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Sie drängten sich für die Startformation auf
Jashari & Jaquez: Zwei FCL-Talente geben Visitenkarte ab

  • Lesezeit: 4 min
  • Kommentare: 2
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War als defensive Absicherung die auffälligste Figur in der Luzerner Raute: der 19-jährige Ardon Jashari. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Das nicht mal 20-jährige «JaJa»-Duo des FC Luzern gibt gegen den FC Basel seine Premiere in der Super League. Und der Auftritt von Beginn fühlt sich in der ersten Halbzeit gut an. Aber dann sind Ardon Jashari und Luca Jaquez an allen drei Gegentoren beteiligt. Ging der FCL-Trainer ein zu grosses Risiko ein?

Der neue Cheftrainer Mario Frick hatte sich am Sonntag dazu entschlossen, den Rückrundenauftakt gegen den FC Basel mit gleich drei Debütanten in der Startaufstellung anzugehen. Neben Asumah Abubakar, der im Winter vom FC Lugano zum FC Luzern gestossen war, überraschte aber vor allem, dass Mario Frick in der Defensive gleich auf zwei sehr junge und somit unerfahrene Spieler setzte.

Auf der rechten Innenverteidiger-Position startete der 18-jährige Luca Jaquez und im defensiven Mittelfeld stand der 19-jährige Ardon Jashari von Beginn weg auf dem Platz. Beide Spieler kommen aus dem Nachwuchs der Luzerner und hatten erst vor kurzer Zeit ihren ersten Profivertrag beim Klub unterschrieben. Somit bestritten beide ihren ersten Startelf-Einsatz in der Super League.

Grosse Defensivmängel begleiteten den Tabellenletzten durch die Vorrunde. Und deshalb mag es für den einen oder anderen sicher ein zu hohes Risiko gewesen zu sein, der Jugend statt der Erfahrung den Vortritt zu geben. Nicht schlecht staunten aber viele Luzerner Fans, als die beiden Youngsters einen mehr als passablen Auftritt hinlegten. Zumindest in der ersten Hälfte (zentralplus berichtete).

Jashari punktete mit Coolness

Vor allem Ardon Jashari wusste mit einem kühlen Kopf und abgeklärten Entscheidungen zu überzeugen. Im Mittelfeld machte er neben Marvin Schulz und Captain Christian Gentner den wahrscheinlich auffälligsten Eindruck. Gerade in einem Matchplan, das das wiederholte Schlagen von weiten Bällen zu fördern schien (zentralplus berichtete), lieferte Jashari mehr als willkommene Abwechslung.

«Ich habe die elf Spieler aufgeboten, die sich im Training durchgesetzt und am besten präsentiert haben.»

FCL-Cheftrainer Mario Frick

In Ballbesitz liess er sich regelmässig kurz Zeit, um sich umzuschauen und seine Optionen abzuwägen. Mehr als einmal behauptete er das Leder und spielte danach noch einen schlauen und einfachen Pass. Bei seinen Offensivbemühungen haperte es zwar teilweise noch, so wollten ihm zwei Distanzversuche noch nicht so recht gelingen und hin und wieder hielt er die Kugel etwas lange am eigenen Fuss.

An der besten Chance der Luzerner war er dann aber auch massgeblich beteiligt, sein Zusammenspiel mit Abubakar führte schliesslich zu Nikola Cumic, der die Führung auf dem Fuss gehabt hatte. Gerade im Spielaufbau und den Defensivaktionen punktete Jashari aber mit einer Coolness, die man normalerweise von routinierteren Kollegen erwarten würde.

Jaquez musste in zwei Szenen Lehrgeld zahlen

Auch Jaquez zeigte eine gute erste Hälfte, in der er sich auf der rechten Abwehrseite mit Grether weniger fehleranfällig präsentierte als Marco Burch und Martin Frydek auf der linken. In der zweiten Hälfte liess er seine Unerfahrenheit aber in zwei Situation durchblicken.

«Jetzt ist es einfach bitter, dass es gerade die zwei mit den entscheidenden Fehlern getroffen hat.»

FCL-Verteidiger Simon Grether

Und dafür zahlte Jaquez Lehrgeld: Seine etwas zu ungestüme Grätsche führte zu einem Elfmeter, der die Basler Führung nach sich zog. In der Schlussphase verlor er ein Duell mit dem früheren FCL-Stürmer Darian Males, der den Verteidiger zu einfach umkurvte, bevor er mit dem 2:0 alle Luzerner Hoffnungen auf einen Punktgewinn zerstörte.

Folgerichtig stand nach der Partie die Frage im Raum, ob Mario Frick mit seinem Aufgebot nicht doch zu viel Risiko eingegangen sei. Luzerns Cheftrainer hielt fest, dass er die elf Spieler aufgeboten habe, die sich im Training durchgesetzt und am besten präsentiert hätten.

Wie entwickeln sich die Aktien des «JaJa»-Duos?

FCL-Verteidiger Simon Grether beteuerte nach dem Abpfiff, dass die Niederlage nicht an den beiden Youngstern festzumachen sei. «Die beiden haben sich in der Vorbereitung aufgedrängt und es gut gemacht. Jetzt ist es einfach bitter, dass es gerade die zwei mit den entscheidenden Fehlern getroffen hat.»

Ihre Debüts von Beginn weg mag einerseits für die Fitness und das Potential der jungen Spieler sprechen. Aber es setzt gleichzeitig auch ein grosses Fragezeichen hinter andere jüngere Spieler, die beim FC Luzern eigentlich schon längst den nächsten Schritt hätten gehen sollen. So spielten etwa Lorik Emini oder Jordy Wehrmann im ersten Pflichtspiel 2022 noch keine Rolle.

Das Luzerner «JaJa»-Duo betritt am Sonntag die Bühe: Luca Jaquez von Ardon Jashari und Marvin Schuld, der später nach zwei gelben Karten frühzeitig vom Platz gestellt wurde. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Begegnung mit dem FC Basel auf die Aktien der beiden jungen Spieler auswirken wird. Schliesslich ist es ein wenig dem Unglück geschuldet, dass die beiden Nachwuchsspieler an jedem Gegentor jeweils mit individuellen Fehlern direkt beteiligt waren. Das verpasste ansehnlichen Leistungen einen bitteren Beigeschmack.

Gerade mit Ardon Jashari könnte der FCL aber einen vielversprechenden Kandidaten für die Schaltstelle im Mittelfeld gefunden haben. Auch, weil dieser die Bälle im Mittelfeld eher behauptet hat, anstatt diese direkt nach vorne zu wuchten. Allerdings könnte sich dies im Moment noch beissen mit der Spielphilosophie von Mario Frick.

Verwendete Quellen
  • FCL-Matchbesuch gegen Basel
  • Gespräche mit FCL-Trainer Mario Frick und FCL-Spieler Simon Grether
Weitere Quellen
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2 Kommentare
  1. David Fairglough, 04.02.2022, 12:39 Uhr

    Die Jungs haben ihren Job gut gemacht und werden aus den Fehlern lernen. Ich frage mich aber schon wie schwach das Kader sein muss wenn man im ersten Spiel der Saison zwei 18 Jährige einsetzen muss die noch nie ein Super League gespielt haben (einer davon in der wichtigen Rolle auf der Problemposition Innenverteidiger). Fakt ist unsere Gegner am Wochenende der FC Lugano (Spieler im Wert von 8 Mio CHF Spieler ins Team geholt (Kevin Rüegg, Aliseda, Valenzuela, Haile Selassie, Dürrer) aber auch der FC St. Gallen (massive Transferoffensive) und sogar der FC Sion hat sich mit Loris Benito einen guten Spieler gehangelt. Ob da 2 Challenge League Verteidiger, ein neuer Tunesischer Aussenverteidiger (der 1 Jahr lang praktisch nie gespielt hat) und der für mich gute Transfer mit Abubakar reichen werden? Die Super League hat sich mit den neuen Investoren (Lausanne, Lugano und GC) verändert und für ein Traditionsverein wie Luzern kann und muss die Lösung auch 12 Liga heissen wenn man nicht bereit ist mehr Geld zu investieren.

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  2. Mac Tanner, 01.02.2022, 19:49 Uhr

    Aufgefallen ist auch wie Jashari nach seinem Fehler auf dem Weg zur Wiedergutmachung übers ganze Feld gesprintet ist und das wohl gemerkt in der 97. Spielminute. Toller Junge, wenn er auf dem Boden bleibt, hat er eine tolle Karriere vor sich.

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