Stadt Luzern verliert weiter  Touristen – profitieren tun andere
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Die einheimischen Touristen machen lieber Ferien in den Bergen als in der Stadt.

City-Card-Angebot wird verlängert Stadt Luzern verliert weiter Touristen – profitieren tun andere

3 min Lesezeit 4 Kommentare 07.11.2020, 10:00 Uhr

Die Coronapandemie hat die Schweizer Tourismusbranche weiter im Würgegriff. Auch in den Herbstmonaten verzeichnen die Stadtluzerner Hotels einen massiven Rückgang der Gäste. Von der Zunahme der einheimischen Besucher profitierten andere – zum Beispiel Vitznau oder das Tessin.

Für die Hotels in der Schweiz haben die Monate September und Oktober in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Doch in diesem Jahr war auch die Herbstsaison stark von der Coronapandemie betroffen. Die schweizweiten Hotelübernachtungen gingen insgesamt um 28.1 Prozent zurück, wie die aktuellsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen.

Die Zahlen der einheimischen Touristen stiegen, doch konnten sie wie erwartet die ausbleibenden ausländischen Gäste nicht kompensieren. Insbesondere die von Belgien und Deutschland eingeführten Reisebe­schränkungen in die Schweiz hätten einen grossen Einfluss gehabt.

Insbesondere Städte betroffen

Der Kanton Luzern verbuchte wie schon in den Vormonaten einen starken Rückgang der Übernachtungen. Die kantonale Hotellerie registrierte im September insgesamt 131’431 Logiernächte. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 42 Prozent oder 95’294 Übernachtungen gegenüber dem selben Monat im Vorjahr. So sank auch die Bruttozimmerauslastung im Vergleich zum September 2019 von 64 Prozent auf 38.7 Prozent.

«Vor allem für die Stadt Luzern dürfte es schwierig bleiben.»

Die Stadt Luzern wurde vergleichsweise stärker getroffen als kleinere Feriendestinationen des Kantons wie etwa Weggis oder Vitznau. So verzeichnete die Stadt von Januar bis September im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Rückgang der Logiernächte um etwa 63 Prozent, während in Weggis 31 Prozent und in Vitznau nur etwa 14 Prozent weniger Übernachtungen gebucht wurden (zentralplus berichtete).

Logiernächte von Januar bis September

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Nicht alle Tourismusregionen leiden unter der Coronakrise gleich stark. Im Gegensatz zu Luzern konnten die Kantone Tessin, Graubünden und die Ostschweiz gegenüber der Vorjahresperiode sogar einen Anstieg an Übernachtungen verbuchen. Sie gehören zu den Gewinnern, was die Beherbergung einheimischer Gäste anbelangt.

Auch im Kanton Luzern sind die Bergregionen besser dran. So verbucht Flühli zwischen Januar und September nur einen Rückgang von 9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus meint dazu: «Das hat damit zu tun, dass dieses Jahr viel mehr Schweizerinnen und Schweizer im eigenen Land Ferien verbracht haben. Diese machen aber weniger Städteferien, sondern besuchen eher die Bergregionen und die ländlichen Gebiete.»

Aktionen gegen die Flaute

Um mehr Gäste in die Region zu locken, hat Luzern Tourismus im Sommer einige Aktionen ins Leben gerufen (zentralplus berichtete). So wurde beispielsweise die City Card Luzern – Einkaufsgutscheine für Hotelgäste – oder der Tell-Pass 2 für 1 ins Leben gerufen. Bei Hotelbuchungen ab zwei Personen wird jeweils ein Tell-Pass verschenkt. Mit dem Tell-Pass gilt freie Fahrt mit Bahnen, Bussen, Schiffen und etlichen Bergbahnen in der Zentralschweiz.

Aus den bisherigen Aktionen zieht Gerardi eine positive Bilanz: «Dieses Angebot wurde gut aufgenommen und wir werden es daher mit dem Winter-Tell-Pass fortführen. Auch das City-Card-Luzern-Angebot wird vorläufig bis Ende Februar verlängert – inklusive Weihnachtsshopping im Dezember.»

Bangen um die Wintermonate

«Prognosen sind zurzeit sehr schwierig zu stellen. Vieles hängt von der Entwicklung der Situation, allfälligen weiteren Einschränkungen oder möglichen Lockerungen ab», sagt Gerardi. Auch das Vertrauen der Gäste ins Reisen sowie Einreise-Beschränkungen für internationale Gäste würden dabei eine Rolle spielen. «Vor allem für die Stadt Luzern dürfte es schwierig bleiben.»

Die Bergregionen könnten hingegen immer noch auf einen guten Winter mit viel Schnee und schönem Wetter hoffen. «Generell wird im Winter für die ländlichen Gebiete und Bergregionen wie in jedem Winter auch das Wetter und die Schneesituation eine wichtige Rolle spielen», bemerkt Gerardi.

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4 Kommentare
  1. Heidi Lüthi, 08.11.2020, 20:49 Uhr

    Wollen wir die Pandemie bekämpfen oder wollen wir Touristen?
    Es geht nur um das liebe Geld. Es heisst spare in der Zeit so hast du in der Not.
    Gilt für alle. Bin enttäuscht von diesem Gejammer. Der liebe Steuerzahler muss dann alles bezahlen. Ich bin enttäuscht.

  2. Maria Caviglia, 07.11.2020, 13:52 Uhr

    All die Jahre waren für Luzern Tourismus nur die Asiaten wichtig. Man hat in China geweibelt und hofiert und Tausende Chinesen nach Luzern gebracht – nur, um ein paar Juweliere zufriedenzustellen!
    Dabei hat man weder an Schweizer Touristen noch an Luzerner gedacht. Man hat die Wünsche und das Wohlbefinden der letztgenannten mit Füssen getreten.
    Man versucht nun, das versäumte gutzumachen. Wie lange? Bis nach Corona die Asiaten wiederkommen???
    Gruss einer enttäuschten Luzernerin

    1. Daniel Steiner, 07.11.2020, 19:40 Uhr

      Ich frage mich immer was das Wohlbefinden mit Tourismus zu tun hat. Es profitieren nicht nur Juweliere, ganz abgesehen davon wieviel Steuern sie bezahlen und Arbeitsplätze schaffen. Jeder Luzerner weiss doch wo sich die Touristen aufhalten und der Schwanenplatz ist weiss Gott kein schöner Ort oder?

    2. Charly, 08.11.2020, 14:32 Uhr

      Die Asiaten werden immer reicher….und Europäer ärmer…

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