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Springreiter Paul Estermann steht wegen Tierquälerei vor Gericht
  • Gesellschaft
Reiter Paul Estermann soll sein Pferd geschlagen haben. (Bild: SRF)

Pferd mit Peitsche misshandelt? Springreiter Paul Estermann steht wegen Tierquälerei vor Gericht

2 min Lesezeit 2 Kommentare 19.11.2019, 05:03 Uhr

Der Luzerner soll seine Stute Castlefield Eclipse 2016 während des Trainings blutig geschlagen haben. Nun wehrt er sich vor Gericht gegen den Strafbefehl, den die Staatsanwaltschaft Luzern ausgestellt hat. Aus diesem geht hervor: Bei Estermann könnte es sich um einen Wiederholungstäter handeln.

Ist der Ehrgeiz mit Springreiter Paul Estermann durchgegangen? Mit dieser Frage hat sich am Dienstagnachmittag das Bezirksgericht Willisau auseinanderzusetzen.

Die Anklage wirft dem Luzerner vor, seine Stute Castlefield Eclipse 2016 mit einer Dressurpeitsche mehrfach stark gegen die Flanken und den Unterbauch geschlagen zu haben. Damit wollte er ein besseres Trainungsergebnis erzielen, davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt.

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Die Folgen waren erheblich: Das Pferd erlitt im Bauchbereich 11 bis 13 schmerzhafte Schwellungen. An fünf Stellen waren die Schläge so heftig, dass die Haut aufplatzte.

Busse von 3600 Franken gefordert

Castlefield Eclipse soll aber nicht das einzige Opfer des ehrgeizigen Springreiters gewesen sein. Das Pferd Lord Pepsi soll zwischen 2014 und 2017 mehrfach in ähnlicher Weise behandelt worden sein. Auch bei ihm wurden Hautaufplatzungen festgestellt.

Für die Staatsanwaltschaft ist klar, dass der Luzerner den Tieren bewusst unnötige Schmerzen zugefügt und die Würde der Tiere damit verletzt hat. Sie fordert eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen à je 160 Franken. Die 14’400 Franken würden fällig, wenn der Springreiter in den nächsten zwei Jahren rückfällig würde. So oder so soll er eine Busse von 3600 Franken bezahlen müssen.

Vier weitere Verfahren wegen Verjährung eingestellt

Paul Estermann bestreitet die Vorwürfe, er hat den Strafbefehl deshalb weitergezogen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Da er sich bislang nie öffentlich zur Sache geäussert hat, wird die Verhandlung am Dienstagnachmittag mit Spannung erwartet. Zahlreiche Medienvertreter haben sich angemeldet, um darüber zu berichten.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Estermann vorgeworfen wird, seine Tiere misshandelt zu haben. Wie aus dem Strafbefehl hervorgeht, liefen weitere Verfahren, weil er die Pferde Bounty, Skipper, Javelot und Lulu geschlagen haben soll. Diese wurden allerdings infolge Verjährung eingestellt.

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2 Kommentare
  1. Vreni Stöckli, 24.11.2019, 19:24 Uhr

    Es ist traurig wenn man hört dass er nur ein paar Franken zahlen muss für das was er dem Tier angetan hat.Solche Leute gehören hinter Gitter.

  2. Sarastro, 19.11.2019, 19:33 Uhr

    Dass ein Wiederholungstäter mit einer lächerlichen Busse von 3600.- bestraft wird und weitere Sanktionen nur im “Wiederholungsfall” wirksam werden,, ist beschämend und eine Beleidigung für Tiere, deren Wert in den Augen des Halters nur darin besteht, ihm Profit und “Ehre” zu bringen. Es ist einfach unglaublich und beschämend, wie solch brutale Misshandlungen von iere in unserem Rechtsstaat geahndet werden! Solche Pferdeschänder müssten mit einem Tierhalteverbot neutralisiert werden. Geldstrafen greifen hier nicht.