstitutionen schrittweise angepasst werden, bis er das Verhältnis von 60 Prozent zulasten des Kantons und 40 Prozent zulasten der Stadt erreicht. Die Finanzierung allfälliger zukünftiger Investitionsbeiträge für Infrastrukturprojekte bei den Kulturinstitutionen werden von Fall zu Fall im Zweckverband ausgehandelt.

Die anstehenden Investitionen beim Luzerner Theater werden von der Stadt, diejenigen beim Verkehrshaus der Schweiz vom Kanton mitgetragen. Regierungsrat Schwerzmann erläutert: «Durch diese neue Regelung des Finanzierungsschlüssels wird der Kanton bei den Betriebsbeiträgen an den Zweckverband ab dem Jahr 2025 um rund 2,87 Millionen Franken jährlich entlastet.» Diese Mittel wurden bereits mit dem letztjährigen Finanzplan in die Staatskasse zurückgeführt.

Mittel sollen bei der Kultur bleiben

Laut Schwerzmann hat der Regierungsrat beschlossen, diese Mittel erneut für die Institutionen im Zweckverband zu verwenden. Insbesondere sei er bereit, die im Betriebskonzept des neuen Luzerner Theaters vorgesehene Aufstockung der Betriebsmittel um maximal zehn Prozent mitzutragen. Das Bildungs- und Kulturdepartement wurde beauftragt, die Einhaltung dieser Limite durchzusetzen.

Aufgrund des künftig geltenden Kostenteilers und der damit verbundenen grösseren Mitverantwortung der Stadt Luzern wird die Organisation des Zweckverbandes ebenfalls angepasst. So sollen Kanton und Stadt künftig mit gleich vielen Delegierten vertreten sein, und ein alternierender Vorsitz geschaffen werden. Dennoch zahlt der Kanton mit dem neuen Finanzierungsschlüssel immer noch 60 Prozent der direkten Betriebsbeiträge an die Kulturinstitutionen. In einer Brutto-Betrachtung, die die heute von der Stadt finanzierten Infrastrukturkosten berücksichtigt, beträgt der Schlüssel neu 50:50.

Im vergangenen Jahr fand dazu eine breite Vernehmlassung statt. Die Mehrheit spricht sich für die Gesetzesänderung und für die Regelung zu den anstehenden Investitionskosten aus. Positiv bewerten sie neben der Entlastung des kantonalen Budgets auch die resultierende Planungssicherheit für Kulturorganisationen, Kulturschaffende und Gemeinden. Der Regierungsrat legt die entsprechende Botschaft nun dem Kantonsrat zur Beratung vor.

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3 Kommentare
  1. Rudolf 1, 04.05.2021, 15:19 Uhr

    Die Verbindung der Reussbrücke von der Altstadt direkt ins Theater darf nicht vergessen werden. Das ist eine einmalige architektonische und städtebauliche Chance.

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  2. F. Reienhof, 03.05.2021, 18:37 Uhr

    Nach meiner Ansicht gibt es in Luzern keinen Theaterplatz.

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    1. Rudolf 1, 04.05.2021, 15:25 Uhr

      Der Durchgang zwischen Theater und Ente ist als «Theaterpl.» auf dem Google-Stadtplan …

      https://www.google.de/maps/place/Theaterpl.,+6003+Luzern/@47.0504,8.3054528,19z/data=!4m5!3m4!1s0x478ffb9f429af84b:0x3840f14ff0b19806!8m2!3d47.0504!4d8.306

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