Sport
Erfolg für Präsident Ruedi Stäger

Überraschung: FCL-Investoren öffnen Kässeli

Präsident Ruedi Stäger, Finanzchef Sandro Wyss und Verwaltungsrat Marco Castellaneta (von links) präsentieren an der GV vom Dienstagabend die Jahresrechnung 2014. (Bild: Roman Beer)

Jahr für Jahr nur Defizite zu schreiben, macht keinen Spass. Deshalb wollen die FCL-Investoren künftig mehr Geld in die Mannschaft investieren. Ob der sportlich derzeit erfolgreiche Verein damit auch finanziell die Kurve kriegt, muss sich jedoch erst zeigen.

Die Runde war schon fast eine Stunde am diskutieren, die Gespräche waren spannend, aber der Knüller blieb aus. Er sollte noch kommen. Geduldig nahm sich FCL-Präsident Ruedi Stäger vor der Generalversammlung der FC Luzern Innerschweiz AG Zeit für die Fragen der versammelten Journalisten. Detailliert gab er Auskunft über die schwierige finanzielle Lage des FCL.

Die zeigt sich wie folgt: Für 2014 resultiert erneut ein Defizit von fast 2 Millionen Franken. Schuld sind unter anderem die sinkenden Zuschauerzahlen. Schon im Vorjahr musste die AG einen ähnlichen hohen Betrag abschreiben. Und auch fürs laufende Jahr ist ein Defizit budgetiert. Für die Millionenausfälle müssen jeweils die Investoren ihre Geldschatulle öffnen. Jahr für Jahr. Sehr attraktiv ist das für sie nicht.

«Mehr sparen können wir nicht»

Wie der FCL finanziell die Kurve kriegen will, wollte zentral+ von Ruedi Stäger wissen. «Mehr sparen können wir nicht», mahnte dieser. Also müssten mehr Einnahmen her. Zu erreichen sei dies ausschliesslich mit sportlichem Erfolg: Viele Siege = viele Zuschauer = höhere Einnahmen. Plus: Der Wert der Spieler steigt dadurch, was im Transfermarkt Gold wert ist. Den Investoren der FCL-Hausbank, der FCL Holding AG rund um Grossaktionär Bernard Alpstaeg, sei dies durchaus bewusst, so Stäger. Also sind sie bereit, künftig mehr zu investieren, hakte zentral+ nach? Stäger atmete tief durch, überlegte eine Weile und liess dann die wirkliche News dieses Abends raus: «Der Verwaltungsrat hat Ja gesagt zu einem Zusatzbudget.»

Mannschaft soll gestärkt werden

Mit diesem Zusatzbudget, so Stäger, sollen Schlüsselspieler des FCL gehalten oder bei einem Verkauf gleichwertig ersetzt werden. Mit wieviel mehr Geld das Innerschweizer Fussball-Aushängeschild künftig rechnen kann, wollte Stäger dann aber nicht mehr verraten. Aktuell wirtschaftet die ganze FCL-Holding, bestehend aus der Stadion AG, der FC Luzern Innerschweiz AG sowie der Swissporarena Events AG, mit einem 22-Millionen-Budget. Davon kostet alleine die erste Mannschaft – und in diese soll der zusätzliche Geldsegen fliessen – rund 7,5 Millionen Franken. Zum Vergleich: In seinen Nachwuchs investiert der FCL beachtliche 2,8 Millionen Franken.

Das Problem im Schweizer Fussball seien nicht die Ausgaben, sondern die Einnahmen, wiederholte FCL-Präsident Ruedi Stäger vor den Medienschaffenden unermüdlich. Der Betrieb sei sehr schlank aufgestellt, man habe gespart, wo gespart werden könne. «Noch mehr sparen könnten wir nur, indem wir etwa gute Spieler verkaufen. Tun wir das, spielen wir nächstes Jahr aber ganz sicher wieder gegen den Abstieg. Und das will ich auf keinen Fall.»

Dass 2-Millionen-Defizit ist laut Stäger ohne einen starken Effort auch künftig nicht auszugleichen. Alle Schweizer Fussballclubs hätten solche strukturelle Probleme. «Wir werden immer Defizite schreiben, wenn wir nicht mehr sportlichen Erfolg haben.»

Kampf um mehr Zuschauer

Konkret zeigte der FCL-Präsident anhand der Zuschauerzahlen auf, was die sportliche Leistung für Auswirkungen auf die Finanzen hat. So sind die Zuschauerzahlen durchschnittlich von 11’291 auf 10’555 in der laufenden Meisterschaft gefallen. Damit liegt der FCL zwar noch auf Rang 4. In den Anfängen der vier Jahre alten Swissporarena kamen jedoch bis zu 14’000 Zuschauer an die FCL-Heispiele. Kämen nun pro Spiel dank besserer Leistungen 2000 Zuschauer mehr, würde das dem FCL pro Jahr rund eine Million Franken in die Kassen spülen – das wär schon mal die Hälfte des strukturellen Defizits von jährlich zwei Millionen Franken.

Luzern fehlts an Ausländern

Grosse Hoffnung hegt der FCL in die aufwendige Nachwuchsförderung. «Diese Saat wird Früchte bringen», gab sich Stäger optimistisch. «Es muss möglich sein, aus der Zentralschweiz mehr Talente zu fördern als bislang.» Das sei sowohl für die erste Mannschaft als auch für den Transfermarkt äusserst wichtig. Allerdings verwies Stäger auch auf Regionen wie Zürich oder Basel, die einfacher an junge Talente heran kämen. Der Grund ist ein einfacher: «In diesen Gegenden leben mehr Migranten – und die sind sportlich oft erfolgreicher unterwegs.»

Verwaltungsrat Marco Castellaneta, Präsident Ruedi Stäger und Finanzchef Sandro Wyss präsentieren an der GV vom Dienstagabend die Jahresrechnung.

Verwaltungsrat Marco Castellaneta, Präsident Ruedi Stäger und Finanzchef Sandro Wyss präsentieren an der GV vom Dienstagabend die Jahresrechnung.

 

Verwaltungsrat Marco Castellaneta, Präsident Ruedi Stäger und Finanzchef Sandro Wyss präsentieren an der GV vom Dienstagabend die Jahresrechnung.

Verwaltungsrat Marco Castellaneta, Präsident Ruedi Stäger und Finanzchef Sandro Wyss präsentieren an der GV vom Dienstagabend die Jahresrechnung.

(Bild: Roman Beer)

 

 

 

 

 

 

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