FC Luzern

Zunächst wieder mit zwei Toren im Rückstand
Trotz Sturmlauf: Punktgewinn hilft dem FCL kaum

  • Lesezeit: 4 min
  • Kommentare: 4
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Ein seltener Moment: Nach dem Spiel sind sowohl die Luzerner (lins Marko Kvasina und Filip Ugrinic) als auch die Grasshoppers (rechts Allan Arigoni) enttäuscht. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Was für ein grosses Spektakel zwischen den Grasshoppers und dem FC Luzern im Kampf um den Ligaerhalt! Die Zürcher gehen erst 2:0 in Front, doch die Luzerner beweisen abermals Moral und gleichen letztlich aus. Aber gefühlt ist das aus ihrer Sicht zu wenig.

Die Mannen von sind im Zürcher Letzigrund angetreten, um den Rückstand auf das achtplatzierte GC und das rettende Ufer von fünf auf zwei Punkte zu reduzieren. Nach 90 unterhaltsamen und intensiven Minuten ist der Rückstand im Direktduell gleich geblieben. Allerdings bleiben nur noch sieben Spiele bis zur Endabrechnung.

Ein Fehler bei einem Standard und ein weiterer bei einem Gegenstoss der anfänglich clever agierenden Zürcher: Der neuerliche Fehlstart erwies sich für den FC Luzern abermals als zu grosse Hypothek, um einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg einfahren zu können (zentralplus berichtete).

Zwei Unpässlichkeiten bringen den FCL in die Miesen

In der 13. Minute verursachte Captain einen unnötigen Corner für GC. Bei der anschliessenden, kurz ausgeführten Eckballvariante liess sich der übertölpen. Im Zentrum verlor Mohamed Dräger GC-Captain Allan Arigoni auf zu einfache Art und Weise aus den Augen. Der freistehende GC-Verteidiger bekundete keine Mühe, zum 1:0 einzunicken.

Auf einen abgefangenen FCL-Angriff lancierte Giotto Morandi einen Konter über Francis Momoh. Nur Youngster hätte noch Schlimmeres verhindern können, aber der 19-Jährige verschätzte sich bei seiner Rettungstat gründlich. Momoh konnte alleine auf losziehen und liess dem FCL-Goalie in der 29. Minute keine Abwehrchance.

FCL-Trainer Frick geht «all in»

Aber wie zuletzt im Heimspiel gegen Lugano wollte sich der Cupsieger nach einem Zweitorerückstand nicht so leicht ins drohende Schicksal fügen (zentralplus berichtete). Mit einem Doppelwechsel kurz vor der 60. Minute gab Mario Frick die Initialzündung. Er brachte mit und Nikola Cumic zwei Stürmer für die Mittelfeldspieler Samuele Campo und Ardon Jashari. Frei nach dem Pokermotto: «all in».

Ab diesem Zeitpunkt spielte sich die überwiegende Mehrheit der Torszenen vor dem GC-Gehäuse ab. Doch brachte es nach einer Stunde Spielzeit fertig, freistehend und aus kurzer Distanz GC-Goalie André Moreira anzuköpfeln. Das hätte das 1:2 für den FCL sein müssen.

Kurze Zeit später machte er seinen Fauxpas wett, indem er Abubakar mit einer Flanke zum wunderschön gemachten 1:2 bediente.

Silvan Sidler mit dem zweiten Traumtor für den FCL

Bevor GC-Verteidiger Noah Loosli mit einer gelb-roten Karte vom Platz gestellt wurde, vergab auch eine klare Chance zum möglichen 2:2. Immerhin aber bekamen die Luzerner fast 20 Minuten Zeit, mit einem Mann mehr wenigstens den Ausgleich zu suchen. Denn eine Niederlage hätte in jedem Fall alle FCL-Träume vom direkten Ligaerhalt beerdigt.

Doch die Zeit schien unbarmherzig zu verrinnen. Mit Ablauf der regulären Spielzeit fasste sich der keine Minute zuvor eingewechselte ein Herz und machte aus 18 Metern ein Traumtor zum 2:2. GC-Goalie musste in der Folge noch einmal in extremis eingreifen, um sogar einen Siegtreffer der Luzerner zu verhindern.

Doch was ist das Remis aus Luzerner Sicht wert?

Welcher FCL-Spieler reisst die Verantwortung an sich?

Es ist nicht das Resultat, das die Luzerner angestrebt haben. Nur drei Punkte hätten ihre Situation im Kampf gegen den Abstieg verbessert. Allerdings geht auch der Krebsgang der Grasshoppers weiter. Trotz Zweitoreführung warten sie seit nunmehr sieben Meisterschaftsspielen auf den ersten Sieg.

Angesichts des Spielverlaufs ist es nahezu das Optimum, was die Luzerner in der zweiten Halbzeit noch herausholen konnten. Der Sturmlauf zum 2:2 kann durchaus als Mutmacher für die nächsten Aufgaben dienen. Erst wartet das Heimspiel am Ostermontag gegen St. Gallen, dann der Cuphalbfinal in Lugano.

Um dem Abstieg über Platz 8 oder der Barrage entrinnen zu können, müssen die Luzerner aber dringend und zwingend mehr Leadership und Mentalität auf den Platz bringen. Dieses seit Saisonstart existierende Problem begleitet auch die Arbeit des aktuellen Cheftrainers Mario Frick.

Doch gibt es einen FCL-Spieler, der diese Verantwortung zum sportlichen Wohle des FC Luzern an sich reissen kann?

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4 Kommentare
  1. Pessimo Traurig, 11.04.2022, 10:56 Uhr

    Ganz ehrlich, nun ist die Sache gegessen…statt 6 Punkte aus den letzten beiden Spielen nur 2. Wie man Lugano knackt, hat Barrage-Kandidat Sion gestern bewiesen und sich damit vorzeitig gerettet. Das schlechte Torverhältnis und das schwierigere Restprogramm sprechen leider für GC und gegen den FCL. Das ausgerechnet in Luzern beim Lugano-Heimspiel (warum eigentlich?), durch Atze Knupp (Absteiger & Cupsieger 1991 mit dem FCL) die Barrage-Spiele ausgelost wurden (Heimrecht Rückspiel) erachte ich als sehr schlechtes Omen!!! Und wer den Match Aarau-Winterthur gesehen hat, ahnt Schlimmes…Luzern steigt ab, kleines Fünkchen Hoffnung, wenn Schaffhausen oder Vaduz der Barrage-Gegner wäre. Ich schätze die Arbeit von Herrn Meyer, aber man hätte Louis Schaub behalten müssen, auch wenn es ein finanzieller Kraftakt gewesen wäre, für die Bundesliga reicht es halt doch, trotz 24 von 29 möglichen Spielen (nur 1 Tor und 2 Assists) nicht. Er wäre der ideale Passgeber für die pfeilschnellen Abu und Cumic gewesen. So schade…aber ich bleib dem FCL auch in der CL treu und wenn die Modusänderung kommt, sind wir hoffentlich schnell wieder oben. Wie schwer das ist, zeigen die Beispiele GC, Aarau, Thun und Xamax leider deutlich. Das Super-Publikum in Luzern verdient einfach Super-League-Fussball.

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  2. Murmi, 10.04.2022, 08:50 Uhr

    Cup Halbfinal gegen Lugano.

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    1. Redaktion Andreas Ineichen, 10.04.2022, 10:26 Uhr

      Danke für den Hinweis auf einen ärgerlichen Fehler. Ist jetzt korrekt angepasst.

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      1. Chandro Sieffo, 11.04.2022, 09:12 Uhr

        Jeder macht Fehler Herr Ineichen auch Interims-Fussball-Trainer….

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