Sport
Junger Luzerner Fan nach Cupspiel in Genf verletzt

Polizist fuhr offenbar mit Motorrad in FCL-Fan

Der Fanmarsch der FCL-Anhänger durch Genf.

(Bild: fan-fotos.ch)

Der Einsatz der Genfer Polizei vor und nach dem Cupspiel des FC Luzern gegen Servette sorgt bei FCL-Fans für rote Köpfe: Ein Polizist fuhr wohl mit seinem Motorrad in einen jungen FCL-Anhänger. Der blieb liegen – trotzdem sei der Sicherheitsbeamte weitergefahren. Im Anschluss an das Spiel eskalierte die Situation.

Am Samstag war der FC Luzern in der zweiten Cuprunde zu Gast bei Servette Genf. Rund 300 Anhänger des FC Luzern begleiteten die Mannschaft ins Welschland. Dabei kam es laut mitreisenden FCL-Fans zu einem happigen Vorfall.

Wie verschiedene Quellen aus dem Umfeld des Vereins berichten, wurde ein junger Fan, der sich am Ende des Fanmarsches durch die Stadt Genf befand, von einem Polizeimotorrad von hinten angefahren. «Der Polizist auf dem Motorrad fuhr nach einem kurzen Blick zurück zum am bodenliegenden Fan einfach weiter», berichtet ein Fan gegenüber zentralplus. Auf Facebook schrieb ein andere FCL-Anhänger: «Es war ein sehr schlimmes Erlebnis.»

Eine Platzwunde am Kopf

Thomas Buchmann, Leiter Fanarbeit Luzern, war bei der beschriebenen Situation nicht vor Ort. Die Schilderungen die zentralplus vorliegen decken sich jedoch mit den Informationen von Buchmann. «Ich befand mich vorne am Fanzug während des Vorfalls», sagt er. Man habe den verunfallten Fan anschliessend bei der Stadionsanität getroffen. «Er hatte eine kleine Platzwunde.» Ob der Fan tatsächlich eine Gehirnerschütterung erlitt, kann Buchmann nicht sagen.

So feierten die Fans im Stadion während dem Spiel gegen Servette Genf:

Doch dabei ist es nicht geblieben: Mit ihrem Einsatzverhalten habe die Polizei zur Eskalation beigetragen. Buchmann sagt, die Fans hätten sich an die Abmachungen zwischen der Genfer Polizei und Luzerner Offiziellen gehalten. «Doch bei 300 Fans lassen sich nicht immer alle beruhigen.»

Buchmann gesteht ein, das einzelne Fans sich nicht korrekt verhalten hätten. «Nach dem Spiel wehrten sie sich gegen die Umstände. Noch auf dem Heimweg im Zug litten unbeteiligte Fans an den Folgen des Tränengases – darunter auch Jugendliche.»

Ungewollter Fanmarsch

Der Fanmarsch sei nicht geplant gewesen, sagt Buchmann. Das berichtet auch die Quelle von zentralplus: Aufgrund von Bauarbeiten in Genf habe der Extrazug aus Luzern nicht beim Bahnhof vor dem Stadion anhalten können, sondern stoppte beim Hauptbahnhof Genf. Von dort hätte es eigentlich mit dem Tram zum Stadion weitergehen sollen. «Weil es im Tram zu wenig Platz hatte für alle Fans, marschierten die Anhänger zu Fuss zum Stadion», schreibt der Fan.

Der Fanmarsch sei von Polizisten in Vollmontur begleitet worden. Die Stimmung sei mehrheitlich ruhig geblieben. Während dem Marsch vor dem Match kam es zu keinen Sachbeschädigungen. Im Anschluss an das Spiel kam es laut einem Bericht der «Tribune de Genève» zu Ausschreitungen. So wurden Tische und Stühle auf den Trottoirs und Plätzen umgestossen. Einige Teilnehmer hätten Flaschen um sich geworfen. Es seien 25 Polizisten im Einsatz gewesen.

Hier geht’s zum Bericht der «Tribune»:

«Polizei sprayte willkürlich»

Laut Buchmann hatten sowohl die Fanarbeit als auch zwei Luzerner Polizisten, die vor Ort waren, der Genfer Polizei empfohlen, auf die Fahrt mit dem Tram zu verzichten und stattdessen Extrabusse bereitzustellen. «Der Entscheid der Genfer Polizei war keine gute Lösung. Nach kurzer Zeit muss das Tram aus technischen Gründen anhalten.»

Nach zehn Minuten im Tram hätten die Fans nicht mehr im Tram warten wollen und seien ausgestiegen. «Erst nach intensiven Verhandlungen konnten wir die Polizei davon überzeugen, die Fans marschieren zu lassen.» 

Eine weitere anonyme Quelle berichtet, dass die Genfer Polizei während des Einsatzes auch einen älteren Passanten über die Strasse gedrängt habe, worauf dieser aufgrund des Drängelns der Polizei stürzte und sich verletzte. «Auf der Rückfahrt sprayte die Polizei zudem willkürlich mit Pfefferspray in einen vollbesetzten Bus, als dieser anhielt und sich die Türen öffneten. Zudem knüppelte einen Fan, welcher an Krücken ging, hinterhältig nieder», berichtet die Person aus dem Umkreis der FCL-Fans. Die Zahl von angeblich 25 Polizisten sei ausserdem masslos untertrieben.

Die Genfer Polizei hat gegenüber zentralplus zu den Vorwürfen bisher keine Stellung genommen.

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