Sport
Raus aus der Komfortzone

Unter Druck blüht Sidler auf – und wann der FCL wieder?

Im Aufwind: FCL-Verteidiger Silvan Sidler hat sich in die Stammelf zurückgekämpft. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Beim FC Luzern wurde er nach der letzten Saison aufs Abstellgleis geschoben. Doch Verteidiger Silvan Sidler (23) ist ein Stehaufmännchen und kämpfte sich in die Startformation zurück. Und das beim Cupsieger, der abermals in sportlicher Not steckt. Schafft es auch diese FCL-Ausgabe, sich aufzubäumen?

Silvan Sidler ist Zuger, der FC Luzern seine fussballerische Heimat. Umso härter traf ihn der Schlag, dass ihm sein Stammklub vor Beginn des letzten Vertragsjahres kein neues Angebot machte, um die Zusammenarbeit über den nächsten Sommer hinaus zu verlängern. Wertschätzung fühlt sich anders an (zentralplus berichtete).

Stattdessen hat ihm die sportliche FCL-Führung noch Neuzugang Patrick Farkas vor die Nase gestellt. Aber der Österreicher entpuppte sich schon vor seiner Verletzung nicht als Verstärkung.

Weil keiner der zum Teil namhaften Neuverpflichtungen von sich behaupten kann, den FCL vorangebracht zu haben (zentralplus berichtete), fiel der Cupsieger in ein sportliches Loch. Nach dem ersten Viertel der Qualifikation hat er in neun Spielen bloss fünf Punkte gesammelt. Und das Warten auf den ersten Saisonsieg geht vor dem Auswärtsspiel am Samstag (18 Uhr) bei Titelverteidiger YB weiter.

Sidler muss erst aus der Komfortzone vertrieben werden

Es ist die Chance, die Silvan Sidler gepackt hat. Im FCL-Heimspiel gegen Lausanne wird er Ende August eingewechselt und trifft eine Minute danach mit einem schönen Distanzschuss zum 1:1-Endstand. Seither gehört er wieder zur Luzerner Stammelf.

«Entscheidend ist die Mentalität, die wir auf den Platz bringen.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Und dankt es mit dem satten Weitschuss zum frühen Führungstor im ersten Heimspiel nach der Nationalmannschaftspause gegen Aufsteiger GC. Auch dieses Spiel endet 1:1. Mit diesen beiden Toren hat er die Punkte 2 und 3 aufs Konto der Luzerner gutschreiben lassen.

Vor allem aber hat Silvan Sidler in sieben Einsätzen in dieser Meisterschaft offensiv schon mehr vollbracht als in den 33 Spielen der letzten Saison (ein Tor und eine Vorlage). Das lässt einen naheliegenden Schluss zu: Sidler muss erst aus der Komfortzone vertrieben werden, bis er Leistung bringt. «Ja», bestätigt er, «das kann man so sagen.»

FCL weiterhin mit langer Verletztenliste

In Bern wird Silvan Sidler sein 100. Spiel in der Super League bestreiten. Ein schönes Jubiläum für einen Jungspund, dem es bislang nicht gelang, sein Potenzial auf Klubebene vollends auszuschöpfen.

Der FCL wird auf dem Kunstrasen weiterhin auf Stammgoalie Marius Müller, Vorkämpfer Pascal Schürpf, Ibrahima Ndiaye, Martin Frydek, Patrick Farkas, Samuel Alabi und wahrscheinlich auch Tsiy Ndenge verzichten müssen. Auf ein Gejammer verzichtet Cheftrainer Fabio Celestini: «Wir haben auch so eine Mannschaft, die Positives erreichen kann. Entscheidend ist die Mentalität, die wir auf den Platz bringen. In Bern vor allem die defensive.»

«Bringen wir die erforderliche Leistung in Zukunft stets auf den Platz, um den Sieg erreichen zu können?»

Das jüngste 1:1 in Basel vor knapp zwei Wochen hat Fabio Celestini in seinem Glauben bestärkt. «Wir müssen jetzt einfach aufhören zu überlegen, jetzt müssen wir es auf den Platz bringen.» Er wird seine Mannen auch in Bern in einem kompakten System antreten lassen.

Nächste Spiele entscheiden über FCL-Jobs

Die Frage, die ihn beschäftigt, lautet: «Bringen wir die erforderliche Leistung in Zukunft stets auf den Platz, um den Sieg erreichen zu können?» Denn wenn er auf die bisherige Meisterschaft zurückschaut, stellt er fest: «Nur gegen Lausanne hätten wir mehr als ein Unentschieden verdient. Sonst haben die Resultate unseren Leistungen entsprochen.»

Die nächsten Spiele gegen YB (auswärts), St. Gallen (zu Hause), Lausanne (a), Sion (h) und Lugano (a) werden seine Frage beantworten. Schliesslich können Fabio Celestini und der FCL, der in der fünften Saison in Folge gegen den Abstieg kämpft, Krise.

Und die nächsten Ernstkämpfe werden auch allmählich Aufschluss darüber geben, ob sich Silvan Sidler einen neuen Vertrag beim FC Luzern verdienen kann. Auch wenn er kein Teamleader ist und damit an vorderster Front in der Verantwortung steht: In der Krise ist die Wetterfestigkeit aller gefragt.

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