Wer öffentlich grillieren will, greift in Luzern weiterhin zum Einweggrill
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Grillieren – die Lieblingsaktivität von Frau und Herrn Schweizer. (Bild: ©Emanuel Ammon/AURA)

Obwohl Elektrogrills ökologischer sind Wer öffentlich grillieren will, greift in Luzern weiterhin zum Einweggrill

2 min Lesezeit 1 Kommentar 02.03.2020, 16:00 Uhr

Die Grillsaison ist zwar noch ums Eck, die Nutzung von Einweggrills erhitzt die Gemüter aber rund ums Jahr. Wie man verkohlte Flecken in Parkanlagen bekämpfen soll, bleibt ein Rätsel. Elektrogrills seien jedenfalls keine Lösung, sagt die Stadt.

Der Stadtrat wurde seitens der SP/Juso-Fraktion gebeten, die Installation von öffentlichen Elektrogrills auf der linken und rechten Seeseite zu prüfen. Solche sind beispielsweise in der Stadt Zürich im Einsatz (zentralplus berichtete). Durch solche Anlagen könnte das Grillieren an Seeanlagen in «allgemein erträgliche Bahnen gelenkt werden», schreiben die Postulanten Gianluca Pardini und Adrian Albisser. Zudem könnten so Schäden an Grünanlagen vorgebeugt werden.

Solche Schäden entstehen insbesondere durch die Nutzung von Einweggrills. Werden diese nicht korrekt genutzt, hinterlassen sie unschöne Brandflecken auf den Rasenflächen. In Luzern betrifft das «Grill-Problem» nicht zuletzt die Ufschötti. Dort wurden 2016 unter anderem Betonplatten in den Rasen eingelassen, welche Gäste als feuerfeste Unterlage für mobile Grills nutzen können. Gelöst wurde das Problem mit übermässigem Rauch und den Schäden im Rasen dadurch jedoch nicht.

Zu hohe Kosten, zu wenig genutzt

Für Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula sind die gängigen Einweggrills zwar ein «ökologisches Unding». Die Installation eines Elektrogrills biete hier aber keine Lösung.  «Sowohl die hohen Kosten wie auch die voraussichtliche geringe Nutzung eines solchen Elektrogrills sprechen gegen diese Option», wie er auf Anfrage sagt. 

Zum einen führt der Stadtrat die hohen Kosten an. Alleine für die Planung und Installation eines Elektrogrills rechnet der Stadtrat mit Kosten in der Höhe von rund 37’000 Franken an. Die jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten beziffert der Stadtrat auf rund 27’000 Franken. Entsprechend ist der Stadtrat der Ansicht, dass der Einsatz einzelner Elektrogrills «nicht in einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht», wie es in der vorliegenden Stellungnahme heisst.

Zürich plant weitere Anlage

Der Blick zu den zwei installierten Elektrogrills in Zürich zeige zwar, dass die Anlagen rege genutzt werden. In Sachen Rauchentwicklung, Littering und Schäden im Rasen habe sich bei den Zürcher Seeanlagen aber trotz der Installation der Elektrogrills keine Verbesserung gezeigt, schreibt der Luzerner Stadtrat. Die Anzahl der Einweggrills habe nicht abgenommen. Dennoch: Zürich plant, eine dritte Anlage zu installieren.

Bleibt die Frage, wie es in Luzern weitergehen soll. Neue Ansätze, wie das Problem anzupacken sein könnte, werden derzeit jedenfalls keine diskutiert, bestätigt Adrian Borgula. «Es gab und gibt aber Anstrengungen zur Sensibilisierung der Nutzer von Einweg- und mobilen Grills.»   

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1 Kommentare
  1. B Suter, 02.03.2020, 16:23 Uhr

    Schade, die Grills in Zürich sind eine tolle Sache.

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