Sport
Die Einschätzung zum FCL-Fehlstart

Jetzt herrscht beim Cupsieger FCL Alarmstufe Rot!

Nein, das war kein Spass zum Zuschauen jüngst in Genf: Weder für FCL-Trainer Fabio Celestini noch für all die anderen, die den FC Luzern im Herzen tragen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Wird nach dem 1:4-Desaster in Genf alles besser mit einem Trainerwechsel? Nein. Und mit einem neuen Sportchef? Auch nicht. Aber Fabio Celestini und Remo Meyer müssen jetzt dazu stehen, dass sie bei der Kaderzusammenstellung einen schwerwiegenden Fehler gemacht haben. Und nächstens Antworten liefern.

Am letzten Tag dieses verregneten Augusts wird das Sommer-Transferfenster der Super League schliessen. Der FC Luzern, der sich als Cupsieger an der Spitze des Schweizer Klubfussballs orientieren wollte, findet sich nach vier Meisterschaftsspielen am Tabellenende wieder.

Mit bloss einem Zähler und schon 13 Minustoren. Korrekturbedarf? In der zentralen Abwehr der Luzerner dringend angezeigt.

Die Wirklichkeit in diesem total verunsicherten FC Luzern macht deutlich: Sportchef Remo Meyer und sein Cheftrainer Fabio Celestini müssen den Fehleinkauf des designierten neuen Abwehrchefs Holger Badstuber auf ihre Kappe nehmen. Trotz der erst 32 Jahre des früheren Champions-League-Siegers reicht sein athletisches Niveau wegen der gewaltigen Verletzungsgeschichte nicht mal mehr für die Super League aus (zentralplus berichtete).

Sonst hätte Fabio Celestini im Besitze all seiner geistigen Kräfte im jüngsten Spiel in Genf auf Badstuber gesetzt. Schliesslich spielte dieser einmal mehr um seinen Job.

Stattdessen vertraute der FCL-Trainer wegen der Trainingsleistungen offensichtlich lieber auf David Domgjoni, einen aus der zweithöchsten türkischen Klubmeisterschaft verpflichteten Kosovaren. Auch der 24-Jährige, und dazu muss man nach dem jüngsten Eindruck in Genf unweigerlich kommen, hat das Super-League-Niveau als Innenverteidiger nicht drauf.

Ein kolossaler Fehlentscheid des FCL

Beim FC Luzern herrscht im Abwehrdispositiv jetzt Alarmstufe Rot! Der Leidensdruck auf der Allmend wird vor den nächsten beiden Heimspielen gegen Lausanne und GC allmählich unerträglich. Die beiden Spiele finden vor und nach dem Ende des Sommertransfer-Fensters statt.

Was tun, um als Verantwortlicher in der sportlichen Leitung der Luzerner den Kopf aus der Schlinge zu ziehen? Celestini und Meyer könnten hinstehen und sagen, dass sie in der Einschätzung des aktuellen Potenzials von Badstuber gemeinsam einen Fehlentscheid getroffen haben.

Und sie könnten dazu stehen, dass sie sich ja bloss für drei Stunden ins Auto hätten setzen müssen, um sich in Stuttgart selber ein Bild von der Leistungsfähigkeit der früheren Bayern-Ikone in der vierten Liga Deutschlands zu machen.

In der ersten Not haben die Luzerner Verantwortlichen aber lieber David Domgjoni aus den Niederungen der Türkei in die Super League gelotst. Mittlerweile steht für ihn wie auch für Holger Badstuber erst recht fest: Sie haben nicht mal das Niveau, um die Abgänge der im FCL nicht mehr weiter erwünschten Innenverteidiger Stefan Knezevic, Lucas Alves und Marco Bürki zu kompensieren. Ja, das tut im Sinne einer positiven Teamentwicklung weh.

Asche auf's Haupt – und weiter geht's!

Aber wie kommen Sportchef Remo Meyer und Cheftrainer Fabio Celestini aus dieser unglücklichen Nummer heraus? Es ist quasi ein Appell an das Überwinden des eigenen Egos: Hintanstehen, Fehler eingestehen und letztlich Asche aufs Haupt – und weiter geht's!

Den beiden hauptsächlich verantwortlichen Cupsieger-Jungs kommt ja erst recht zugute: Nach dem Gewinn des ersten Pokals seit 29 Jahren darf es auch mal eine Fehlschätzung leiden. Aber dazu muss man halt auch Grösse beweisen.

Die grösste Baustelle des FCL hat zentralplus schon vor Wochen ausgeschildert. Es ist die Achse vom Goalie über die Innenverteidigung, das zentrale Mittelfeld und den Sturm. Es hakt überall.

Pech ist, dass Lebensversicherung Marius Müller die schlimmste Verletzung in seiner seit zwei Jahren andauernden Karriere beim FC Luzern in der Saisonvorbereitung erlitten hat (zentralplus berichtete). Der Vertrag des 28-jährigen Goalies läuft zum Ende dieser Spielzeit aus.

Wichtige Luzerner Rückkehrer

Zum Glück für FCL-Sportchef Remo Meyer und Fabio Celestini, seinen wichtigsten Angestellten, kehren vor den nächsten beiden Heimspielen des Tabellenletzten gegen Lausanne und Aufsteiger GC wichtige Spieler ins aktuelle Aufgebot zurück. Das gibt Grund zur Hoffnung.

Neben Marvin Schulz, der seine dritte Spielsperre in Genf abgesessen hat, sind das Tsiy Ndenge und Schaub-Ersatz Samuele Campo (zentralplus berichtete). Patrick Farkas wurde in Genf krankgemeldet, Vorkämpfer Pascal Schürpf und Samuele Alabi brauchen mit ihren Knieverletzungen noch Zeit fürs Comeback.

Unverzeihlich wäre, wenn das derzeit verantwortliche Duo in der sportlichen FCL-Leitung mit seiner fachlichen Expertise nicht schon länger mögliche sportliche Entwicklungen vorausgesehen hätte. Zum Beispiel mit dem Zuzug eines Joël Schmied vom jüngsten Super-League-Absteiger Vaduz. Der Berner ist Innenverteidiger.

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