Sport

Ernüchternder Schlussstrich unters Jahr 2021
Handauflegen nützt nichts: FCL braucht mehr Qualität

  • Lesezeit: 4 min
  • Kommentare: 4
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Als ob es Torhüter Marius Müller (links) und Captain Christian Gentner nicht wahrhaben wollten: Der FCL steckt tief im Abstiegssumpf. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Als Tabellenletzter mit fünf Punkten Rückstand aufs rettende Ufer taumelt der FC Luzern Schritt für Schritt dem Abstieg entgegen. Das jüngste 0:2 gegen Servette macht es einmal mehr deutlich: Es braucht in der Winterpause eine kostspielige Aufforstung des Kaders, um das drohende Schicksal in den verbleibenden 18 Meisterschaftsspielen noch abwenden zu können.

Sein Ansatz war positives Denken, um die angebliche Blockade der Spieler nach dem Wirken des zuvor gefeuerten Cupsiegertrainers Fabio Celestini lösen zu können. Gebracht hat es nichts. Der FCL spielte in den vier Spielen unter der interimistischen Leitung von Sandro Chieffo wie ein Absteiger.

Im Anschluss an seine Dernière kam der 42-jährige Trainernotnagel am späten Samstagabend nicht um die Feststellung herum: «Der Match gegen Servette war ein Spiegelbild der gesamten Vorrunde. Es hat in allen Bereichen nicht gereicht.»

Der in seinem Job überforderte Sandro Chieffo hat keinen Ansatz zur Problembehebung liefern können. Ein einziges Pünktchen bei einem Torverhältnis von 2:10 schaute heraus (zentralplus berichtete).

Ergo ist sein Handauflegen am Patienten krachend gescheitert. Die Mannschaft hat nach dem Trainerwechsel kein Lebenszeichen von sich gegeben. Fünf der letzten sechs Meisterschaftsspiele gingen verloren. «Ich hätte dem FCL gewünscht, dass es anders herauskommt. Trotzdem war es für mich eine wertvolle Erfahrung. Ich bereue keine Sekunde.» Ob das sein Arbeitgeber auch sagen kann, wird der Fortgang der Meisterschaft zeigen.

Der FCL braucht eine sehr gute Rückrunde

Wer die Ursache für die sportliche Misere der Luzerner nach wie vor im mentalen Bereich verortet, verschliesst seine Augen vor der grausamen Realität. Dem FCL fehlt es hinten und vorne.

In den letzten gut 180 Minuten Spielminuten gegen GC und Servette hat der Tabellenletzte sage und schreibe drei Bälle aufs gegnerische Tor gebracht. Einer davon ging rein – Nikola Cumic zum 1:1 im Letzigrund. Die anderen beiden Abschlüsse von Ibrahima Ndiaye und Silvan Sidler wehrte Servettes Goalie Edin Omeragic ab.

«Ab Januar muss in unserer Vorbereitung Krieg herrschen.»

FCL-Goalie Marius Müller

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Es ist eine Frage der Qualität. Und von dieser besitzt der Cupsieger nicht ausreichend, um im knallharten Kampf gegen den Abstieg bestehen zu können. Denn er ist nicht auf eine gute, sondern sehr gute Rückrunde angewiesen.

Letzte Saison waren 39 Punkte vonnöten, um den letzten beiden Plätzen entliehen zu können. Aktuell steht der FCL bei deren elf. Um sportlichen Schaden zu vermeiden, braucht der FCL in jedem Mannschaftsteil in der Winterpause einen Spieler, der den Unterschied auf dem Platz ausmachen kann (zentralplus berichtete).

Aktionäre des FCL müssen so oder so Millionen lockermachen

Für Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg und seinen Kompagnon Josef Bieri ist es einfache Rechnung. Investieren sie im Wintertransferfenster, das am 16. Januar öffnen und am 15. Februar schliessen wird, lieber die eine oder andere Million, um den Absturz in die Zweitklassigkeit zu vermeiden? Die Aussicht auf gutes Gelingen wird dadurch zwar erheblich gesteigert, aber eine Erfolgsgarantie gibt es im keine.

Oder beschwören sie lieber den Fussballgott und tragen im Misserfolg Kosten im hohen einstelligen Millionenbereich? Ein solch grosses Loch wird schätzungsweise ein Saisonstart in der Challenge League im nächsten Sommer verursachen.

Wenn es um Neuverpflichtungen zur Winterpause geht, könnte auch der Gesundheitszustand von Filip Ugrinic eine Rolle spielen. Der torgefährlichste Luzerner fiel kurz vor der Pause mit einer Verletzung im rechten Knie aus (zentralplus berichtete).

Aus dem Luzerner Fuchsbau war die vorsichtig formulierte Tendenz zu vernehmen, dass nichts Gravierendes kaputtgegangen sein soll. Über die Art und Schwere der Verletzung wird aber erst eine noch ausstehende Untersuchung des lädierten Knies von Ugrinic Klarheit verschaffen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Mit Mario Frick wird ein Trainer die sportlichen Geschicke auf der Allmend übernehmen, der aus eigener Erfahrung weiss, war für Qualitäten im Abstiegskampf gefragt sind. Er steht für ein humorloses Arbeitsethos (zentralplus berichtete). Aber ohne Verstärkungen wird auch er kein Fussballwunder vollbringen können.

«Wenn es spätestens jetzt nicht jedem Einzelnen bewusst ist, in welcher Lage wir uns befinden, wirds hier bald düster sein», richtete FCL-Goalie Marius Müller nach der neunten Vorrundenpleite einen Appell an seine Mitspieler. «Ab Januar muss in unserer Vorbereitung Krieg herrschen.»

Bis dahin haben die Spieler frei. Es ist quasi die Ruhe vor dem Sturm. Dieser wird den Tabellenletzten entweder ans rettende Ufer der Super League wehen. Oder in die Zweitklassigkeit.

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4 Kommentare
  1. Pitsch, 20.12.2021, 10:36 Uhr

    Besonders unglücklich ist die Aussage vom Deutschen Torhüter der etwas vom «Krieg»faselt DüMMER geht es nicht mehr!! Habe am Samstagabend das Spiel im Fernsehen angesehen Erschreckend was ich da gesehen habe. Da steht im Mittelfeld ein älterer Herr der in der Bundesliga nicht mehr genügte, sonst hätte in Urs Fischer sicher nicht gehen lassen. Müsste eigentlich das Spiel machen und dirigieren, war absolut nichts zu sehen davon. Vorne sind zwei Stürmer die absolut keine zweikampfstärke haben,im eins zu eins immer den Ball beim Gegner verloren. Von den neuzugängen hat einzig der Torhüter nach anfänglichen unsicherheiten überzeugt.Jetzt muss man nur noch den restlichen 4 die nicht genügen den Zügelwagen zur verfügung stellen. Der einzige der eine Gesunde einstellung hat ist Ugrinic!!Wenn er sich weiterentwickeln will sollte er so schnell wie möglich zu einem anderen Verein wechseln.

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  2. Röne Fun Egg, 20.12.2021, 08:11 Uhr

    Pleiten, Pech und Pannen

    Was verheissungsvoll anfing mit dem ersten Spiel gegen YB endete leider ernüchternd. Unglaubliches Verletzungspech, Transfers die nicht hielten was sie versprachen und ein nach dem Cupsieg grössenwahnsinniger Trainer bescherten uns ein übles Weihnachtsgeschenk = letzter Tabellenplatz! Ich bleibe dabei, Remo Meyer wird die Kurve wieder kriegen, 40 von den zu vergebenen 54 Punkten holen plus Cupsieg! HOPP FCL

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  3. Aussenstehender, 19.12.2021, 16:10 Uhr

    Diese vier Spiele zeigten auch, wie die Bosse einen Nachwuchstrainer verheizten bzw. wie er sich verheizen liess. (Durfte er überhaupt Nein sagen?) Der wird für immer als für die SL untauglich abgestempelt sein. Wohl kein Zufall, dass er nicht Luzerner ist. Renggli schickte man temporär nach Kriens, wo sowieso längst Hopfen und Malz verloren war. Also null Imageschaden für ihn, ebensowenig für den Assistenten Lustenberger, den man auch nicht dem Sturm aussetzen wollte. Die Welschen sagen dem Copinage.
    Frick, sollte er denn wirklich unterschreiben, geht ein Risiko ein. Im Fürstentum kann bzw. konnte er in Ruhe arbeiten, hat sogar wieder reelle Aufstiegschancen. Gut möglich, dass man sich in der Barrage wieder trifft. Oder Worst Case: Luzern unten, Vaduz oben.

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  4. Paul, 19.12.2021, 10:09 Uhr

    Das gestern war nix. Kein kampf kein aufbäumen. Einfach chli tüütele. Ned me. Ich glaube müde und ausgepumpt war kein fcl spieler.
    Hopp lozäärn! Das packet er scho!

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