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Stadt sagt Ja zur Kultur- und Sportförderung
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Luzerner «Süd-Agglo-Herz»: Das Kulturzentrum Südpol. (Bild: zvg)

Stadt sagt Ja zur Kultur- und Sportförderung

3 min Lesezeit 28.01.2016, 15:07 Uhr

Frohe Kunde für die Luzerner Kultur- und Sportinstitutionen: Das Stadtparlament verlängerte an der Sitzung diesen Donnerstag ihre Subventionsverträge mit Südpol und Kleintheater bis 2018 sowie weiteren Institutionen. Dennoch: Eine Hürde bleibt bestehen.

Seit 2001 schliesst die Stadt Luzern mit wichtigen Kulturhäusern und Veranstaltern sogenannte Subventionsverträge ab. Darin ist bis in die Paragrafen geregelt, wer wie viel Geld – und vor allem: wofür – erhält.

2014 dann besiegelte die Stadt das Mammutprogramm Kultur-Agenda 2020 – den neuen kulturellen Grundlagenbericht. Darin hat man die bisherige Subventionspraxis bestätigt. Das ist für die Kultur doppelt erfreulich: Sie kann wieder langfristig planen. Und vor allem: Sie wird vom Sparen verschont.

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Nun ist der Grosse Stadtrat an seiner Sitzung diesen Donnerstag dem Parlament gefolgt und hat die Subventionsbeträge für den Südpol und das Kleintheater abgesegnet. Dagegen sprachen sich SVP und FDP aus. Die restlichen Beträge liegen in der Kompetenz des Stadtrates. Ein Rückweisungsantrag der SVP, wonach die Gelder gekürzt werden sollten, unterlag einem Rückweisungsantrag der Grünen, welche stärker die freie Szene begünstigen wollten. Doch am Schluss wurde auch der Antrag der Grünen abgelehnt. Somit läuft alles wie vom Stadtrat vorgelegt.

Und so viel erhalten die einzelnen Institutionen zwischen 2016 und 2018 jährlich:

Institution Beitrag pro Jahr (2016–2018) Veränderung
Südpol Luzern 1’005’300 Fr. Der grösste Gewinner erhält ab diesem Jahr 50’000 Fr. mehr als 2015
Kleintheater Luzern 270’000 Fr. Marginal mehr als 2015: 8500 Fr.
Comix-Festival Fumetto 210’000 Fr. Keine Veränderung
Gletschergarten 150’000 Fr. Keine Veränderung
Kunsthalle Luzern 158’500 Fr. Keine Veränderung
Blue Balls Luzern 130’000 Fr. Keine Veränderung
World Band Festival 130’000 Fr. Keine Veränderung
Lucerne Blues Festival  110’000 Fr. Keine Veränderung

Total gibt die Stadt 2016 also knapp 2,2 Millionen Franken für die obigen Kulturinstitutionen aus, leicht mehr als 2015. Keine Subventionsverträge mehr gibt’s für folgende Institutionen – was aber nicht heisst, dass sie deswegen weniger Geld von der Stadt erhalten: die Festival Strings Lucerne (weiterhin 85’000 Fr. jährlich), die Schüür (125’000 Fr. jährlich), das Museum Rosengart (88’500 Fr.) und den Jazz Club Luzern (38’000 Fr.). Die vier Betriebe werden aus dem normalen Budget oder dem Kultur-Fonds gespiesen.

Warum erhält der Südpol mehr?

Das Musik-, Tanz- und Theaterhaus Südpol in Kriens hat bereits 2015 mehr Geld erhalten als zuvor (nämlich 350’000 Fr.) – für 2016 gibt’s nochmals etwas mehr. Ist das Haus nun finanziell dort, wo man hinwollte? Bildungsdirektorin Ursula Stämmer sagt: «Wir haben inzwischen Erfahrungen, wie das Haus läuft, das brauchte etwas Zeit. Jetzt erzielen wir einen Fortschritt.» Natürlich «schwimme» der Südpol auch in Zukunft nicht im Geld, aber mit der zusätzlichen Finanzierung müsse der Betrieb gesichert sein.

Das kann man auch als Eingeständnis lesen, dass der Südpol bisher zu wenig Geld erhalten hat – was ja immer wieder beklagt wurde: Gelder, die man eigentlich für die Programmation gebraucht hätte, flossen in den teuren Unterhalt des Hauses. Das ist im neuen Vertrag nun klar getrennt: einerseits mit einem Beitrag von rund 700’000 Fr. jährlich für Betrieb und Unterhalt, andererseits 300’000 Fr. jährlich für künstlerische Inhalte. Und die Aussichten sind auch sonst rosig: «Mit dem Neubau der Musikhochschule entwickelt sich das Gebiet weiter und es entsteht ein Zentrum im Luzerner Süd-Agglo-Herz», so Stadträtin Ursula Stämmer.

Subventionsverträge im Sport

Die Stadt Luzern verlängert ihre Subventionsverträge auch in der Sportförderung. Für folgende Institutionen gibt es sogar jährlich etwas mehr Geld – dies vor allem wegen steigender Sicherheitskosten für Grossanlässe:

  • Ruderwelt Luzern (Regattaverein): 63’000 Fr. für 2016, 65’000 für 2017, 70’000 für 2018
  • Swiss City Marathon (Verein Lucerne Marathon): 50’000 Fr. für 2016, 60’000 für 2017, 65’000 für 2018
  • Spitzen Leichtathletik Luzern (Leichtathletikclub Luzern): 41’000 Fr. für 2016, 55’000 für 2017 und 2018
  • Verein Luzerner Stadtlauf: 30’000 Fr. für 2016, 35’000 für 2017, 40’000 für 2018

Doch eine Hürde bleibt noch: Am 28. Februar stimmt das Volk über das Budget 2016 ab. Grund: Die Linke hat wegen Kürzungen in der Bildung das Referendum ergriffen. Bei einem Nein bleibt die Stadt einige Monate ohne Budget. Kein Budget, keine Kultursubventionen. Und dann kann es für einige Betriebe schnell eng werden.

Die Linke im Dilemma

Lesen Sie hier unseren Folge-Artikel: «Die Linke im Dilemma». Weil Luzern noch kein gültiges Budget hat, läuft die Stadt auf Notstrom. Nur die dringendsten Ausgaben dürfen getätigt werden. Subventionen an Vereine und Kultur sind blockiert. Noch mindestens bis zur Budgetabstimmung am 28. Februar – und bei einem Nein darüber hinaus. Das bringt die Linke in die Zwickmühle.

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