Stadt Luzern will Feuerwerke nicht verbieten
  • Politik
Das Feuerwerk über dem Luzerner Seebecken (Bild: Jonathan Wartmann)

Lasershows sind für Tiere problematischer Stadt Luzern will Feuerwerke nicht verbieten

2 min Lesezeit 3 Kommentare 12.03.2021, 11:00 Uhr

An Feuerwerken scheiden sich seit Jahren die Geister. Für einen sind sie ein magisches Erlebnis, für die anderen eine Zumutung. Der Stadtrat von Luzern will sie jedenfalls nicht verbieten – auch weil die Alternative nicht wirklich besser ist.

Die Zahlen sind eindrücklich: Gemäss einem Bericht des Bundesamts für Umwelt (Bafu) werden in der Schweiz pro Jahr durchschnittlich 2000 Tonnen Feuerwerkskörper abgebrannt. Dabei gelangen rund 360 Tonnen Feinstaub in die Atmosphäre – was etwa zwei Prozent der gesamten Feinstaubemissionen ausmacht.

Ein Unsinn, findet SP-Grossstadtrat Claudio Soldati. Er hat eine Motion eingereicht, um Grossfeuerwerke künftig zu verbieten (zentralplus berichtete). Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor.

Müsste auch der «Urknall» weichen?

Die Regierung betont, dass in der Stadt in den letzten Jahren jeweils genau drei knallende Grossfeuerwerke im Jahr bewilligt wurden: Das Neujahrsfeuerwerk, der fasnächtliche Urknall und die 1.Augustfeier auf dem Littauerberg. Ersteres habe für den die Hotellerie eine «gewisse wirtschaftliche Bedeutung», weil es zu zusätzlichen Umsätzen in der Stadt führt.

«Die maximale Anzahl an Grossfeuerwerken ist in Luzern auf vier beschränkt», ergänzt der Grüne Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula auf Anfrage von zentralplus.

«Lasershows – oder auch Wasserspiele – sind zwar eine Alternative», sagt Borgula weiter. Doch seien diese vergleichsweise sehr teuer und aufwendig. «Zudem sind Lasershows zwar bezüglich Lärm und Feinstaub weniger belastend, hinsichtlich Lichtverschmutzung aber wohl problematischer als konventionelle Feuerwerke.»

Lasershows sind ein Schock für verschiedene Tiere

Konzentrierte Lichtemissionen, die über längere Zeit andauern, seien gerade für nachtaktive Tiere sehr störend, sagt Borgula mit Verweis auf die Einschätzung von Experten. Die Blendung von Zugvögeln oder Insekten könne zu «starken Irritationen» und im Extremfall zum Tod der Tiere führen.

Die Auswirkungen von Feuerwerk auf die Gesundheit der Bevölkerung und auf Tiere ist zudem aus Sicht des Stadtrats «nicht sehr gravierend». Er will den Organisatoren deshalb nicht vorschreiben, künftig auf Lasershows statt auf Feuerwerk zu setzen – auch wenn diese weniger CO2 ausstossen, sie aber zu Prüfung von Alternativen anregen

Feuerwerksverbot nicht ganz vom Tisch

«Ein Feuerwerk hat für viele Menschen immer noch einen magischen Touch und verzaubert den dunklen Nachthimmel in der kalten Jahreszeit», formuliert es der Stadtrat in seiner Antwort geradezu poetisch. Mit dem Anliegen der SP geht der Stadtrat grundsätzlich einig, weil auch er eine Stadt mit wenig Feuerwerk und die Prüfung von Alternativen anstrebt. Zudem will er bei der nächsten Überarbeitung des entsprechenden Reglements prüfen, ob der die bisher bestehenden Einschränkungen zu Grossfeuerwerken  noch verschärfen will.  

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3 Kommentare
  1. Roli Greter, 12.03.2021, 17:16 Uhr

    «Ein Feuerwerk hat für viele Menschen immer noch einen magischen Touch und verzaubert den dunklen Nachthimmel in der kalten Jahreszeit.»

    Wenn man ein Feuerwerk braucht um verzaubert zu werden kann man einen schon fast ein bisschen leid tun.
    Die Doppelmoral kennt wohl keine Grenzen; während man an Bushaltestellen gebüsst wird wenn man keine Maske trägt darf man ungestört Feuerwerk zünden, und das wann immer man will. Krank!

    1. lucifer, 13.03.2021, 16:21 Uhr

      bitte nicht aepfel mit birnen mischen…

    2. Roli Greter, 14.03.2021, 02:05 Uhr

      Bitte etwas länger überlegen Luzi Fehr.

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