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Letztes Saisonspiel: FCL will Platz 3 halten
«Wir spielen den besten Fussball der Schweiz»

  • Lesezeit: 5 min
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Auch gegen Sion will Tomislav Puljic um jeden Ball kämpfen – wie am letzten Sonntag gegen St. Gallens Edgar Salli. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Von Ferienstimmung keine Spur: Zur Saison-Dernière gastiert am Mittwoch der FC Sion in der Swisspor-Arena. Cheftrainer Markus Babbel will den Sieg. Und Tomislav Puljic bezeichnet den FC Luzern als momentan bestes Team der Liga. Nächstes grosses Ziel: die Gruppenphase der Europa-League.

Seit fünf Partien ungeschlagen. Vier Siege in Serie. Ein Torverhältnis von 14:3. Dem FC Luzern zu unterstellen, er hätte einen passablen Mai gespielt, wäre geschmacklos. Doch die Leuchtenstädter haben noch nicht genug. Vor der Affiche gegen den FC Sion diesen Mittwoch gibt Trainer Markus Babbel die Devise aus: Der FCL spielt auf Sieg. Ferienstimmung auf der Allmend? Keine Spur. «Wir haben eine fantastische Ausgangslage. Jetzt müssen wir alles rausknallen, um den dritten Platz zu zementieren», sagte er an der Pressekonferenz von diesem Dienstag.

Wer ersetzt gesperrten Frey?

Um Rang drei ins Trockene zu bringen, würde den Luzernern ein Unentschieden reichen. Dann könnten sie weder von GC noch vom fünftplatzierten Sion eingeholt werden. Doch Babbel winkt ab: «Die Bundesliga-Relegation zwischen Nürnberg und Frankfurt hat gezeigt, dass es sich ganz schnell rächen kann, wenn man nur hinten rein steht und nichts fürs Spiel macht.» Der Bayer will nicht mauern. Das könne der FCL gar nicht: «Wir haben viele Spieler in unserem Kader, die ihre Qualität in der Offensive haben.» Einer davon ist Michael Frey. Doch dieser fehlt am Mittwoch gelb-gesperrt. War sein Tor gegen St. Gallen gar das letzte für die Luzerner?

Noch ist nämlich nicht klar, ob die Lille-Leihgabe am Vierwaldstättersee bleibt. Sicher ist sich Babbel aber, gegen Sion einen passenden Ersatz für Frey zu finden. Als Alternative nennt er Samed Yesil. Mit einem Einsatz würde der Trainer seinem Schützling ein Geburtstagsgeschenk machen. Am Mittwoch wird der Deutsche 22 Jahre alt. Kommt er nicht zum Handkuss, bleiben immer noch Jakob Jantscher und Jahmir Hyka. Beide können gemäss Babbel auf Freys Position spielen.

Tomislav Puljic will noch nicht über mögliche Quali-Gegner sprechen.

Tomislav Puljic will noch nicht über mögliche Quali-Gegner sprechen.

(Bild: kük)

Chancenauswertung verbessert

Jemand, den man im Sturm indes ganz sicher nicht erwartet, ist Tomislav Puljic. Doch auch er kann Tore schiessen. Das bewies er am letzten Sonntag: Gegen den FC St. Gallen köpfelte er seine Farben bereits in der 6. Minute in Front. «Wenn du eine so gute Flanke bekommst, dann ist es nicht mehr schwierig, ein Tor zu erzielen», sagt Puljic. Und lobt damit Vorlagengeber Hyka. Neben dem Platz harmonieren die beiden bestens – jetzt tun sie es auch noch darauf.

In der vorletzten Partie war es der Verteidiger, der für Hyka auflegte. Gleich mit 4:0 schickte Blau-Weiss damals Meister Basel zurück ans Rhein-Knie. Die Tormaschinerie läuft. Und genau darin sieht der Abwehrpatron den Grund, warum sich seine Mannschaft aus der Misere vom Rückrundenstart gekämpft hat: «Früher vergaben wir fünf, sechs Topchancen pro Spiel. Heute machen wir aus fünf Möglichkeiten drei Tore.»

 «Sion hat viel individuelle Qualität.»

Markus Babbel, Trainer des FC Luzern

Luzern surft auf der Erfolgswelle. Der FC Sion schwimmt. Magere 5 von 12 möglichen Punkten sammelten die Walliser diesen Monat. Gegen den FC Vaduz unterlagen die Sittener zuletzt mit 0:2. Am Sonntag setzte es ein Unentschieden gegen den im Abstiegssumpf steckenden FC Zürich ab. Gewinnt Sion morgen nicht, säuft der Europa-League-Traum ab. Das weiss auch Markus Babbel: «Sion hat eine grosse individuelle Klasse in der Mannschaft. In letzter Zeit hatten sie aber Probleme, das auf den Platz zu bringen. Und ganz ehrlich wäre ich auch nicht unglücklich, wenn sie nicht gerade morgen damit anfangen würden.»

 «Wir spielen den besten der Schweiz.»

Tomislav Puljic, Verteidiger des FC Luzern

In dieser Spielzeit konnte der FCL Sion noch nie bezwingen. Einen einzigen Punkt holten die Luzerner in dieser Saison gegen die Walliser. Puljic sinnt auf Revanche: «Wir wollen gewinnen. Im Moment spielen wir den besten Fussball in der Schweiz. Wir müssen einfach unser Spiel weiterziehen.» Jeder im Team gäbe 100 Prozent. Jeder stecke voller Selbstvertrauen. Und das soll noch lange weitergehen: «Die letzten Wochen waren ein Traum. Aus dem wollen wir noch nicht erwachen.» Mindestens bis in die Gruppenphase der Europa League soll er andauern.

Doch in der Qualifikation können die Innerschweizer auf Mannschaften wie Hertha Berlin oder West Ham United treffen. Kann der Traum gegen solche Teams zum Albtraum werden? «Ob das Wunsch- oder Angstgegner sind, kann ich erst nach dem Spiel sagen. Für uns zählt nur das grosse Ziel: Wir wollen in die Gruppenphase», so Babbel.

Zu möglichen Quali-Gegnern hält sich auch Tomislav Puljic bedeckt. Er wisse, dass mit HNK Rijeka auch ein Team aus seinem Heimatland Kroatien warten könne. «Doch damit beschäftige ich mich erst nach der Auslosung».

Markus Babbel gibt den anwesenden Journalisten Auskunft. Das Ziel gegen Sion: 3 Punkte.

Markus Babbel gibt den anwesenden Journalisten Auskunft. Das Ziel gegen Sion: 3 Punkte.

(Bild: kük)

Ausgang angesagt

Vorerst aber liegt der Fokus auf der Aufgabe gegen die Raclette-Fraktion aus dem Rhonetal. Gelingt das, ist der Schlusspunkt unter eine aussergewöhnliche Saison gesetzt: Die Entlassung von Sportchef Rolf Fringer, die Niederlagenserie zum Rückrundenstart und das peinliche Cup-Out gegen den FC Lugano sorgten für stürmische Zeiten im Verein. Und drohten Cheftrainer Babbel und Präsident Ruedi Stäger aus den Sätteln zu blasen.

Doch die guten Leistungen zum Saisonabschluss dürften wohl auch die letzten Zweifler und Kritiker verstummen lassen. Eine Genugtuung für den Trainer? «Es ist eine Befriedigung, weil wir den Lohn für unsere Arbeit bekommen. Aber es ist nicht in dem Sinne eine Genugtuung, dass wir es den Zweiflern gezeigt haben.» Im Fussball funktioniere das so. Wenn es einmal nicht laufe, dann komme die Kritik sofort. «Ich kenne gar nichts anderes.» Ob und wie ein allfälliger dritter Platz gefeiert wird – darüber wollten weder Trainer noch Spieler zu viele Worte verlieren. Doch Puljic lässt durchblicken: «In den Ausgang gehen wir nach dem Spiel sicher.»


 

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