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Geräte zur Behandlung seines Knies
FCL-Schürpf: «Ich könnte eine Physio-Praxis aufmachen»

  • Lesezeit: 5 min
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Angreifer Pascal Schürpf machte in Schaffhausen beim Vorstoss des Titelverteidigers in den Cup-Viertelfinal sein zweites Spiel für den FCL seit seinem Comeback. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Mit dem Comeback seines Vorkämpfers hat der zuvor sieglose FC Luzern die ersten kleinen Schritte aus der Krise gemacht: 2:0 im Heimspiel gegen St. Gallen, 2:0 im Cup-Achtelfinal in Schaffhausen. «Das hat uns Mut gemacht», sagt Pascal Schürpf vor dem Auswärtsspiel gegen den Tabellenletzten Lausanne.

Ein einziger Schlag gegen das linke Knie von Doppeltorschütze Pascal Schürpf zum Saisonstart gegen YB – und schon setzte sich die Negativspirale beim FC Luzern in Gang. Nicht nur, dass der Cupsieger die Partie trotz Zwei-Tore-Führung noch 3:4 verlor. Vielmehr stand Schürpf am Anfang einer Zwangspause, die drei Monate dauern sollte. Eine Abnützung im Gelenk wurde bei ihm diagnostiziert.

Und weil mit seinem Kumpel und Goalie Marius Müller ein zweiter Teamleader gleichzeitig verletzt ausfiel, rutschte der Cupsieger in eine Krise. Die zehn Spiele anhaltende Sieglosigkeit endete erst mit der Rückkehr von Pascal Schürpf ins Team der Luzerner.

Als der Angreifer in der 69. Minute beim Stande von 2:0 gegen St. Gallen eingewechselt wurde, ertönte in der Swissporarena der ihm gewidmete Fangesang aus unzähligen Kehlen. «So laut habe ich das schon lange nicht mehr gehört. Es zeigt mir das Vertrauen der Fans. Diese wissen, dass ich den FCL lebe», sagt der 32-jährige Basler.

Zeichnet sich sein Karriereende ab?

Dass er trotz der Schwere der Verletzung eines Tages wieder in den Wettkampfmodus zurückkehren werde, daran hat er nie gezweifelt. «Aber mich beschlichen am Anfang Zweifel bei den Therapiemöglichkeiten für meine Art der Verletzung», erzählt er. Bei ihm hatte sich Flüssigkeit im Knie gesammelt. «Ich habe mich gefühlt durch die ganze Welt geforscht, um herauszufinden, was ich machen kann. Als das klar war, verschwanden die Zweifel.»

Aber vor ihm stand, wie es Pascal Schürpf sagt, ein «knorziger» Weg zurück. Zur Therapie gehörten nicht nur verschiedene Medikamente und Vitaminpräparate. «Ich habe mittlerweile so viele Geräte zu Hause herumstehen, dass ich glatt eine Physio-Praxis aufmachen könnte», flachst er.

«Ich fühle mich wie ein in die Jahre gekommenes Auto, das daheim auftanken muss, wenn das ganze Benzin weg ist.»

FCL-Angreifer Pascal Schürpf

Und die Therapiegeräte werden vielleicht nicht mehr verschwinden, solange er sein Geld als Profi-Fussballer verdient. Er sei zu Hause die ganze Zeit am Therapieren. «Ich fühle mich wie ein in die Jahre gekommenes Auto, das daheim auftanken muss, wenn das ganze Benzin weg ist», sagt er schmunzelnd.

Zeichnet sich damit ab, dass er beim Ablauf seines bis 2023 gültigen Vertrages einen Schlussstrich unter seine Karriere ziehen wird? Schürpf erwidert, dass es nicht so kommen müsse. «Mir waren bei einer Verlängerung der Zusammenarbeit immer zwei Punkte wichtig: Der Spass im Team und die eigene Gesundheit.» Stimmt das nach wie vor, kann er sich eine Fortsetzung der Karriere vorstellen – «sofern der Verein auch will».

Schürpf: Gesundes Team genauso wichtig wie dessen Qualität

Aus heutiger Sicht ist kaum vorstellbar, dass die sportliche Führung der Luzerner nicht mehr will. Zu wichtig ist die Rolle von Pascal Schürpf für die Chemie im Team, das Gefüge der Mannschaft und das gute Gelingen auf dem Platz.

Der Routinier sagt nicht zum ersten Mal, wie wichtig ihm ist, dass sich jeder im Team wohlfühle. «Nur so kann man Leistung erbringen. Für mich ist eine gesunde, funktionierende Mannschaft genauso wichtig wie die Qualität der Einzelspieler.»

«Ich liebe es, die Leute herauszufordern, zu foppen, damit sie noch mehr aus sich heraus kommen.»

Seine Rolle ist die des Stimmungsmachers. «Ich liebe es, die Leute herauszufordern, zu foppen, damit sie noch mehr aus sich heraus kommen», bemerkt er.

Und Pascal Schürpf räumt gleich mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf: «In einer Mannschaft kann nicht jeder mit jedem gut Freund sein. Zum Beispiel hatte ich nicht die beste Beziehung zu Stefan Knezevic. Aber auf dem Patz haben wir uns füreinander und den Erfolg des FCL eingesetzt.» Das klappt nur, wenn die Psycho-Hygiene im Team stimmt.

Kunstrasen tut seinem Knie nicht gut

Im FCL hat der Angreifer auch während des sportlichen Kriechgangs keine vergiftete Stimmung feststellen können. «Wir sind nicht in Grüppchen auseinandergefallen, deshalb war ich immer davon überzeugt, dass wir den Weg zum Erfolg wieder finden werden», so Schürpf.

Seit sich der FCL vorab auf einen kompakten und defensiv soliden Auftritt konzentriert, stimmen die Resultate. Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag in Lausanne (16.30 Uhr) haben Fabio Celestinis Mannen sogar zwei Mal das Hochgefühl eines Sieges erleben dürfen. «Jetzt sprüht es in der Garderobe wieder vor Energie», hält er fest und sagt mit breiter Brust: «Wir werden auch in Lausanne ein gutes Spiel abliefern.»

Die Frage, die bleibt: Wie hat sein Knie auf die ersten beiden Teileinsätze seit der Zwangspause reagiert?

Nach dem Heimspiel gegen St. Gallen auf dem Rasen der Swissporarena sei er zufrieden gewesen, er habe frisch von der Leber weg spielen können. «Der Kunstrasen in Schaffhausen war nicht das Beste für mich. Aber es war Cup und mir deshalb wichtig, mit von der Partie zu sein.»

Auch der nächste Auftritt der Luzerner, die allem Anschein nach wieder auf Ibrahima Ndiaye zählen können (zentralplus berichtete), wird abermals auf Plastik stattfinden. Schürpf wird höchstens zu einem Teileinsatz kommen.

Das ist ihm recht. Zum einen täte wohl ein Einsatz über die volle Spieldauer seinem linken Knie nicht gut, zum andern «bin ich jetzt in einem Alter, in dem es mir grössten Spass macht, dem Team zu helfen. Ganz egal, welche Rolle ich dabei habe.»

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