Sport
Was passiert mit den gekauften FCL-Tickets?

Studhalter: «Abgesagtes Spiel kostet uns 150’000 Franken»

Am Montag wird FCL-Präsident und Geschäftsführer Philipp Studhalter das weitere Vorgehen der Liga im Zusammenhang mit dem Corona-Virus mit den weiteren Klubvertretern besprechen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Die Verbreitung des Corona-Virus führt zur Verschiebung der nächsten Runde in der Super League: Luzern gegen Basel findet also nicht am Sonntag statt. Was bedeutet das für den Verein? Die Spieler, die so gut in Schuss waren? Und für die Matchbesucher, die schon ein Ticket gekauft haben?

Am Freitagmorgen ging alles sehr schnell. Der Bundesrat verfügte, dass ab sofort und bis zum 15. März keine Veranstaltungen mehr mit über 1’000 Teilnehmern durchgeführt werden dürfen, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Einen Tag zuvor schien es, als ob die nächsten Heimspiele des FC Luzern und des EV Zug vor vollen Rängen durchgeführt werden könnten (zentralplus berichtete).

Am Mittag sagte FCL-Präsident und -Geschäftsführer Philipp Studhalter in der Swissporarena: «Ein Spiel, das wir nicht durchführen können, kostet uns rund 150’000 Franken.» Dazu kommen noch mögliche Ticket-Einnahmen fürs Heimspiel gegen Basel die entfallen.

Studhalter rechnet mit Geisterspielen

In die vom Bundesrat verhängte Sperre von Veranstaltungen mit über 1’000 Zuschauern fällt aber auch noch das FCL-Heimspiel gegen Servette am 14. März. «Wir haben zwar mehr Zeit als das Eishockey für Verschiebungen, aber wir müssen mit Geisterspielen rechnen.»

Ob es soweit kommt, wird sich am Montagnachmittag in Bern weisen. Da treffen sich die Führungskräfte aller Vereine der Super und Challenge League in Bern.

«Sich dagegen versichern zu lassen kostet in fünf Jahren soviel wie ein Match, der nicht durchgeführt werden kann.»

FCL-Stadionmanager Daniel Böbner

Klar ist: Finanziell besser gestellte Klubs tun sich wohl leichter mit einem Spiel ohne Zuschauer. Für die Vereine auf der anderen Seite der Skala kann der Ausfall schnell eine existenzielle Dimension annehmen.

Der FC Luzern ist nicht gegen Spielausfälle wegen Wetters oder Krankheiten versichert. «Sich dagegen versichern zu lassen kostet in fünf Jahren soviel wie ein Match, der nicht durchgeführt werden kann», sagt FCL-Stadionmanager Daniel Böbner.

Zahlt der FCL Entschädigung?

Aber was heisst das für all jene Leute, die für Sonntag ein Einzelticket für das abgesagte FCL-Heimspiel gegen Basel haben? Studhalter: «Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist es höhere Gewalt, warum der Match abgesagt werden musste. Alle erhalten Zutritt zum Spiel am Verschiebedatum. Ob es eine Entschädigung gibt für jene, die dann verhindert sein werden, müssen wir noch prüfen.»

«Wenn der Cup-Viertelfinal stattfinden muss, kann es nur ein Geisterspiel sein.»

FCL-Präsident Philipp Studhalter

Ein weiteres Heimspiel der Luzerner mit einer gewissen Anziehungskraft ist auf Mittwoch terminiert: der Cup-Viertelfinal gegen die Young Boys. Ausrichter ist in diesem Fall aber nicht die Super League, sondern der Schweizerische Fussballverband. «Wenn der Cup-Viertelfinal stattfinden muss, kann es nur ein Geisterspiel sein», folgert Studhalter. Am Abend stellt der SFV klar: Auch die Cup-Viertelfinals werden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Gewisser Spielraum für Verschiebungen

Im Schweizer Fussball haben die Verantwortlichen zeitlich einen gewissen Spielraum für Spiel-Verschiebungen – aber die Termine der Schweizer Nationalmannschaft im März, Mai und Juni, jene der Europa League mit Basler Beteiligung und die Euro 2020 mit Beginn am 12. Juni sind nicht verhandelbar.

«Spiele auf nationalem Level sind ohne Zuschauer unmöglich.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

FCL-Trainer Fabio Celestini sieht keinen Sinn darin, im Fussball Geisterspiele austragen zu lassen: «Spiele auf nationalem Level sind ohne Zuschauer unmöglich.» Als aktiver Fussballer hat er das zweimal in Spanien und mit Marseille erlebt. Er sagt: «Das ist nicht mehr der gleiche Sport.»

Warum Celestini Spielabsage nicht versteht

Ohnehin kann der 44-jährige Romand dem Entscheid des Bundesrates nichts Positives abgewinnen. Er sagt: «Fussball spielen darf man nicht. Aber die Flughäfen mit vielen Hundert Leuten sind offen, die Bahnhöfe auch und in die Shopping Centers kann man ebenfalls gehen. Vielleicht liegt es daran, dass mir nicht alle Informationen der Fachleute vorliegen, aber ich verstehe die Massnahme nicht.»

Celestini plant nun für Sonntag vielleicht mit dem SC Kriens ein Trainingsspiel auszutragen. Oder ein internes. Aber die Frage ist, ob er für letzteres genügend Spieler hat. Mit Captain Christian Schwegler (Wade), Ibrahima Ndiaye (persönliche Gründe), Pascal Schürpf (Adduktoren), Otar Kakabadze (Sprungelenk) und Salah A. Binous (Kreuzbandriss) hat er ein paar Abwesende.

Das einzig Positive an der Spielabsage erkennt der FCL-Trainer darin, dass die angeschlagenen Spieler etwas mehr Zeit für Erholung haben. «Wir werden bereit sein, wenn der Match über die Bühne geht.»

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