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Ausgang des Heimspiels gegen Basel weist den Weg
Rückrunden-Start entscheidet über das sportliche FCL-Wohl

  • Lesezeit: 5 min
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Haben FCL-Sportchef Remo Meyer (rechts) und der neue Cheftrainer Mario Frick auch am Saisonende allen Grund zu lachen? (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Sage mir, ob der FC Luzern am Sonntag gegen den FC Basel punktet, und ich sage dir, ob der abstiegsbedrohte Tabellenletzte den Kopf aus der Schlinge ziehen wird. Dass diese saloppe Formulierung gerechtfertigt ist, zeigt ein Blick zurück in die Geschichte des Cupsiegers seit dem Super-League-Aufstieg 2006.

Er ist der «Mister Abstiegskampf» im FC Luzern. In seiner fünften Saison als Sportchef erlebt es Remo Meyer zum vierten Mal, dass seine Mannschaft in der zweiten Hälfte der Meisterschaft gegen den Fall in die Zweitklassigkeit ankämpfen muss. Dreimal ist aus Luzerner Sicht alles gutgegangen. Bleibt Meyer und den Seinen auch in den nächsten Wochen und Monaten das Schlachtenglück treu?

Auffällig: Unter der Ägide des 41-Jährigen hat bislang jede «Mission Ligaerhalt» mit einem Sieg begonnen. Am 3. Februar 2018 mit einem 2:1 in Lausanne und dem zuvor beförderten Nachwuchstrainer Gerardo Seoane an der Seitenlinie (zum Saisonende Rang 3). Am 25. Januar 2020 mit einem 3:2 beim FC Zürich und dem neu verpflichteten Trainer Fabio Celestini (Rang 6). Und am 4. Februar 2021 mit einem 3:0-Heimsieg über Servette (Rang 5).

Ob zum Saison- oder Rückrundenstart: Siege machen den Spielern Beine, geben Selbstvertrauen und verstärken den Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein. Was ein guter Start in einer Mannschaft auslösen kann, zeigt sich exemplarisch am FC Zürich, dem aktuellen Tabellenführer der Super League.

Frick: Funke muss vom Team aufs Publikum springen

Ganz anders der FCL: Mit nur einem Sieg in den 18 Spielen bis zur Winterpause steht er am Ende der Tabelle auf Platz 10. Fünf Punkte fehlen ihm derzeit auf Rang 8 und das rettende Ufer.

Nach der Entlassung von Cupsieger-Trainer Fabio Celestini und dem missglückten Einsatz von Interimstrainer Sandro Chieffo steht nun Mario Frick vor der Herausforderung, den FCL vor sportlichem Unheil zu bewahren. Am Sonntag trifft der 47-jährige Liechtensteiner bei seiner Pflichtspiel-Premiere in der Swissporarena (16.30 Uhr) auf den FC Basel.

«Ich will eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die restlos davon überzeugt ist, Basel schlagen zu können.»

FCL-Trainer Mario Frick

Im zentralplus-Video sagt er sinngemäss: «Ich will eine Mannschaft auf dem Platz sehen, die restlos davon überzeugt ist, Basel schlagen zu können. Eine, die mit Feuer und Intensität auftrifft. Damit der Funke aufs Publikum überspringen und eine Euphorie entfacht werden kann.»

Es muss nicht immer ein FCL-Sieg zum Rückrunden-Start sein

Ein Sieg gegen den FC Basel – und das lässt sich wohl ohne Übertreibung festhalten – stellt für die Luzerner eine hohe Hürde dar. Das höchste aller Gefühle in den letzten sieben Duellen waren zwei Unentschieden für die Luzerner. Der letzte FCL-Sieg datiert vom 21. Juni 2020 (2:1 in der Swissporarena).

Trotz Abgang von Basels Torgarant Arthur Cabral wird es an diesem Sonntag kaum einfacher werden. FCB-Präsident David Degen hat die Verantwortlichen seiner Sportabteilung gehörig unter Druck gesetzt, indem er sie wissen liess, dass ihm die Leistungen in der Vorrunde bei weitem nicht genügten. Degen stellte dem trotz Vertragsverlängerung in Frage gestellten Trainer Patrick Rahmen zwei neue Assistenten zur Seite. Auch der zweitplatzierte FCB lechzt im Kampf um den Meistertitel nach Siegen – erst recht gegen den Tabellenletzten.

Aber es muss nicht immer ein Sieg zum Rückrunden-Start sein, damit es am Ende klappt mit dem Ligaerhalt für die Luzerner. Das zeigen drei der vier Beispiele in den elf Jahren zwischen dem FCL-Aufstieg in die Super League 2006 und dem Start von Remo Meyer als Sportverantwortlicher im Sommer 2017.

Fünf Punkte Rückstand: Fringer musste mit FCL in die Barrage

Auch die Rückrunde 2007/2008 unter Trainer Ciriaco Sforza begann optimal: Die Luzerner siegten am 3. Februar 2008 in Neuenburg 1:0 und beendeten die Saison auf Platz 6.

Zweimal reichte zu Beginn ein Unentschieden, um später dem Abstieg noch entrinnen zu können. In der Saison 2008/2009, als der FCL wie jetzt Tabellenletzter war mit fünf Punkten Rückstand aufs rettende Ufer, schafften die Mannen von Rolf Fringer am 8. Februar 2009 ein 3:3 in Neuenburg.

FCL-Rettung in höchster Not: Trainer Rolf Fringer (links) und Präsident Walter Stierli im März 2009. (Bild: Andreas Meier/freshfocus)

Am Ende musste der FCL in die Barrage und rettete sich in den zwei Duellen gegen den FC Lugano. Nicht zuletzt deshalb, weil der damalige FCL-Präsident Walter Stierli nach dem Wurf eines Knallkörpers aus dem FCL-Fansektor auf den Platz eilte und einen Spielabbruch vermied.

Auch 2014/2015 startete der FCL unter dem damaligen Trainer Markus Babbel als Tabellenletzter in die Rückrunde und schaffte vor eigenem Publikum ein 1:1 gegen die Young Boys. Zum Saisonende stand er auf Platz 5.

Start-Niederlage kostete FCL-Trainer in Rückrunde den Job

Gar mit einem Nuller starteten die Luzerner in die Rückrunde der Saison 2012/2013. Sie verloren am 9. Februar gegen YB in Bern 2:3.

Allerdings muss man zur damaligen Ausgangslage in der Winterpause festhalten, dass der FCL sieben Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten und späteren Absteiger Servette aufwies. Aber bloss einen auf den vom FC Zürich belegten Barrage-Platz 9.

Doch der damalige Trainer Ryszard Komornicki fand den Tritt mit den Luzernern nicht mehr. Nach einem 0:4 im Heimspiel gegen den FC Basel hatte der FCL, mittlerweile auf Platz 9 gefallen, nur noch zwei Punkte mehr auf dem Konto als Servette. Den Tiefflug bezahlte Komornicki elf Runden vor der Endabrechnung mit seiner Entlassung.

Für ein Spiel übernahm Gerardo Seoane interimistisch (1:2 in Sion), dann begann die Zeit von Carlos Bernegger als FCL-Trainer. In seinen zehn Spielen holte er 20 Punkte und führte seinen neuen Arbeitgeber letztlich auf Rang 8.

FCL zum achten Mal in 16 Jahren in Kampf gegen Abstieg verwickelt

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Eine Niederlage an diesem Sonntag gegen Basel ist ein schlechtes Omen – für die Jobsicherheit des neuverpflichteten Trainers Mario Frick (Vertrag bis 2023) und die Kasse des FCL.

In den 16 Jahren Zugehörigkeit zur Super League sind die Luzerner zum achten Mal in den Kampf gegen den Abstieg verwickelt. Nur schon rein rechnerisch nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass das irgendwann kein gutes Ende mehr nehmen wird für den FC Luzern.

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1 Kommentare
  1. Goeggeler, 30.01.2022, 12:18 Uhr

    Aller guten Dingen sind drei, oder gibt es doch noch ein Wunder?

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