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Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Sion-Match
FCL: Die Abkehr vom Frick-Kick – und von Captain Gentner?

  • Lesezeit: 5 min
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Ein FCL-Trainer in Siegerpose: Es war erst das zweite Mal in dieser Meisterschaft und das erste Mal für den neuverpflichteten Mario Frick. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Cheftrainer Mario Frick hat das Angriffsspiel der Seinen justiert. Mit positiver Wirkung: Zum ersten Mal in dieser Saison hatte der FC Luzern eine Balance im Spiel. Offensiv am Drücker und defensiv gleichzeitig stabil. Das 1:0 gegen den FC Sion verleiht den Luzernern Selbstvertrauen und Zuversicht auf dem langen Weg zum Ligaerhalt.

Im 21. Meisterschaftsspiel erst der zweite Saisonsieg. Die ersten drei Punkte unter dem in der Winterpause neuverpflichteten Coach Mario Frick in dessen dritten Super-League-Spiel. Kein Wunder, dass die Erleichterung nach dem Schlusspfiff in der mit fast 9’000 Zuschauern besetzten Swissporarena mit Händen zu greifen war (zentralplus berichtete).

Auch wenn am Ende ein Mini-Sieg stand: Der Gastgeber war in allen Belangen die bessere Mannschaft. Und das ist doch einigermassen erstaunlich gegen einen FC Sion, der in den letzten drei Spielen sieben Punkte ergattert und zuletzt auswärts gegen den FC Basel (3:3) imponiert hatte. Wie hat Mario Frick das hingekriegt?

Aus den zwei «Nullern» gegen Basel (0:3) und Lugano (1:2) und dem sanften Aufwärtstrend am Mittwoch beim Vorstoss in den Cup-Halbfinal in Biel (5:0) scheint der 47-jährige Liechtensteiner die richtigen Lehren gezogen zu haben. Zum Glück für den FCL hat er seinem unsäglichen Frick-Kick den Rücken gekehrt.

Frick warf den FCL-Kick über Bord

Frick-Kick? So titelte zentralplus nach Fricks total missglückter FCL-Premiere, als sich das Offensivspiel der Luzerner auf das simple und gleichsam einfallslose Dreschen weiter Bälle beschränkte. Für jeden Gegner ziemlich einfach berechenbar.

Eine Woche später brachten die Luzerner auch im Tessin offensiv nichts Gescheites zustande. Mario Frick zeigte Grösse und ging über die Bücher.

«Den FCL möchte ich stets so auftreten lassen.»

FCL-Trainer Mario Frick

Er stellte sein Mittelfeld um. Wie schon im Cup-Viertelfinal in Biel gab Samuele Campo den Spielmacher und der wuchtige Filip Ugrinic kam von der linken Seite. Der grösste Hoffnungsträger sagte schon vor Rückrundenstart zu zentralplus, dass er am effektivsten sei, wenn er neben einem Regisseur spielen könne. Bei den ersten beiden Pleiten zum Rückrunden-Start spielte Ugrinic zentral hinter den Spitzen.

Die einzige Änderung betraf das defensive Mittelfeld. Dort kehrte Ardon Jashari für den Cup-Doppeltorschützen Lorik Emini ins Aufgebot zurück. Und Jashari zeigte abermals eine ansprechende Leistung.

FCL mit unerwarteter Balance

Das Ergebnis von Fricks taktischen Anpassungen? Das Luzerner Angriffsspiel ist viel variabler und unberechenbarer geworden. Es handelt sich jetzt zumeist um den Versuch, spielerische Lösungen zu finden. Gespickt mit weiten Bällen, die durchaus ihre Berechtigung haben, wenn man sie nicht bis zum Abwinken forciert.

Auch defensiv scheint der FCL mit diesem System, das trotz anders lautender Einschätzung von FCL-Goalie Marius Müller auf einem suboptimalen Geläuf möglich ist, sehr gut zurechtzukommen. So wenig Torgefahr vor dem eigenen Gehäuse haben die Luzerner in dieser Saison noch nie aufkommen lassen.

Es ist diese so entscheidende Balance, die der FC Luzern in dieser Saison bislang noch nicht gefunden hat. In den Worten von FCL-Trainer Mario Frick tönt der Auftritt der Seinen so: «Wir haben den , den ich mir vorstelle, gespielt. Wir waren nach vorne die klar bessere Mannschaft und hatten für alle Fälle eine gute Restverteidigung.»

Zu Recht erwähnte er: Das Spiel der Luzerner sei von Energie und Variabilität geprägt gewesen. Und ergänzte: «Den FCL möchte ich stets so auftreten lassen.»

FCL: Gentner aufs Abstellgleis gerückt?

Die aktuelle sportliche Entwicklung beim FCL ist allerdings kein guter Fingerzeig für den eigentlichen Captain Christian Gentner. Wie schon im Cupspiel in Biel sass der 36-jährige Deutsche auch gegen Sion zunächst auf der Ersatzbank und wurde erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Vor allem aber hat Christian Gentner in beiden Spielen wohl niemand in der Startelf vermisst. Dafür waren seine Leistungen im aktuellen Saisonverlauf schlicht zu mager.

«Mit Filip Ugrinic statt Christian Gentner wollte ich dem spielerischen Element mehr Gewicht geben.»

Der Mann, der seine Option beim FCL auf eine Vertragsverlängerung nur dann ziehen möchte, wenn der Ligaerhalt feststeht, reicht aktuell nicht mehr fürs erste Aufgebot. Die Vermutung liegt nahe, dass Innenverteidiger Marco Burch als Teamleader die Luzerner in die entscheidende Phase der Meisterschaft führen könnte.

Doch Mario Frick hielt fest: «Samuele Campo hat ein gutes Cupspiel in Biel abgeliefert. Und mit Filip Ugrinic statt Christian Gentner wollte ich dem spielerischen Element mehr Gewicht geben. In der Schlussphase konnten wir mit Christian Gentner, der hinter meinem taktischen und personellen Entscheid stand, erst noch Erfahrung ins Spiel bringen.»

FCL arbeitet am ersten Momentum dieser Saison

Des Trainers Worte in Ehren. Aber ein Captain, der längerfristig auf der Ersatzbank sitzt, hat sein Ansehen und seine Autorität in der Garderobe schnell verloren. Und Mario Frick hat nach der zarten Aufwärtstendenz erst recht keinen Grund dazu, sein Dispositiv zu verändern. Zwei Siege in Serie – je einen Sieg im Cup und der Meisterschaft – hat es für die Luzerner zuletzt gegen Ende Oktober gegeben.

Als nächster Schritt geht es für die Luzerner darum, ein Momentum zu kreieren. Das ist ihnen in dieser Saison noch nie gelungen.

Den letzten Tabellenplatz haben Mario Fricks Mannen mit dem 1:0 an diesem Sonntag über Sion zwar verlassen. Aber nur mit dem Verteidigen des aktuellen Rang 9 kann der FCL in einer Barrage gegen den Tabellenzweiten der Challenge League den Abstieg nach 16 Jahren aus der Super League vermeiden.

Bis Ende Februar haben die Luzerner die zwei Auswärtsspiele in Genf und gegen den neuen Tabellenletzten Lausanne vor der Brust. Zwei Niederlagen en suite würfen sie in ihrem neu gewonnenen Selbstverständnis wieder weit zurück.

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7 Kommentare
  1. Roberto F., 14.02.2022, 22:03 Uhr

    Unnötige Polemik! Es braucht ja mehr als 11 gute Spieler, damit man sich je nach Gegner taktisch ausrichten kann (aber auch wegen Verletzungen und Sperren). Gentner werden wir schon noch (und weiterhin) brauchen. Mit Abstiegskampf, Cup und möglicher Barrage gibt es ja noch einige intensive Spiele. Man sollte 1-2 Spiele nicht überinterpretieren und sich einfach am bestehenden Konkurrenzkampf erfreuen. Wenn man auf die Tabelle schaut, gibt es sowieso grössere Promleme…

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  2. Karl Ottiger, 14.02.2022, 15:08 Uhr

    Richtig Mac Tanner dieser Jashari ist ein Juwel der spielt frech und super Bälle in die Tiefe. Es braucht eigentlich keinen Genter gut so als Mannschaftsfüller kannst du ihn noch mitnehmen aber strategisch bringt er der Mannschaft nicht viel. Das Spiel hat mich sehr gefreut in diesem Stil kommst du eventuell aus der scheisse raus hopp Luzern

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  3. Scherer, 14.02.2022, 12:22 Uhr

    Draeger ist schlichtweg ein Toptransfer von Remo Meyer!!
    Das muss einmal erwähnt werden, nicht nur Kritik.

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    1. Michel von der Schwand, 14.02.2022, 14:33 Uhr

      Sehe ich mir den Werdegang von Mohamed Dräger genau an, dann bin ich mir nicht so sicher. Gut, er ist lediglich von Nottingham Forest ausgeliehen, wo er übrigens kein Spiel bestritt. Beim SC Freiburg hat er auch lediglich 2 Spiele bestritten, bevor er dann nach Paderborn ausgeliehen worden ist. Ein Toptransfer ist der Junge dann, wenn er die restlichen Spiele so weiterspielt und Tore erzielt.

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  4. Mac Tanner (das Original), 14.02.2022, 11:53 Uhr

    Hab ich es nicht vorausgesagt, Jashari ist ein Juwel, super das Herr Frick das auch so sieht. Und dieser Dräger gefällt mir auch unheimlich gut, da hat Sportchef Meyer wieder mal ein As aus dem Ärmel gezückt. HOPP FCL #Nichtabstieg & Cupsieg 2022#

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  5. Michel von der Schwand, 14.02.2022, 10:09 Uhr

    Der Rückstand auf St. Gallen wird Luzern wohl kaum mehr einholen. Bedenkt man, dass der FC St. Gallen mit grösster Wahrscheinlichkeit auch noch GC überholen wird, dann ist der Rückstand auf einen Nicht-Barrage-Platz wohl zu gross. Luzern wird sich mit grösster Wahrscheinlichkeit nur über die Barrage retten können. Dramaturgisch wünscht man sich natürlich, dass der Gegner FC Vaduz heissen wird. Das wäre an Spannung für den neutralen Zuschauer nicht zu überbieten!

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  6. Ivan W, 13.02.2022, 22:24 Uhr

    Der heutige FCL hat richtig Freude gemacht. Spielbestimmend, kämpferisch top und hinten (fast) nichts anbrennen lassen. Weiter so, dann wird es noch was in dieser Saison. Hopp Lozärn 💙🤍

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