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Stadt Luzern will Velostrassen definitiv einführen
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Dieses Piktogramm auf der Bruchstrasse bedeutet Velostrasse.  (Bild: jwy)

Pilotstädte fordern bundesweite Verankerung Stadt Luzern will Velostrassen definitiv einführen

3 min Lesezeit 05.02.2019, 10:01 Uhr

Die Pilotstädte Basel, Bern, St. Gallen, Zürich und Luzern fordern den Bund auf, Velostrassen definitiv einzuführen. Die Resultate der 2016 und 2017 durchgeführten Pilotversuche bestätigen die positiven Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern.

«Velostrassen ermöglichen hochwertige Veloverbindungen abseits von Hauptstrassen», so klingt es aus der Stadt Luzern. Um die Wirkung der Velostrassen beurteilen zu können, hat die Stadt Luzern als eine von fünf Städten unter Mitwirkung des Bundesamts für Strassen (Astra) 2016 und 2017 Pilotversuche durchgeführt (zentralplus berichtete). Dabei wurde der Einfluss dieses neuen Verkehrsregimes auf die Verkehrssicherheit, die Qualität und den Komfort für den Veloverkehr sowie dessen Akzeptanz untersucht.

In Luzern wurde die Velostrasse auf dem Abschnitt Bruch- und Taubenhausstrasse getestet. Neben Luzern beteiligten sich die Städte Bern, Basel, Zürich und St. Gallen am Projekt. Seit Anfang Januar 2019 liegt der Schlussbericht des Astras vor. Basis für den Bericht waren Messungen und Befragungen. Der Schlussbericht zeigt eine hohe Akzeptanz der Velostrassen und eine deutliche Zunahme des Veloverkehrs. Dies teilt die Stadt Luzern diesen Dienstag mit.

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Schweizer Resultate bestätigen positive Erfahrungen

Die Resultate bestätigen die positiven Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Österreich oder Deutschland, so argumentiert die Stadt Luzern. Es konnte eine Komfortsteigerung für den Veloverkehr erzielt werden, ohne dass es bei den anderen Verkehrsteilnehmenden zu nennenswerten Qualitätseinschränkungen gekommen wäre.

Das Unfallgeschehen auf den Pilotstrecken verlief unauffällig. Unbestritten ist, dass die Signale und markierten Velosymbole einen Beitrag an die Verdeutlichung der Veloführung beziehungsweise an die Sichtbarkeit des Veloverkehrs leisten können. Der Pilotversuch hat zudem gezeigt, dass Velostrassen nur auf geeigneten Strecken angewandt werden sollen und keine Billiglösung sind. Sie müssen sorgfältig geplant und gestaltet werden.

Trotz der grundsätzlich positiven Ergebnisse will das Astra die Velostrassen noch nicht definitiv einführen. Die Erkenntnisse seien nicht ausreichend. Gemäss Schlussbericht erlauben die tiefen Fallzahlen und die kurze Laufzeit der Versuche noch keine Aufnahme in die laufende Verordnungsrevision. Das Astra wird die Ergebnisse des Pilotversuchs mit den Fachgremien und Fachverbänden diskutieren. Gestützt darauf wird über das weitere Vorgehen entschieden. Bis zum definitiven Entscheid über die Einführung von Velostrassen dürfen die Pilotstrecken in Betrieb bleiben.

Veloförderung vorantreiben

Dass das Astra noch keinen eindeutigen Schluss zur Zweckmässigkeit von Velostrassen ziehen kann, ist für die Pilotstädte nicht verwunderlich, da die Pilotstrecken vorerst nur mit einfachen Mitteln umgestaltet wurden. Zudem wurde die Zeitersparnis für die Velofahrenden nicht untersucht. Diese resultiert durch die Vortrittsberechtigung, wodurch nicht mehr an jeder Kreuzung angehalten werden muss.

Die Pilotstädte sind von den Velostrassen überzeugt. Sie erachten es als zentral, dass sie auf Bundesebene verankert werden, um sie zukünftig entsprechend planen und gestalten zu können. Insbesondere mit Blick auf den «Bundesbeschluss Velo», den die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger Ende September 2018 sehr deutlich angenommen haben, finden die Städte es wichtig, die Veloförderung voranzutreiben. Die Stadt Luzern hat zudem in der Vernehmlassung zur Änderung der Verkehrsregeln und Signalisationsvorschriften die Aufnahme eines neuen Artikels zur Signalisation von Velostrassen gefordert.

Die wichtigsten Resultate in Luzern

Die Messungen in Luzern haben gezeigt, dass die Velofahrenden auf der Velostrasse nicht schneller unterwegs sind als vorher. 85 Prozent fuhren mit maximal 27 Kilometern pro Stunde. Auf der Taubenhausstrasse sank die Geschwindigkeit sogar leicht. Auch die wegen der Aufhebung des Rechtsvortritts befürchtete Zunahme der Geschwindigkeit beim Autoverkehr konnte nicht beobachtet werden.

Die Geschwindigkeit lag meistens bei den erlaubten 30 Kilometern pro Stunde. Abgenommen haben jedoch die vereinzelten Tempoexzesse von 58 auf 44 Kilometern pro Stunde. 79 Prozent der Anstösser gaben an, dass Ihnen die Idee der Velostrasse zusagt. Auf die Frage, ob sich die Verkehrsteilnehmenden auf der Velostrasse sicher fühlen, stimmten insbesondere die Fussgänger mit 93 Prozent deutlich zu. Bei den Velofahrenden und Autofahrenden beträgt die Zustimmung 87 respektive 84 Prozent.

Der Schlussbericht zum Pilotversuch ist auf folgender Seite abrufbar: www.velo.stadtluzern.ch

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