Stadt Luzern will E-Bikes anbieten – aber keine Scooter
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Nextbike muss sich den Veloverleih in der Stadt Luzern neu bewerben. (Bild: zvg)

Velo-Verleih wird neu ausgeschrieben Stadt Luzern will E-Bikes anbieten – aber keine Scooter

2 min Lesezeit 2 Kommentare 20.11.2020, 10:27 Uhr

Die Stadt Luzern schreibt das Veloverleihsystem neu aus. Gesucht werden per Januar 2023 eine Anbieterin und eine Betreiberin. Neu sollen auch E-Bikes mit einer Unterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde ins Angebot aufgenommen werden.

Seit 2011 wird das Verleihsystem von der deutschen Firma Nextbike angeboten und von der Caritas Luzern betrieben. Die Nutzungszahlen sind seit 2011 kontinuierlich gestiegen, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt. Aktuell werden pro Jahr rund 125’000 Ausleihen registriert. Mit rund 300 Stationen und 1000 Velos – rund 550 davon in der Stadt Luzern – deckt Nextbike einen grossen Teil der Zentralschweiz ab.

Doch trotz der Zufriedenheit mit den bisherigen Anbietern Nextbike und Caritas, müssen auch diese sich nun in einem öffentlichen Verfahren neu bewerben. «Aus Gründen der Gleichbehandlung und der fairen Wettbewerbsverhältnisse schreibt die Stadt Luzern per Januar 2023 das Veloverleihsystem inklusive des Betriebs sowie die Velodienste neu aus», heisst es weiter. Die Velodienste sowie der Betrieb der Velostation sollen per Einladungsverfahren vergeben werden.

In der Ausschreibung werden auch die umliegenden Gemeinden aufgeführt, die Interesse am Verleihsystem haben und individuelle Verträge mit den künftigen Anbietern abschliessen können.

E-Bikes fördern Umstieg vom Auto

Neu sollen auch E-Bikes mit einer Unterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde angeboten werden. Die Stadt verspricht sich davon, dass dadurch das Verleihsystem noch mehr genutzt wird. Mit den E-Bikes können «Höhenunterschiede, wie sie in Luzern typisch sind» und längere Distanzen problemlos zurückgelegt werden. Somit würden die E-Bikes im Angebot des Verleihsystems das Umsteigen vom Auto aufs Velo fördern.

Um die Aussenquartiere und Hanglagen besser ans System anzubinden, sind neben den 76 bereits bestehenden Standorten 13 weitere vorgesehen.

Scooter bringt «keine Vorteile»

E-Scooter will die Stadt hingegen nicht in das Angebot aufnehmen. «Sie animieren in erster Linie Fussgängerinnen und Fussgänger zum Umstieg und tragen somit nicht zur Erreichung der städtischen Mobilitätsziele bei», heisst es.

Die Stadt Luzern verzichtet auch auf Angebote mit «Free-Floating»- Betrieb, bei denen Velos nicht nur an den bezeichneten Standorten abgegeben werden können. Das Modell sorgte in anderen Städten für Ärger, weil viele Scooter achtlos am Strassenrand liegen gelassen werden oder ganze Abschnitte zuparkiert werden.

Bleibt die Ausleihe gratis?

Bisher können alle Bewohnerinnen und Bewohner Luzerns ein Fahrrad von Nextbike kostenlos für jeweils vier Stunden ausleihen. Zurzeit ist noch offen, ob die Velos den Stadtluzernerinnen und Stadtluzernern weiterhin gratis abgeben werden.

Der Stadtrat will erst nach der Ausschreibung über den Beitrag der Stadt entscheiden, der Tarif für die Ausleihe soll aber «möglichst attraktiv» gestaltet werden.

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2 Kommentare
  1. Max Barmettler, 20.11.2020, 17:08 Uhr

    Es würde doch sehr erstaunen, wenn die Batterievelos zum Nulltarif genutzt werden könnten. Die Kosten lassen sich gar nicht mit einem normalen Velo vergleichen. Nur schon die Anschaffung kostet ein paar Tausender. Dazu kommt der Stromverbrauch (obwohl billiger Nachtstrom aus AKWs), und die Stromer müssen täglich eingesammelt, fachmännisch kontrolliert, gewartet und ab und zu auch repariert werden. Bei so vielen Standorten – geplant sind fast 90 – ist das äusserst aufwendig. Und nach wenigen Jahren sind sie nichts als Elektroschrott. Eine kostspielige Sache ohne echten ökologischen Mehrwert. Muss man jeden Trend mitmachen?

  2. B Suter, 20.11.2020, 13:45 Uhr

    In jedem Kaff hat man schon die Scooter, nur Luzern hat das Gefühl man muss nicht mit der Zeit gehen.

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